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Zum letztenmal seh' ich die reinen Züge,
Zum letztenmal küß' ich die theure Hand.
Leb' wohl! leb' wohl! o Mutter lebe wohl!
(Die Leiche versinkt, der Katafalk schließt sich, die Jung-frauen streuen Blumen darüber aus )
Chor der Jungfrauen.
Gib sie der Erde zurück und lerne selber erkennen,
Daß ein erhabener Tod nimmer uns Grausen erweckt.Beuget das Haupt, Ihr Herrscher der Erde,
Vor der ergreifenden Ruhe des Todes.Mahnend tritt er Euch nah', ja mahnend zu Thaten der Größe,Die Euch unsterblichen Ruhm kommender Nachwelt verleih'».Hebe die Schwingen, o Geist, zu unermeßlichen Höhen,
Du aber, irdischer Leib, kehre zum Staube zurück.
Chlodosinda.
Ich fühle seltsam mich erhoben, Mutter,
Und jede Klage ist in mir verstummt.
Wie klein der Mensch, der nur sich selber lebt!
2. Scene.
Die Vorigen, Alvaro, Hesychius, Eusebius, Nicatorin Begleitung zweier Chorknaben treten auf.)
Chlodosinda
(läßt die Geistlichkeit mit würdiger Ruhe an sich heran-treten.)
Was will die Geistlichkeit Toledo's hierAm Grabe der ermordeten Vasconin?
Alvaro.
Wir fragen Euch kraft unsres hohen Amtes,
Was sollen die Vasconen-Jungfrau'n dort?
Wer rief sie her zur ketzerischen Feier?
Chlodosinda.
War' ich so arm, daß ich als KöniginNicht heimathlicher Pflicht genügen dürfte!