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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Zweiter Bürger.

Ach, was! die heiligen Väter sehen dochWohl schärfer, als Du, blindes dummes Huhn;Sie haben sie geprüft und gut befunden.

Was willst du sie als Hexe nun verschrei'»?!

Erster Bürger.

Des Königs Mutter hat sie doch verflucht.

Zweiter Bürger.

Ja die! nanu! wenn ich zu wählen hätte,Ich wüßte, was ich thäte. Doch wozuSoll Unser Einer sich Gedanken machen?

Zum Denken sind die Heilgen Väter da.

Erst neulich hat ein Pater mir gesagt,

Wenn wir nur glaubten und an gar nichts dächten,So kämen wir ganz sicher in den Himmel.

(gehen vorüber.)

2. Scene.

Zwei Edclleutc kommen.

Erster Edelmann.

Saht Ihr die Königin zur Jagd auszieh'n?

Ein schön'res Weib Hab ich noch nie gesehen.Ehrfürchtig wich das Volk vor ihr zurück,

Als sie an unsres jungen Königs SeiteAuf weißem Zelter aus dem Schloßhof ritt.

Zweiter Edelmann

Ehrfürchtig nennt Ihr das? ich nenn' es scheu.Ter Pöbel sieht in ihr die Zauberin;

Bekreuzigt haben sich die alten Weiber,

Und junge Dirnen stammelten ein AveFür Tulga's arme Seel', von der sie glauben,

Daß sie in Satans Netz gefangen liege.

Laut rief manHeil dem König!", doch man schmieg,Als unsre junge Königin sich zeigte.