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eigenschaft gebrochen worden und sie der Bildung zugeführl sind, noch Eigenthum undSelbstständigkeit, die ihnen früher genommen worden, besonders noch unter dem absolutenKönige Christian V., worüber man in Dahlmann'S „Geschichte von Dänemark", Bd. III.unter der Überschrift: „Der Bauern Untergang" erbauliche Dinge lesen kann. EinigeGulsherrschaften, wie namentlich der humane Graf Knuth, haben die billigen Wünscheder Bauern erhört und ihnen ihre Besitzungen in Eigenthum verwandelt gegen eine festeAbgabe, während andere sie barsch zurückgewiesen haben und den Freunden des Bauern-standes in der Ständeversammlung in hocharistokratischer Weise entgegentraten. Gegendie Bauernbewegung erließ im letzten Jahre die dänische Kanzlei ein Verbot der Versamm-lungen, aber die Bewegung gewann nur an innerer Energie, und der König, dem vielsei-tigen Andringen nachgebend, hob das Verbot wieder auf. Die Bauern haben verschiedeneVereine gestiftet, theils um ihre Angelegenheiten getrennt von denen der Gutsherrschaftenzu halten, theils sogar um durch Geldbeiträge privilegirte Güter anzukaufen und zu zer-stückeln. Besonders einflußreich dürfte werden „ die Gesellschaft der Bauernfreunde", dahier politisch freisinnige und gebildete Männer an der Spitze stehen und die Gesellschaftwohl schon 4000 Mitglieder zählt. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß in der nächstenStändeversammlung diese Verhältnisse wieder zur Sprache kommen und von Neuem An-träge gegen die Privilegien der Grafschaften und Baronieen und besonders deren Vermeh-rung gemacht werden. Wohin endlich der Sieg hier in dem Kampfe zwischen Demokratieund Aristokratie fallen wird, kann nicht zweifelhaft sein.
Schlimm ist es, daß es Dänemark in der gegenwärtigen gährenden Periode an großenStaatsmännern fehlt, wie der geniale Struensee war und der weise Bernstorff, ja an rechttüchtigen Charakteren überhaupt. In dem Ministerium dänischen Theils ragen hervor:Stemann und Oersted. Ersterer ist ein Mann wohl über 80 Jahre alt, voll Energie, aberdurchaus absolutistisch gesinnt und nicht im Stande, den Geist und die Bewegung dieserZeit mehr zu begreifen. Oersted besitzt ein außerordentlich ausgebreitetes Wissen undeinen humanen Willen, aber ihm fehlt zu einem bedeutenden Staatsmann« die Energieund das plastische Talent. Daher hat er den Erwartungen, welche man von ihm hegte,als die provinzialständische Institution ins Leben trat, nicht entsprochen, ist jetzt, auch schonvom Alter geschwächt, mit Verlust seiner Popularität als königl. Commissarius, ohne einbleibendes Werk gegründet zu haben, abgetreten und hat dem Etatsrath Bang Platz ge-macht. Daß dieser den Anforderungen genügen werde, wagen wir zu bezweifeln. Wäh-rend seiner Wirksamkeit in der Ständeversammlung haben wir nichts Ausgezeichnetes anihm bemerkt; Kunde der Verhältnisse ist ihm nicht abzusprechen, auch wird er wohl einenSchritt weiter gehen als Oersted, hat sich aber durch feindselige Aeußerungen gegen dieAnsprüche der Herzogthümer schon in eine schiefe Stellung gebracht und wird sich wahr-scheinlich ernstlichen und constitutionellen Bestrebungen opponiren. Unter andern öffent-lichen Charakteren traten früher mit einem gewissen Eclat hervor: Algreen-Ussing undProf. David; aber sie haben sich mit der Regierung ausgeglichen und scheinen jetzt vonfrüheren Freiheitsbestrebungen gänzlich zu abstrahiren. Die übrigen und jetzigen Vor-kämpfer der Freiheit haben in den Ständeversammlungen noch nicht Ansehen genug. Unterihnen wird am häufigsten der Adv. Lehmann genannt, ein Mann von Talent, besondersvon Beredsamkeit; aber er hat als Abgeordneter eigentlich noch Nichts für die konstitutio-nelle Frage gethan und hat sich in der öffentlichen Meinung damit ein fatales Dementi ge-geben, daß er sich anfangs weigerte, dem absoluten ciominiam den Homagialeid als Advo-cat zu leisten, jedoch völlig in den Sinn und Willen der Regierung einging, als diese ihmdeshalb die Advocatenbestallung vorenthielt. Für einen Uebelstand in Dänemark müssenwir das Ordens- und Titelwesen halten, das hier wie in den drei Herzogthümern in seltenerBlüthe steht. Alle, welche mit einem Orden oderTitel begnadigt werden, treten in derRangordnung eine Stufe höher als andere ehrliche Leute, was der Eitelkeit, die man unshier im Norden wohl nicht mit Unrecht zu den Fehlern schreibt, immer neue Nahrunggiebt, und leitet nicht selten gar öffentliche Charaktere von ihrer Bahn. In der öffent-lichen Meinung hat es bereits einen bedeutenden Stoß erlitten und scheint immer mehr zusaften, je weiter es sich ausdehnt; eine Reform wäre auch da sehr heilsam.