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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Zweiter Akt.

Im Klosterhof.

1. Scene.

Brentano, Offnna, Pedro. Fernando und andere Hof--leute stehen umher. Zu beiden Seiten der Pforte sinddie Leibtrabanten des Königs und etwas abseits eineprächtig geschmückte Sänfte aufgestellt. Beim Anfgehendes Vorhangs tritt Chlodosiuda in Begleitung der Priori»in die Pforte des KlosUrs, die reich geschmückt ist. Chlo-dosinda ist in ein kostbares, aber weißes Gewand gekleidet;Ruhe und Würde thronen auf ihrer Stirne. Währendsie »och im leisen Gespräche mit der Priorin auf derSchwelle des Klosters verharrt, spricht

^ssulia (zu Brentano:)

Ein herrlich Weib I Beim Stix! mich wundert's nicht,Daß sie des Königs feurig Herz entflammt.

Und welch ein Adel ruht in ihrem Wesen,

Welch' milde Würde spricht aus ihren Zügen!Wenn sie nicht einem Götterhain entsprossen,

Will ich nicht Herzog von Ossuna sein.

Brentano.

Wer könnte sich mit solchem Reiz auch messen!(seufzend.)

Da mußte die Prinzessin unterliegen.

L-ssuua.

Und doch will es mir scheinen, edler Freund,

Daß Ihr Uraca vorgezogen hättet,

Wenn Euch das Schicksal auf den Thron berufen.

Brentano.

Ich liebte sie, und sie verschmähte mich,

Sie liebte ihn, und er verschmähte sie.

Ossnna.

Das alte Lied! wem hat es nicht geklungen?

Doch hört die Worte uns'rer Priorin!

(Die Priori» schreitet mit Chlodosiuda die Stufen, herunter.)