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Die technischen Hochschulen in Preussen : eine Darstellung ihrer Geschichte und Organisation nach amtlichen Quellen
Entstehung
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14 Die geschiehtliche Entwickelung der Technischen Hochschulen.

Da Berlin eine besondere Bauakademie hat, so ist dasjenige, wasbesondere Beziehung auf das Feldmessen, Planzeichnen u. s. w. hat, indem Lehrplan derTechnischen Schule absichtlich weggelassen.

Für den Unterricht sind täglich vier Stunden angesetzt, zwei in denVormittagsstunden für den Zeichenunterricht, zwei in den Nachmittags-Stunden für eins der übrigen Fächer.

Am Jahresschlüsse sollen Preisaufgaben gestellt und als PrämienDenkmünzen von Silber oder Erz oder technologische Werke vertheiltwerden. Nur die befähigten Schüler erhalten ein Entlassungszeuguiss, undihre Namen werden öffentlich bekannt gemaeht.

Die untere Klasse hat um Michaelis 14 Tage Ferien, die obere 8 Tageum Ostern und 8 Tage um Michaelis.

Die Technische Schule steht unter der Leitung des Dirigenten derTechnischen Deputation; ihm ist die Oberaufsicht über Lehrer und Schüleranvertraut. In allen, die innere Organisation der Schiüe, die Belohnung,die Entfernung der Schüler betreffenden Angelegenheiten haben die Lehrereine berathende Stimme und sind befugt, ihre abweichende Meinung zurhöheren Kenntniss zu bringen.

Die Schule zählte bei ihrer Eröffnung 13 Schüler und 4 Lehrer. Diesevier waren die Mitglieder der Technischen Gewerbedeputation: ProfessorDr. Schubarth (für Physik und Chemie), die Fabriken-Kommissions-räthe Severin (für Arithmetik, Maschinenlehre, Statik, Mechanik) undFrank (für Linearzeichnen, Geometrie, Perspektive, Maschinenzeichnen)sowie der Architekt Mauch (für Handzeichnen). Die Bezahlung derLehrer erfolgte stundenweise.

Am 1. Oktober 1822 wurde die obere Klasse eröffnet. Auch trafman, um den Zöglingen Gelegenheit zu ihrer praktischen Ausbildung zugeben, die ersten Einrichtungen zu einer mechanischen Werkstatt, einerTischlerei und Modellirwerkstatt sowie zu einem Laboratorium. Mit derZeit entstanden ausserdem eine Kupferstecherei und eine Kunstgiesserei,letztere in Verbindung mit einer Ziselirwerkstatt; daneben reichhaltigeSammlungen von Bronzen und Abgüssen nach der Antike und von Kupfer-stichen. Noch heute sind diese trefflichen Sammlungen unter dem NamenBeuth-Schinckel-Museum in der Technischen Hochschule vorhanden. Ausden Ateliers, die unter Beuth und zum Theil noch unter seinen Nach-folgern sich zu hoher Blüthe aufgeschwungen haben, sind zahlreicheKunstgegenstände in Bronze, Silber, Elfenbein und Holz hervorgegangen,von denen einige wie die Bronzestatuen der Generale Seydlitz, Schwerin,Zieten, Keith, Winterfeld und Dessau auf dem Wilhelmsplatz in Berlinauch dem grossen Publikum bekannt geworden sind.

Schon im Laufe der ersten Jahre machten sich in dem von Beuthentworfenen Schulplane mancherlei Aenderungen nothwendig. Zunächst.musste der Unterricht im Zeichnen, in Physik und Chemie über die an-