Druckschrift 
Abdias
Entstehung
Seite
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führte. Dort war der Hammel angebunden,und nachdem Uram belobt worden war,wurde ihm ferner anfgetragen, daß erwieder die Hornlaterne anzünden und nacheinem Manne, etwa dem Fleischer Asser,suchen möchte, welcher gegen Geld denHammel schlachte und theile. Abdias warnämlich wegen der vielen Schmerzen, die erin seinem Leibe hatte, und die denselbenimmer ungefügiger machten, gleichsam alsrieben sie die MuÄeln, die er bewegen wollte,schmerzhaft an einander, oder als strotztensie, nicht leicht im Stande bei der Sache zuhelfen, noch weniger aber, sie selber zu ver-richten, wie er wohl sonst öfter gethan hatte.Der Knabe zündete die Laterne an und eiltefort. Nach nicht gar langer Zeit kam erwieder zurück und führte den Fleischer Asserneben sich. Dieser trat zu Abdias ein,und als man nach einigem Handeln einiggeworden war, erklärte er sich, daß er denHammel schlachten, ausziehen und nach dergesetzmäßigen Art theilen wolle. Abdias nahm die Laterne, leuchtete gegen den Hammel hin,um dessen Zeichen zu sehen und sich zu versichern, daß er der seine sei, und er nicht etwa einenfremden schlachte. Nachdem er über diesen Punkt in Richtigkeit war, sagte er, das Geschäftmöge beginnen. Der Fleischer band sich das Thier, wie er es brauchte, legte es gegen eineGrube, in die das Blut abfließen konnte, und tödtete es. Dann zog er die Haut ab und theiltedas Fleisch in Theile, wie es bedungen worden war und wie es bei den Bewohnern der ver-wüsteten Stadt in Gebrauch gekommen. Der Knabe mußte ihm mit einer Kerze, die angezündetworden war, leuchten. Nachdem all das verrichtet war, und der Fleischer, wie man ausgemachthatte, die Eingeweide genommen und seinen Lohn erhalten hatte, mußte ihn Uram wieder mit derHornlaterne in seine Wohnung zurück geleiten. Als er von diesem Gange abermals nach Hausegekommen war, verscharrten er und Abdias die blutige Grube mit Erde, thaten dann Wasser,Reis und ein Stück Fleisch nebst Salz und Kräutern in einen Topf, machten Feuer, und kochtendas Ganze bei Kameelmist und einigen Resten von Mirthenreisigbündeln, welche nicht verbranntworden waren. Als diese Speise bereitet war, aßen Abdias und der Knabe davon, und trugenauch Mirtha, welche immer innen bei dem Kinde sitzen geblieben war, einen Theil hinein.