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verfahren würde, als wenn man an unbedeutendenFehlern kleben wollte und gute tüchtige Eigenschaftendabei übersehen. Ein Fehlergucker ist meist ein Theo-retiker und kommt, je weiter er in seinem Bedenkenfortschreitet, immer langsamer zu einem Entschluss.Er verlangt schliesslich etwas Vollkommenes, was esnun einmal auf dieser Welt recht selten giebt. Mankann wohl über ein Überbein, welches gut liegt undan dem das Pferd zur Zeit nicht lahm geht, hinwegsehen. Man kann Gallen an ungefährlichen Stellengetrost übersehen. Das Sprichwort: „Wer sich scheutvor Überbein und Galle, hat nie ein gutes Pferd imStalle“, trifft in vielen Fällen zu. Aber vor allenFehlern, welche die Brauchbarkeit nur im geringstenbeeinträchtigen oder später beeinträchtigen könnten,hüte man sich. Es geht übrigens manchmal eigentüm-lich mit F'ehlern. Der Besitzer eines vorzüglichenPferdes, das plötzlich Spat bekommt, wird sich deshalbseiner noch nicht entäussern. Wer aber dasselbe Pferdzum Kauf mustert, wird aus dem Grunde sicher vomKauf abstehen. So geht es aber mit anderen Fehlernauch, die den Besitzer selbst gar nicht mehr stören, andie er sich gewöhnt hat, während sie für jeden anderenentweder ein Kaufhindernis bilden, oder mindestens einniedrigeres Angebot zur P'olge haben werden.
Es giebt gewisse Gewährsfehler, die einen Kaufrückgängig machen können, wenn sie innerhalb einerbestimmten Frist nach dem Erwerb entdeckt werden.Ueber diese muss der Helfer beim Kauf oder ein zuzu-ziehender Rossarzt genau Bescheid wissen.
Man streitet sich darüber, welcher Rasse oderwelchem Pferdeschlage man als Reitpferd den Vorzuggeben soll. Wäre ich ein Engländer, dann würde ichsagen: Wir Engländer haben für jede Gebrauchsartbesondere Schläge und können deshalb die beste Aus-wahl treffen. Ich bin aber ein Deutscher und sage:Wir wollen doch zuerst unsere deutschen Züchter in