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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Die müden Glieder stärkend auszustrecken.

Er gibt den Kriegern einen Wink, welche sich hieraufwieder lagern und weiter plaudern, würfeln und zechen;dann, den Helin abnehmend, zum Pagen.

Hier, Knabe! nimm den Helm, denn ich will ruhen,Wenn es mein heißes Hirn erlaubt, das tobendIn wirren, bangen Phantasien mich peinigt.

(Page nimmt den Helm und zieht sich etwas zurück.)Es klopft und hämmert mir in meinen Schläfen,Und freudlos schweift der Blick auf jenen Kranz,Den mir des Sieges Ruhm gewunden hat.

Ja schaal und bleich ist jeder Glanz des Ruhmes,Wenn ihn der düstre Blick der Sorge trübt.

In Kampfes-Drängen, in der blut'gen Schlacht,Im Augenblick der dräuenden GefahrVerfolgt mich diese grause wilde SorgeUnd krallt mir ihre scharfen Tiegerklauen,Zerfleischend jede Lebensfaser, ein.

(er läßt sich seufzend nieder.)

Page, (für sich.)

Wohl weiß ich, was den hohen Muth ihm beugt?Er denkt daheim an seine Königin.

(der Mönch kommt immer näher, Abuhar überwacht un-bemerkt, aber scharf, jede seiner Bewegungen.)

Tulga.

Begreifst Du, Abuhar, daß ChlodosindaNicht folgte dem gegebenen Versprechen,

Sie, deren Wort so unverbrüchlich ist?

O, diese Qual! Zehn Tage sind vorüber,

Und keine Kunde drang zu mir in's Lager;

Auch keiner meiner Voten kehrt zurück.

Abuhar.

Längst, König Tulga, wär' ich nicht mehr hier,Wenn nicht ein heiliges Gelöbniß michGezwungen hielt', im Lager zu verweilen.Chlodosinda. g