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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Und eine Fluth von wogenden GedankenLäßt mich mein wahres Spiegelbild erschau'».Verrzerrte Züge treten mir entgegen,

Und weltliche Begierden, Herrschergelüste,

Cie richten unverhüllt das Haupt empor.

Ost frag ich mich, ob ich denn besser ward,

Seit ich den Arianer abgeschworenUnd dem katholischen Glauben mich ergab?Und doch, was ist des Menschen kläglich Wissen?Des Jrrthums Nacht umflort den schwachen Blick,Und was wir heute noch als Recht erkannten,Drückt morgen uns als schwere Last darnieder.Drum lege ich mein Werk in deine Hände;

Herr! segne Du den Anfang und das Ende.(Während er langsam abgeht, fällt der Vorhang.)

Dritter Akt.

Freier Platz vor dem königlichen Pallaste.

An beiden Seiten der Pforten halten Leibtrabanten desKönigs Wache.

1. Scene.

Zwei Bürger kommen.

(Erster Bürger.

Was sagt Ihr zu der Trauung mit der Heidin?

Zweiter Bürger.

Daß Euch die Zung' verbrenne! Wißt Ihr nicht,Daß sie den Christenglauben angenommen?

Erster Bürger.

Was? Christin! Sie ist eine Zauberin.

Es thut mir leid um unfern edlen König;

So Unerhörtes ist »och nie geschehen.

Gebt Acht, der Satan holt ihn eines Tages.Chlodosinda 5