lieh begründetes Imperium haben, um jedermann bei seiner Freiheit zu er-halten. Aber offenbar ist es doch, daß er den Schwerpunkt in seine Autoritätlegen wollte. Nicht allein die Forderung der Regalien ist es, was die Gärungveranlaßte, sondern eben dies Prinzip, welches gerade in seinem Verhältniszu Mailand erscheint. Die Abkunft bei dem Frieden mit Mailand war gewesen,daß die städtischen Obrigkeiten frei gewählt, aber vom Kaiser belehnt werdensollten. In Roncaglia aber wurde beschlossen, daß der Kaiser die Obrigkeiternennen sollte, unter Beistimmung des Volkes; eine leichte Abwandlung,welche aber den ganzen Unterschied in sich schließt.
So entfaltete das Kaisertum auf dem Tage von Roncaglia noch einmal allenseinen Glanz. Aber bei der Ausführung dieser Beschlüsse, namentlich beiErnennung der Obrigkeiten, zeigten sich nun unermeßliche Schwierigkeiten.Der Kaiser schickte einige der vornehmsten Fürsten, um die neuen Einrich-tungen durchzuführen. Auch die Einkünfte des mathildischen Hausgutes,welche Weif gehörten, ließ er wieder sammeln, um sie an Weif zurückzugeben.Der Kaiser und die Weifen hätten so ihre Macht in Italien vereinigt. Dasaber erweckte nun den größten Widerstand. Der Forderung der Regalienhätten sich die Mailänder vielleicht gefügt, aber jene Änderung in der Be-setzung der Obrigkeiten setzte sie in Wut. Hier wie in den meisten anderenStädten wurden die Kommissarien, welche unter dem Namen Podesta er-scheinen, zurückgewiesen. Denn hierdurch wurde das eigentlichste Momentihrer Verfassung verletzt. Abgesehen von den Nebensachen: auf der einenSeite stand die kaiserliche Autorität, die sich auf das alte Herkommen desrömischen Rechts und den Begriff der Gewalt stützte, wie sie damals aus-gebildet worden war, zwar keine Unterwerfung forderte, aber auch keinevöllige Freiheit zugestand; auf der anderen Seite die städtische Unabhängigkeit,die durch den Gang der Dinge ein starkes plebejisches Element in sich auf-genommen hatte.
Hierüber mußte es nun zum Kampfe kommen. Gleich bei dem ersten Ver-such in Mailand erhob sich ein populärer Tumult. Friedrich leitete ein Ver-fahren ein, welches mit einer neuen Ächtung der Stadt endigte. An demTage dieses Beschlusses aber griffen die Mailänder die kaiserliche Burg Trezzoan, in welcher der Schatz aufbewahrt wurde, und nahmen sie mit Gewalt.Mit welcher Wut der Kampf entbrannte, sieht man daraus, daß man demKaiser selbst zuleibe gehen wollte. An einem der schönsten Punkte derAdda, wo er sein Gebet verrichtete, geschah der Versuch, ihn in die Flut zustürzen, dem er nur mit Mühe entging. So gewaltsam entbrannte dieserKrieg. Die Städte sahen dem Äußersten ohne Schrecken ins Auge: nächstder Freiheit sei das Schönste, für die Freiheit zu sterben.Zuerst griff der Kaiser Crema an. Nach hartnäckigem Widerstände mußtees sich überliefern. Hierauf ward das gewaltige Mailand eingeschlossen.So groß sie auch war, so wußte man doch der Stadt alle Lebensmittel ab-zuschneiden. Durch den äußersten Mangel sah sie sich dann endlich genötigt,sich zu ergeben und um Gnade zu flehen. Am i. März 1162 erschienen dieEinwohner vor dem Kaiser in Lodi. Der Kaiser erklärte, daß er Milde undGerechtigkeit vereinigen wolle. Die Milde war, daß er den Schuldigen das
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