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abtcilungen zersplittert wären, so würde kein Volk auf Erden ihrem Ansturmstandhalten. Sie bewohnen von den Ländern die ergiebigsten an Fruchtbarkeit (rai')und reichsten an Lebensmitteln. Sie befleißigen sich des Ackerbaues und Untcr-haltserwcrbes und sind darin allen Völkern des Nordens überlegen. Ihre Waarengehen auf dem Lande und dem Meere zu den Rüs und nach Konstantinopel. Diemeisten Stämme des Nordens reden slawisch, weil sie sich mit Slawen vermischthaben, so die Stämme der Ultrschkin 1 ), der Anqlij(in) 8 ), der Petschenegen, Rüsund Chasaren. Hungersnot entsteht in allen nordischen Ländern nicht infolge vonRegenmangel und anhaltender Dürre, sondern lediglich infolge von Regenmengeund anhaltender Nässe; der Mangel an Niederschlägen ist bei ihnen nicht von ver-derblichen Folgen; denn niemand, der davon betroffen wird, scheut ihn wegen derFeuchtigkeit ihrer Länder und der starken Kälte derselben. Sie säen in zwei Jahres-zeiten, im Hochsommer und im Frühling und bringen zwei Ernten ein; am meistensäen sie Hirse (duchn). Die Kälte ist bei ihnen gesund, auch wenn sie heftig ist,die Hitze aber verderblich; sie können nicht in die Länder der Langobarden reisen,denn die Hitze ist dort übermäßig, so daß sie zugrunde gehen. Sie befinden sichnur dann wohl, wenn ihre Mischung erstarrt ist; wenn sie aber schmilzt und siedet,verdorrt der Körper, und es tritt infolge davon der Tod ein. Allgemein verbreitetunter ihnen sind zwei Krankheiten; kaum einer von ihnen bleibt von einer derselbenverschont; und das sind zwei Ausschlagkrankheiten: Röteln und Hämorrhoiden.Sie vermeiden den Genuß von Küken, denn er schadet ihnen nach ihrer Behauptungund fördert an ihnen den Rötelausschlag, dagegen essen sie Rind- und Gänsefleisch,und es bekommt ihnen. Sie tragen weite Kleider, nur sind die Manschetten ihrerÄrmel eng. Ihre Könige entziehen (S. 40) ihre Frauen den Blicken und sind außer-ordentlich eifersüchtig auf sie; bisweilen hat der Mann von ihnen 20 Frauen, janoch mehr. Die meisten Bäume ihrer Täler sind Äpfel, Birnen und Pfirsiche 3 ).Es gibt dort einen merkwürdigen Vogel, welcher oben grün ist und alles, was ervon Lauten der Menschen und Tiere hört, nachspricht; bisweilen fängt man ihn,und sie machen Jagd auf ihn; auf Slawisch heißt er sbä. Dort gibt es auch ein Wild-huhn, das auf Slawisch teträ heißt; es hat schmackhaftes Fleisch, und sein Balzenvernimmt man von den Baumwipfeln her auf eine Farasange 4 ) und weiter; es gibtzwei Arten: schwarze und bunte, schöner als Pfauen.
Sie haben verschiedene Arten von Saiten- und Blasinstrumenten; sie haben einBlasinstrument, dessen Länge mehr als zwei Ellen 8 ) beträgt 6 ) und ein Saiteninstrument,das mit acht Saiten bespannt und dessen Innenseite flach und nicht gekrümmt 7 ) ist.
*) Falls al- Artikel sein sollte und -in Gcnctiv-Pluralcndung, würde Jrschk übrigbleiben.Ich glaube aber, daß Ul- zu vokalisieren ist, da der Name offenbar mit dem bei Qazwint II, S. 410genannten Ultrschlija identisch ist; Käf und Läm unterscheiden sich voneinander nur durch einenQuerstrich. Die Überlieferung bei QazwJni pflegt erheblich besser zu sein als die bei Bekrl. Ichvermutete schon früher darin Ultrasilvania, die alte Form für Transsilvania = Siebenbürgen.
a ) Man hat an die Ungarn gedacht, die damals allerdings stark slawisiert waren. Mar-quart denkt a. a. 0. S. 192/3 wohl mit Recht an die Tiwerci und Uglici der russischen Chronik.
3 ) Er bezeichnet damit wohl die ihm aus seiner Heimat nicht bekannten, dem Pfirsich nah-verwandten Pflaumen, welche aus den unteren Donaugegenden zu stammen scheinen, wo sienoch heute eine große Rolle spielen.
*) Meist 6—7 km, doch auch dieses Maß schwankt nach den Gegenden stark, s. de GoejesGlossarium zur Bibliotheca geographorum Arabicorum Pars IV, S. 315.
*) Über dhirä' s. ebenda S. 241.
a ) Gemeint ist offenbar das Alp- oder Karpathenhorn.
') Die Laute hat bei Arabern, Persern und Türken einen krummen Hals, vgl. meine Geschichtedes Schattentheaters, 2. Aufl., 1925, S. 62.