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3 (1846) [Cal - Deu]
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Dänemark.

Stande nahmen sie an unter einigen Modifikationen, aber die Stände der Herzogthümerlehnten ab, weil sie sie ungenügend erachteten, weil sie eine wirkliche Verfassung begehrenmußten und weil sie durch diese Ausschüsse eine nicht zu wünschende Amalgamirung mitDänemark eingeleitet sahen. Eben wegen des Heranziehens der Herzogthümer nahmenaber hauptsächlich die dänischen Stände an, verstanden sich sogar dazu, daß wenigstenseinstweilen bei den gemeinschaftlichen Berathungen der Ausschüsse die deutsche Sprachevorzugsweise gebraucht werden solle. Wegen Ablehnung der Herzogthümer ließ die Regie-rung das Project liegen und die Stände haben auch die Verfassungsfrage seitdem nicht wie-der zur Sprache gebracht. Sie wurden besonders von den nationalen Fragen in Anspruchgenommen und verwickelten sich damit auf eine üble Weise.

Das nationale Bewußtsein, welches während der letzten Zahre bei allen Völkern Eu-ropas mehr und mehr erwachte, erhob sich auch in Dänemark, wo es theils als ein blosdänisches hervortrat, theils als ein höheres skandinavisches. Während die Regierung dieVerbindung Dänemarks mit den drei Herzogthümern ausrecht zu erhalten und allmäligweiter auszubilden suchte, dabei die Sonderheiten und Eigenthümlichkeiten schonte, nurder Entwickelung und Ausbreitung der dänischen Sprache im Herzogthum Schleswig et-wasVorschub leistete, wofür wohl die persönlichenSympathieen des Königs entschieden, der beiseiner Thronbesteigung erklärte, er sei mit Leib und Seele Däne, verlangten die nationalenParteien im Volke ernstliche Maßnahmen zu näherer Verbindung der Herzogthümer mit Dä-nemark, besonders des Herzoglhums Schleswig, das man als ein Pertinenz Dänemarksbetrachte, und forderten hier zuvörderst Gleichstellung der dänischen Sprache mit der deutschenin allen öffentlichen Angelegenheiten, besonders auch in der schleswigschen Ständeversamm-lung, verlangten deshalb selbst Gewaltmaßregeln gegen die Bewohner jener Lande. Nach-dem schon die beiden dänischen Ständeversammlungen des Jahres 1842 sich in dieser Rich-tung ausgesprochen hatten, nahmen sie diese Fragen in ihrer Diät von 1844 wieder auf.Zuerst beschloß die jütländische Ständeversammlung zu Viborg Anträge, die sich auf diedänische Nationalität in Schleswig und die Staatseinheit bezogen. Hier dämpfte nochetwas der königliche Commissarius Conferenzrath Oersted. In der Ständeversammlungfür die dänischen Inseln zu Rothschild trat man noch viel bestimmter hervor. Hier stellteder Kopenhagener Bürgermeister Algreen-Ussing den Antrag, daß die Regierung declarirensolle, die Herzogthümer und Dänemark bildeten eine Staatseinheit und die Staatserbfolgesei in allen Staalstheilen dieselbe. Zu gleicher Zeit forderte er, daß die Regierung dieseDeclaration mit Gewalt aufrecht erhalten und den Einwohnern der Herzogthümer nament-lich die Diskussion darüber verbieten solle- Hier erklärte sich der königliche Commissariusbeifällig und deshalb erregte die Sache ein außerordentliches Aussehen und eine energischeGegenerklärung von Seiten des Volks der Herzogthümer und der eben noch tagenden hol-steinischen Ständeversammlung. Man ist jetzt eben (Anfang Juli 1846) sehr gespanntauf die Antwort, welche die Regierung den nächstens zusammentretenden Ständever-sammlungen des Königreichs wie der Herzogthümer geben wird. Wahrscheinlich wird siebeschwichtigend und hinausschiebend lauten; damit aber wird die Sache nicht abgethansein, vielmehr werden die Sländeversammlungen auf beiden Seiten sie weiter führen, undnamentlich werden wahrscheinlich die Stände der Herzogthümer Beschlüsse fassen, welchedie Selbstständigkeit jener Lande, die staatliche Einheit Schleswigs und Holsteins und diedeutsche Nationalität sicher zu stellen und weiter zu entwickeln geeignet sind. Diese inter-nationalen und nationalen Fragen bewegen jetzt auch auf beiden Seiten die Bevölkerung;in Dänemark aber machen sich deshalb besonders zwei Parteien bemerklich, die wir etwasnäher ins Auge fassen müssen.

Die beiden Parteien haben wir schon bemerklich gemacht als die dänische und dieskandinavische. Die dänisch - nationale Partei ist einem Geistesverkehr mit den beiden an-dern skandinavischen Reichen nicht abgeneigt, will aber mehrentheils Nichts von einer poli-tischen Annäherung, die zur Einheit führen könnte, wissen, sondern den statu« yuo inDänemark aufrecht erhalten, in der Weise, daß die Erbfolge in Dänemark und den dreiHerzogthümern sich gleich sei, daß die Herzogthümer so viel thunlich in ihren Verhältnissendem Königreiche angenähert, überhaupt beide Therle mit einander möglichst verschmolzen