686 Dauphin. Davoust.
die dauernde Vereinigung mit der dänischen Monarchie und für freie verfassungsmäßigeRegulirung der Erbfolge durch Regierung und Reichsstande zu gewinnen! Dieser günstigeMoment ist durch die unselige Frecheitsfurcht für immer verloren. Die Erbitterung inden Herzogtümern wächst fortdauernd, zumal seit dem königlichen Patent vom 8. Juli1846, welches bereits Lauenburg und Schleswig Dänemark incorporirt, die In-korporation von Holstein in Aussicht stellt und das verfassungsmäßige Band Schles-wigs mit Holstein, worauf beide und ganz Deutschland mit Recht so großen Werth legen,zwar nicht den Worten, wohl aber der Thal nach zerreißt. Die durch die gereizte Stim-mung der Herzogtümer unfehlbar hervorgerufenen Gegenmaßcegeln und Gegenäußerun-gen von Seiten der dänischen Regierung und der dänischen Organe der öffentlichen Mei-nung gegen die schleswig-holsteinische und die deutsche öffentliche Meinung, sie werden dasUebel nur vermehren. Doch eine genauere Darstellung und Betrachtung dieser ganzenVerhältnisse wird der Artikel Hol stein, Schleswig-Holstein liefern.
Möchte es doch endlich allerwärts klar werden, daß, zumal in einer Zeit, wo, wie inder unsrigen, die Freiheit zum erkannten Lebensbedürfniß für die Völker geworden ist, dieRegierungen durch Freiheitsfurcht ihre Kraft und ihre Existenz gefährden!
C. Welcher.
Danton, s- Französische Revolution.
Dataria, s. Curie.
Dauphin war stit 1349 der Titel der französischen Kronprinzen. Er rührt vonder Provinz Dauphine her, welche 1349 der kinderlose Humbert II. dem KönigePhilipp von Valois unter der Bedingung abtrat, daß der ält.ste Sohn jedes Königsvon Frankreich den Titel Dauphin führe. Dessen Gemahlin hieß Dauphine. Diejüngere Linie der Bourb one hat diese wie andere an die ältere Linie und die königlichenFamilienverhältnisse und die legitimistischen Principien derselben erinnernde Zeichen nachder Julirevolution verschwinden lassen. Nach dem Dauphin, lateinisch Delplrinns, wur-den die bekannten Ausgaben alter Autoren in us»m voffrliini, mit ihren geschmacklosen Er-klärungen oder Eselsbrücken in den Noten, benannt. C. Welcker.
Davoust. Als die Revolution in Frankreich die Schranken gebrochen hatte, welchedurch Geburt, Vorurtheil oder Gunst dem aufstrebenden Talente, der Betriebsamkeit undder Nacheiferung die Bahn zu einem ausgezeichneten Wirkungskreise verschlossen, ent-wickelte die freie Mitbewerbung und der Preis, welcher der Ueberlegcnheit zu Theil ward,die mannigfaltigsten Kräfte auf eine wunderbare Weise. Kaum sah man zu irgend einerandern Zeit in allen Ständen so glückliche Anlagen sich ausbilden und jenen Grad der Voll-endung erreichen, wie das Bedürfniß der Zeit und die Lage des Landes sie in Anspruchnahm. Bedürfte es eines Beweises, daß jede Nation alle schlummernden Kräfte in ihremSchooße trägt, deren Anwendung sie nöthig hat, so würden ihn düse Zeit und die ihr ähn-l!chen.Zeiten liefern, denen es nie an hervorragenden Menschen fehlte, fand ihr Bestrebennur eine freie Bahn, Aufmunterung und Anerkennung. Kein Stand zeigte mehr über-legene Talente und größere Befähigung als der des Kriegers, weil der Kampf für Freiheit,Vaterland und Ehre sie weckte und übte, ihnen einen angemessenen Schauplatz und ihremErfolge die verdiente Belohnung sicherte. Wenige Jahre sahen Männer an der Spitzeder Heere, wie Pichegru, Hoche, Massen«, Moreau, Kleber, Bernadetteund Andere, und erst als Napoleon alle Größe sich angeeignet hatte und nur Werk-zeuge derselben gelten ließ, schloß sich die Reihe großer Feldherren; aber große Kriegerfehlten auch ihm nicht, wie wir aus dem Verzeichnisse seiner Marschälle und Generalesehen. Unter diesen nimmt Davoust eine ausgezeichnete Stelle ein.
Davoust (Ludwig Nicolaus), Herzog von Auerstädt, Fürst von Eckmühl undMarschall von Frankreich, zu Anno.ux in der Bourgogne 1770 geboren, stammte auseiner edlen Familie. Seine frühere Bildung erhielt er in der Schule von Brienne, kurzeZeit vor Bonaparte. Im 15. Jahre wurde er Unterlieutenant in einem Reiterregi-mente und entschied sich beim Ausbruche der Revolution für die Sache derselben, die ihmeine so glänzende Laufbahn eröffnen sollte. Als Bataillonsches kam er zur Nordarmee un-