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1 (1922) Buddenbrooks : Verfall einer Familie
Entstehung
Seite
208
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nicht lange auf sich warten lassen werde, stieg sie gutenMutes in die Kutsche und ließ sich von der Konsulin sorg-fältig in die warme Pelzdecke hüllen. Auch ihr Gatte nahmPlatz.

„Und . . . Grünlich", sagte der Konsul, „die neuen Spit-zen liegen in der kleineren Handtasche zu oberst. Sie nehmensie vor Hamburg ein bißchen unter den Paletot, wie? DieseAkzise . . . man muß das nach Möglichkeit umgehen. LebenSie wohl! Leb' wohl, noch einmal, meine liebe Tony! Gottsei mit dir!"

„Sie werden doch in Arensburg gute Unterkunft finden?"fragte die Konsulin . . .

„Bestellt, teuerste Mama, alles bestellt!" antworteteHerr Grünlich.

Anton, Line, Trine, Sophie verabschiedeten sich von„Ma'm Grünlich" . . .

Man war im Begriffe, den Schlag zu schließen, alsTony von einer plötzlichen Bewegung überkommen ward.Trotz der Umstände, die es verursachte, wickelte sie sich nocheinmal aus der Reisedecke heraus, stieg rücksichtslos überHerrn Grünlichs Knie hinweg, der zu murren begann, undumarmte mit Leidenschaft ihren Vater.

„Adieu, Papa . . . Mein guter Papa!" Und dannflüsterte sie ganz leise: „Bist dn zufrieden mit mir?"

Der Konsul preßte sie einen Augenblick wortlos an sich;dann schob er sie ein wenig von sich und schüttelte mitinnigem Nachdruck ihre beiden Hände . . .

Hieraus war alles bereit. Der Schlag knallte, der Kutscherschnalzte, die Pferde zogen an, daß die Scheiben klirrten,und die Konsulin ließ ihr Batisttüchlein im Winde spielen,