Dalmatien. 661
gierung zur Emporbringung gegeben. Die dalmatinischen Weine sind feurig, geistvoll undvertragen den Seetransport sehr gut, werden auch in Menge nach Triest, Venedig, Fiumeund Zengh ausgeführt. Die edelsten Sorten sind der Malvasia von Ragusa, der Vogavader Insel Brazza und noch manche andere Sorten"). Auch die dalmatinischen Feigen,obgleich klein, werden ihrer Schmackhaftigkeit wegen im Handel sehr geschützt. Im Jahre1822 zahlte man im Kreise Spalato allein über 200,000 Pfund an getrockneten Feigen.Die Feigenbäume bilden in manchen Gegenden, wie z. B. um Bosstglina, ganze Wäl-der*"). In vielen Gegenden des Landes, so z. B. zwischen Val di Noce und Malsi, trifftman ganze Wälder hochstämmiger Oelbäume an. Dort wird auch in ganz Dalmatiendas beste Olivenöl bereitet, welches an Güte das berühmte luccheser und genuesische Oelübertrifft. Wild wachsend trifft man an mehreren Orten den Oleander, die Färberröthe,das Süßholz, den Waid an '*); ja sogar die Dattelpalme und der Johannisbrodbaum,welche ihre Früchte auch zur Reife bringen, gedeihen unter diesem mehr als italischenKlima '2). Das Mineralreich liefert dagegen bis jetzt noch eine sehr geringe Aus-beute. Kalkstein und Marmorarten, Thoneisenstein und Schwefelkies sind häufig; Zin-nober soll am Fuße der Monti Tartari im Gebiete von Sebenico, Asphalt auf der InselBua, Gyps bei Sign, Feuerstein sehr häufig bei Spalato und mehrere Halbmetalle nochhie und da Vorkommen").
Die Zahl der Einwohner ist auch hier, wie in allen übrigen Ländern der Mon-archie, seit einer Reihe von Jahren im Aunehmen begriffen "); sie belief sich im Jahr1827 auf: 349,780; 1829: 353,839; 1830: 346,556; 1831: 350,588; 1832:355,866; 1833: 358,294 und im Jahr 1834 auf: 364,933. Unter der letzteren Zahlwaren 8050 M. Militair, 188,680 männlichen und 176,253 weiblichen Geschlechtes.Auf die österreichische Geviertmeile kommen somit im Durchschnitte 1680 Seelen; amstärksten bevölkert ist der Kreis von Cattaro mit 3045, am dünnsten jener von Zara mit1304 Seelen auf gleichem Raume. Von dieser Gesammtzahl der Einwohner bekennensich 286,664 zur römisch-katholischen, 69,441 zur orientalisch-griechischen, 202 zur grie-chisch-katholischen, 25 zur evangelisch-resormirten Kirche und 551 zum mosaischen Glau-bensbekenntnisse.
Die Mehrzahl der Einwohner Dalmatiens sind Slaven, Morlaken, mit rein serbi-scher Sprache, im Innern der Kreise Zara und Spalato; Ragusaner und Bocchesen, auchMontenegriner mit illyrischen Dialekten, in den südlichen Landestheilen. Neben diesenwohnen noch Italiener, bosnische Griechen, Israeliten und Deutsche. Die Dalmatiersind ein schöner Menschenschlag, frugal, ohne eben geistige Getränke zu verschmähen,leichten Sinnes, unbekümmert um die Zukunft und daher auch wenig sparsam und thätig,heftiger Gemüthsart und im Zorne schrankenlos leidenschaftlich, religiös, kriegerisch, kühneSeeleute, gewissenhaft in Erfüllung ihres Versprechens, wahre Kinder der Natur, mitallen Tugenden und allen Lastern des Halbwilden; doch ist der Morlake im Ganzen wil-der, roher, minder betriebsam und räuberischer, den alten Vätersitten getreuer, dem Weibegegenüber despotischer als der Küsten- und Inselbewohner. Die Poglizzaner sollen da-
ss Fr. Petter, die Umgebungen von Spalato; in der Wiener Zeitschrift für Kunst,Liter-, Theater und Mode. 1832. 3. Quartal December S. 1195.
10) Jahrbücher des k. k. polytechnischen Instituts in Wien. Wien 1826. IX. Band.S. 235.
11) Ebendas. 1832. 4. Quartal Decbr. S. 1194.
12) Petter in der Wiener Zeitschrift. 1829. I. Quartal, März S. 305 und 18323. Quartal, August S. 786. Ueber die Flora Dalmatiens s. R. de Bisiani's Planta«ruriore« in I>. rscsns «letecta« in den Ergänzungsblättern der Flora oder botanischen Zei-tung. Regensburg 1829- I. Bd. S. 1 — 24. Desselben Planta« vaimatiae nun« priinumellitae. Ebendaselbst. Jahrgang 1830. Nr. 4. S. 49—53, und Fr. v. Melden a. a. O.S. 233—213.
13) S. E. F. Germar's Reise nach Dalmatien und in das Gebiet von Ragusa. Leip-zig und Altenburg 1817. 193 u. f.
14) S. Pr. G. F. Schreiner a. a. O. 2. Jahrgang. 2. Heft. S. 146 u. f.