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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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warfen Pfeile nach den andächtigen Kreuzfahrern und verwundeten ihrermehrere, andere richteten auf den Mauern Kreuze auf und übten an ihnenihren Mutwillen, andere, die Prozession nachäffend, folgten auf der Mauerden Christen und kränkten sie durch ihren Spott. Nachdem die Prozessionins Lager zurückgekehrt, ward auf den nächsten Donnerstag der allgemeine

Angriff auf die heilige Stadt bestimmt.-------

(An dem ersehnten Tage war) ungeachtet aller Vorteile um die siebenteStunde, selbst nachdem der Herzog von der Normandie und Tankred beimStephanstore die Mauer durchbrochen hatten, so wenig Hoffnung zur Er-oberung der heiligen Stadt, daß die Fürsten beschlossen, die von dem Feuerund den Steinen der Belagerten sehr beschädigten Maschinen zu entfernenund an dem folgenden Tage den Angriff zu erneuern. Die Ritter jammertenlaut, daß Gott sie nicht würdig halte, die heilige Stadt einzunehmen, das Kreuzanzubeten und das heilige Grab zu erblicken, das Volk kehrte betrübt insLager zurück. Plötzlich um die Stunde, in welcher der Heiland ans Kreuzgebracht war, erblickte Herzog Gottfried von Bouillon auf dem ölberge einenRitter, welcher seinen blitzenden Schild schwenkte und damit dem VolkeGottes das Zeichen zur Fortsetzung des Kampfes gab. Herzog Gottfried riefdie Ritter und das Volk zurück, alle begannen die Arbeit mit neuen Kräften,des Sieges gewiß. Die Weiber erquickten die Männer durch Speise und Ge-tränk und ermunterten sie zu mutigem Kampfe und unverdrossener Arbeit.Binnen einer Stunde war die vordere Mauer niedergeworfen, das Tal aus-gefüllt, und des Herzogs Turm stand an der Mauer. Das auf seiner Spitzevon Gold blitzende Kreuz mit des Herrn Jesu Bilde, nach welchem die Un-gläubigen immer vergeblich gezielt, kündigte den Sieg Christi über Mohammeddem Volke Gottes an. Bald darauf ward auch des Grafen Raimund Turmder Mauer so nahe gebracht, daß die Wallbrüder aus ihm mit ihren Lanzendie Ungläubigen auf der Mauer erreichen konnten.

Die Wallbrüder erneuerten nun den Kampf mit hoffendem Mute. Die Musel-männer widerstanden mit verzweifelnder Tapferkeit, aber dem nahe an dieMauer gerückten Turme des Herzogs konnten ihre Maschinen wenig schaden,und wo die Hürden, womit er bedeckt war, beschädigt wurden, da half HerzogGottfried mit eigner Hand den Schaden verbessern. Desto wirksamer warendie Wurfmaschinen aus den Türmen, indem Herzog Gottfried diejenigen,welche sie bedienten, zu unverdrossener Arbeit aufmunterte. Es gelang end-lich einigen Jünglingen, die mit Stroh und Baumwolle gefüllten Säcke, womitdie Ungläubigen die Mauer zu schützen gesucht, vermittelst brennender Pfeilein Brand zu bringen, der Rauch ward durch einen Wind aus Norden auf dieMauer getrieben; die Streiter, durch ihn im Kämpfen gehindert, verließenverzweifelnd ihren Stand, und aus dem zweiten Stockwerke des Turmes fieldie Fallbrücke auf die Mauer, unterstützt von zwei Balken, mit welchen dieUngläubigen die Steine der Belagerer abgewehrt hatten. Die beiden BrüderLudolf und Engelbert waren die ersten, welche die Mauer Jerusalems er-stiegen, und ihnen folgten bald Herzog Gottfried selbst, der in dem oberstenStockwerke sich befand, seine Brüder Eustach, der Herzog von der Normandieund der Graf von Flandern nach. Die andern Wallbrüder, welche nicht durch

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