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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
Entstehung
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bürg 1 ), zur Zeit, da sie zum Könige Hüto kamen. Sie tragen enge Kleidung undumgürten sich mit langen Gürteln, auf denen Gold- und Silberkugeln sitzen. IhrKönig ist groß an Macht, setzt die Krone auf sein Haupt, hat Sekretäre, Registerund Bezirksverwalter und befiehlt und verbietet auf Grund von Einrichtungenund Institutionen, wie es die Pflicht der Könige und Notabein erheischt. Sie be-sitzen Sprachkenntnis und übersetzen das Evangelium in die slawische Sprache,da sie Christen sind. Ibrahim ibn Ja'qüb sagt (S. 38): Das Christentum nahm(der König 2 )) der Bulgaren nur auf Grund des Romäerlandes an, als er die StadtKonstantinopel belagerte, bis ihm ihr König freundlich entgegenkam und ihn mitreichlichen Geschenken zufrieden stellte; und zu dem, womit er ihn zufrieden zustellen suchte, gehörte, daß er ihm seine Tochter zur Ehe gab; und die bekam ihnzum Christentum herum. Der Verfasser (al-Bekri) sagt: Somit zeigt der Berichtdes Ibrahim an, daß sein (des Bulgarenkönigs) Übertritt zum Christentum nach300 der Hedschra 3 ) stattfand; andere aber sagen, daß die, welche von ihnen dasChristentum annahmen, es zur Zeit des Königs Basilios 4 ) annahmen, und sie ver-harrten in ihrem Christentum bis auf den heutigen Tag.

Ibrahim fährt fort: Konstantinopel liegt von den Bulgaren im Süden, und fernersind im Osten und Norden die Petschenegen 6 ) ihre Nachbarn, und im Westenvon ihm (Konstantinopel) ist der See von Benädschia 6 ) (Venedig). Das ist einMeerbusen, der vom Syrischen (d. i. Mittelländischen) Meer ausgeht zwischen demGroßen Land (Italien) und Konstantinopcl, so daß er sich am Großen Land, denKüsten von Rüma und den Küsten von Albrqrija 7 ) hinzieht und bei Anfurläna 8 )endigt. Alle diese Gebiete bilden also eine einzige Halbinsel, welche das SyrischeMeer im Süden und der Meerbusen (eigentlich: Arm) von Benädschia von derOst- und Nordseite umgibt, und der (auf dem Landwege) ein Zugang nach Westenbleibt. Die Slawen bewohnen 9 ) beide Ufer dieses Meerbusens von seinem Ausgangan im Westen im 10 ) Syrischen Meer. Im Osten aber von ihnen wohnen die Bulgarenund im Westen andere Slawen. Diejenigen, welche im Westen von ihm (dem Meer-busen) wohnen, sind die tapfersten, und die Bewohner jener Gegend rufen sie zuHilfe und hüten sich vor ihrem Angriff. Ihre Länder sind hohe, schwer passier-bare Gebirge.

Im allgemeinen sind die Slawen (S. 39) kühn und angriffslustig, und, wennsie nicht in eine Menge von sich verästelnden Zweigen und sich trennenden Unter-

*) ciXj^jLo . Aus diesem Namen graphisch Magdeburg zu gewinnen, ist kaum möglich,während Merseburg coj»Lo eine leichte Konjektur wäre.

) Der Genetiv Plur. tritt vulgär schon zeitig für den Nominativ ein, deutet hier wohl abernoch auf ein ausgefallenesKönig". Das Singularsuffix in tanassura-hu und der folgende Sin-gular häsara zwingen, ein ausgefallenes malik König anzunehmen.

) Sezession, nicht Flucht, wie fälschlich noch häufig übersetzt wird. Das Jahr 300 h. ent-spricht, da es sich um Mondjahre handelt, dem Jahr 912/13 christlicher Zeitrechnung.

l ) Basüs, Codex Landberg: Basbüs, wohl aus Basiüs verschrieben; eine Silbe ist ausgefallen.6 ) In JuAjlil verstümmelt.6 ) Text Benähia.

) So auch Codex Landberg, Rosen riet auf die Langobarden, Westberg setzt diese Kon-jektur in den Text.

) Nach Jirefiek verschrieben aus al-Furläna = Friaul (Forum Julii); die Friauler werdenheute noch Furlaner genannt.

) Lies mit Codex Landberg: jaskunü statt jaksü bekleiden, das noch Westberg durchbe-decken" wiedergibt.

l0 ) Vielleicht ist statt f! (in) min (von) zu lesen.