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2 (1926) Sicht in Vorzeit und Mittelalter
Entstehung
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dem Palmzweig, den man im Garten Abrahams gebrochen. Um das Eigen-tum dieses geweihten Bodens wurde zwei Jahrhunderte hindurch gekämpft.Von dorther kamen auch in großer Zahl kostbare Reliquien, ohne deren Be-sitz keine Kirche, kein Kloster den Ruf besondrer Heiligkeit erlangen konnte.Vorzügliche Kraft mußte denjenigen solcher Überreste eigen sein, welchemit dem Leiden und Opfertode des Heilands in naher Beziehung standen.Die wiedergefundene Dornenkrone erblühte von Rosen, deren himmlischerDuft die Siechen heilte. Die Lanze, mit der des Erlösers Seite durchstochenworden, zu Antiochien ausgegraben, belebte wunderbar den gesunkenen Mutder Kreuzfahrer. Das heilige Kreuz ward in den Schlachten der Könige vonJerusalem vorgetragen, und wenn dieses unterblieb, war auch kein Sieg zuhoffen; so begierig waren die Waller, ein Stück vom Kreuzesholze heim zubringen, daß man diesem fortwährendes Wachstum zuschreiben mußte. Alsim Jahre iioi Cäsarea mit Sturm erobert wurde, fanden die Pilger in einerKirche daselbst die herrlich gearbeitete, sechseckige, smaragdgrüne Schüssel,deren der Heiland beim Genüsse des Abendmahls sich bedient; sie fiel denGenuesern zu, welche sich dieselbe, bei Teilung der Beute, für eine hoheSumme aufwiegen ließen. Die Genueser weihten dieses Gefäß ihrer Haupt-kirche, wo es während sieben Jahrhunderte als ein teures Kleinod ver-wahrt und nur einmal jährlich der Verehrung des Volkes ausgesetzt ward.(Ludwig Uhland, Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage, 186573.)

MOHAMMED

Das ist der Islam, die Religion, die Mohammed gab: daß ein einiger Gottund Mohammed sein Prophet ist, durch den das Gesetz Mosis und Jesu dieVollendung erwarb. Nicht eine neue Lehre gab er, sondern eine den Begriffen,Vorurteilen und Neigungen der morgenländischen Völker angemessene Aus-malung der Lehre, die so alt ist als die Welt. Weiter gab er das Gebot vielerWaschungen, den Sitten und Bedürfnissen warmer Länder gemäß; das Gebotfünf täglicher Gebete, auf daß der Mensch über sich und die sinnliche Weltsich emporschwingen lerne; das Ramadhanfasten, das Almosen eines hundert-sten Teils vom Vermögen, die Wallfahrt nach Mekka, wie von diesem allemdie Anlage oder Sitte schon war. So ist die Untersagung des Weins undSchweinefleisches, die Beschneidung, die Feier des Freitages, teils älter, teilsneuer, oder angeraten mehr als geboten. Er gab den Umständen gemäßeGesetze, eine Religion für Länder, welchen die Wärme und Hoheit des Islamsgrößeren Eindruck machte, als die Streitfragen der damaligen Theologen derchristlichen Kirche. Die Begeisterung teilte sich mit und erhob die Gläubigenüber alle Sichtbarkeit, über alle Macht vergänglicher Dinge, über den Todselbst. Gleichwie der Aberglaube die Untertanen des griechischen Kaiser-tums niederschlug, so entbrannte der Araber durch die hohe Einfalt seinerdie Leidenschaften weniger einschränkenden Lehre.

Ihre erste Kraft wurde in dem Krieg offenbar, durch den der Prophet seineFeinde zu Mekka unterwarf. An dem Orte Bedr (noch leben allda wall-fahrende Moslemin) erhielt er den ersten Sieg; und selig wurde gepriesen,

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