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1 (1922) Buddenbrooks : Verfall einer Familie
Entstehung
Seite
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Schönheit frei, geschmückt mit einem Atlasband, an demeine Komposition von großen Brillanten flimmerte.

Der Konsul beugte sich mit einer etwas nervösen Be-wegung im Sessel vornüber. Er trug einen zimmetfarbenenRock mit breiten Aufschlägen und keulenförmigen Ärmeln,die sich erst unterhalb des Gelenkes eng um die Hand schlossen.Seine anschließenden Beinkleider bestanden aus einem weißen,waschbaren Stoff und waren an den Außenseiten mit schwar-zen Streifen versehen. Um die steifen Vatermörder, in diesich sein Kinn schmiegte, war die seidene Krawatte geschlungen,die dick und breit den ganzen Ausschnitt der buntfarbigenWeste ansfüllke ... Er hatte die ein wenig tief liegenden,blauen und aufmerksamen Augen seines Vaters, wenn ihrAusdruck auch vielleicht träumerischer war; aber seine Ge-sichtszüge waren ernster und schärfer, seine Nase sprangstark und gebogen hervor, und die Wangen, bis zu derenMitte blonde, lockige Bartstreifen liefen, waren viel wenigervoll, als die des Alten.

Madame Buddenbrook wandte sich an ihre Schwieger-tochter, drückte mit einer Hand ihren Arm, sah ihr kicherndin den Schoß und sagte:

„Immer der nämliche, raon vienx, Bethsy ...?" „Im-mer" sprach sie wie „Ummer" aus.

Die Konsulin drohte nur schweigend mit ihrer zartenHand, so daß ihr goldenes Armband leise klirrte; und dannvollführte sie eine ihr eigentümliche Handbewegung vomMundwinkel zur Frisur hinauf, als ob sie ein loses Haarzurückstriche, das sich dorthin verirrt hatte.

Der Konsul aber sagte mit einem Gemisch von entgegen-kommendem Lächeln und Vorwurf in der Stimme: