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3 (1846) [Cal - Deu]
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660 Dalmatien.

höchste Berge, der Dinara (5669 F.), der Biocovo (5521 F.), der Sweti Brdo (5405F.)sind oft gänzlich von Erde entblößt. Am besten ist der Boden um Dernis, Sign undMuch, uqd auch längs der Seeküste und auf den Inseln ist er strichweise ertragsfähig, nurfehlt es, wie in Kalkgebirgsländern überhaupt, nicht selten an genügender Bewässerung.Ohngeachtet es dem Lande weder an Flüssen unter welchen die Narenta, Cetina unddie durch ihre sehenswerthen Wasserfälle ausgezeichneten Kerka und Zermagna die einzigenvon Bedeutung sind noch an Landseen von denen der Jezero, der Bachinsko-Blato, der Jezeraz, der Rastoch und andere, deren manche freilich im Sommer vertrock-nen, genannt zu werden verdienen gebricht; so mangelt es doch in den meisten Gegen-den, selbst an den großen Flüssen, da sie weit hinauf salzig sind, an Trinkwasser für Men-schen und Vieh, welchem Mangel durch Cisternen nur nothdürflig abgeholfen werden kann.Dieser Wassermangel und die Sümpfe, welche die Ebenen längs der Flüsse bedecken, hin-dern, in Verbindung mit dem Felsenboden, auf den man häufig stößt, den Anbau desLandes, noch mehr aber die Rohheit und Indolenz der Bewohner des festen Landes. Flei-ßiger und unternehmender ist der Insulaner, der das adriatische Meer^), das seineHeimath umfluthet und längs der meist senkrecht steilen Küste des ganzen Festlandes vieleVorgebirge, Buchten, Kanäle, Land- und Meerengen und zur Beförderung des Verkehrszahlreiche sichere Häfen und Ankerplätze bildet, zum Absätze seiner Erzeugnisse auf das Bestezu benutzen versteht.

Im Klima findet zwischen den Küstengegenden und Inseln und zwischen dem Hoch-gebirgslande (gemeinhin Is Norlscoliis oder i> Montsno genannt) ein bedeutender Unter-schied statt, dort herrscht eine südliche Vegetation, ja es finden sich sogar tropische Gewächsevor, während landeinwärts schon 2000 F. über dem Meere weder Oel- noch Mandel-und Feigenbäume mehr Vorkommen. Auch Ragusa und Cattaro unterscheiden sich durch2 bis 3 Grade größerer Wärme als die dem Vellebith nähere Gegend von Zara^). DieLuft ist im Ganzen, die Sümpfe und jene Gegenden, wo Seesalz erzeugt wird, ausgenom-men, der menschlichen Gesundheit sehr zuträglich; die mittlere Lebensdauer für Dalmatienberechnet sich nach einem Durchschnitt von 4 Jahren auf 40/^ Jahres. Unter 7581,welche im Jahre 1834 starben, hatten 425 mehr als 80 und 14 ein Alter von mehr als100 Jahren erreicht "). Der Sommer ist sehr trocken, die Hitze groß (im Schatten 25und 28 Grade Reaumur) und auch zur Nachtzeit nicht viel gemäßigter als bei Tage;oft fällt Monate lang kein die Erde erquickender Regen, dagegen in den meisten Nächtenein starker Thau, der es auch allein ist, welcher die Vegetation am Leben erhalt.

An Pro darrten ist es weniger reich als die übrigen Provinzen der Monarchie.Das Thierreich umfaßt alle gewöhnlichen Hausthiere. Im Jahre 1834 wurden 4 Bä-ren und 24 Wölfe erlegt und dafür von der Regierung 595Fl. C. M. Prämien gezahlt'').Das Meer ist an Fischen aller Art, das Gebirge und die Sümpfe an wildem Geflügelreich, und in den ländlichen Haushaltungen wird auch viel zahmes Geflügel gezogen.Die Kraft des Bodens und des Klima ist etwas Außerordentliches, jeder Zweig, in dieErde gesteckt, schlägt Wurzeln und gedeiht auf das Ueppigste^); am meisten scheint aberin diesem Klima die Kultur des Oelbaumes, des Weinstockes und des Maulbeerbaumes zugedeihen, sie ist aber noch auf der untersten Stufe, so viele Mühe sich auch die Landesre-

3) S. Vaterländ. Blätter für den österreichischen Kaisexstaat. Herausgegeben von meh-reren Geschäftsmännern und Gelehrten. Wien 1814. Nr. 87. S- 517 u. f.

4) Fr. v. Melden, Ueber die Vegetation Dalmatiens in I>r. H. Berghaus Anna-len der Erd-, Völker- und Staatenkunde. Berlin 1835. 3. Reihe. 1. Bd. 3. HeftS. 233 u. f.

5) Ehrmann in der österreichisch kaiserl. priv. Wiener Zeitung vom 16. Fcbr. 1836.Nr. 37. S. 211.

6) S. Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode. 1835. 4. Quartal.10. Novbr. Allgemeines Notizblatt Nr. 45.

7) Alle Daten, bei welchen keine Quelle angegeben ist, sind aus Amtsschriften ge-schöpft.

8) Fr. v. Weiden a. a. O. S. 343.