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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Es war ein traurig schwacher Augenblick,

Der nimmermehr sich wiederholen soll.

Unglücklich kann man Königskronen tragen,Unwürdig aber sollte man es nie.

(zu Nicator.)

Doch wollt Ihr einen Freundesdienst mir leisten,

So sendet einen Boten ab zu Tulga

Und meldet ihm, wie hier die Dinge stehen.

Nicator.

In dieser Nacht noch reitet er von dannen.

Ich aber eile gleich zum Erzbischof,

Um dort Jnsundis' Pläne zu durchkreuzen,

Die, wie ich nur zu sehr befürchten muß,

Jetzt Alles thun wird, um Euch zu verhaften.

Nraea.

Verhaften Dich? Brentano wird Dich schützen!

Nicator.

Er ist der Einz'ge von Hispaniens Großen,

Der hier verweilt; doch ich bezweifle sehr,

Daß seine Macht zu Eurem Schutz genügt.

Uraca.

Und Wamba?

Nicator.

Ist ein Werkzeug unsrer Priester.Doch seit nur unbesorgt! Was auch geschieht,

Ich werde stets Euch treu zur Seite stehen.

Mein nächstes Ziel sei jetzt darauf gerichtet,

Sie hinzuhalten, bis der König kommt.

Dann seid Ihr ja gesichert, seid gerettet.

(ab.)

Uraca späht unruhig nach allen Richtungen umher.Chlodosinda lehnt sich an das Grab ihrer Mutter.

Chlodosinda.

Da stehe ich an Deinem Grabe, Mutter!