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3 (1846) [Cal - Deu]
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Dalmatien. 659

und für keinen Friedensbruch angesehen wurden. Nun that Selbstvertheidigung Roth.Zur Abwehr und Vertheidigung der Granzen bildete sich eine stehende Gränzmiliz, die fastin stetem Kampfe mit den Türken war, und, weil sie meist aus solchen Leuten bestand, diesich aus den türkischen Provinzen geflüchtet hatten, Uskoken (Ueberläufer) genannt wur-den. Durch die Siege der türkischen Waffen und die daran sich knüpfenden Eroberun-gen der Osmanen sahen sich die Uskoken genöthigt, Dalmatien zu verlassen und nach Zenghauszuwandern. Von dort unternahmen sie in der Folge oft, an der venetianisch - dalma-tinischen Küste landend, durch Dalmatien hindurch unvermuthete Einfälle in das türkischeGebiet. Gegen diese Beunruhigungen und gegen die Seeräuberei der Uskoken suchte Ve-nedig lange vergebens bei dem Kaiser, als Erzherzoge von Oesterreich, eine Abhilfe nachund erhielt auch ebenso wenig, wegen offenbarer Unthaten, Grausamkeiten und räuberi-scher Unfälle, einige Genugkhuung. Die Republik griff darum im I. 1613 zu den Waf-fen und nöthigte den Kaiser in dem Tractate von Madrid, welcher dort am 26. September1617 ratisicirt wurde, in die Versetzung der Uskoken von der Küste in das Innere desLandes zu willigen.

Dalmatien blieb bis zum Ausbruche der französischen Revolution zwischen Ungarn,Venedig und der Pforte getheilt. Diese besaß das ehemalig« serbische Dalmatien und dieSchutzherrschaft über die Republik Ragusa. Den Ungarn, deren König den Titel einesKönigs von Dalmatien führte, gehörten die Umgebungen des Golfs von Quarnero. Dasvenetianisch« Dalmatien erstreckte sich von der Insel Cherso und der äußersten Spitze desGolfs von Quarnero an bis nach Narenta hinab. Die französische Revolution, welcheden Sturz Venedigs in ihrem Gefolge hatte, brachte auch in Dalmatiens Geschick einengroßen Wechsel. Durch den Frieden von Campo Formio (1797) kam das ganze Landunter österreichische Herrschaft; in jenem von Preßburg (1805) kam an Napoleon, wasvon Dalmatien früher venetianisch gewesen, und im Wiener Frieden fügte er auch noch dasungarisch« Dalmatien hinzu, was Alles zu den illycischen Provinzen geschlagen wurde.Zwei seiner Marschälle belohnte er mit Titeln, die von diesem Lande hecgenommen wur-den, den Marschall Soult mit dem eines Herzogs von Dalmatien und den MarschallMarmont mit dem eines Herzogs von Ragusa. So blieb es bis zum Sturze des franzö-sischen Kaiserthrones, aus dessen Trümmern Oesterreich auch Dalmatien erhielt und es mitdem Ragusanischen und einem Theile von Albanien im 1.1816 zu einem Königreicheerhob.

Dalmatiens Festland liegt zwischen dem 32 " 52' 40" und 36 " 40' ö. L. von Ferround dem 41" 47 / Zi" und 44o 25,26" n. Br-, erstreckt sich aber mit Einschluß derInseln im Norden bis 44" 52' 22" und nach Westen bis 32" 13', und gränzt imN.und NO. an die kroatische Militairgranze und im O. an die Türkei, während es im W.und SW. von dem adriatischen Meere bespült wird. Sein Flächenraum umfaßt228 östecr. oder 238 geogr. O Meilen, in seiner größten Breite ist es nur 12^ deutscheMeile, da, wo es am wenigsten breit ist, nur ^ Meile breit. Die ganze Lange beträgt76^ geogr. Meilen. Das ganze Land ist von hohen, gegen W- nicht selten senkrecht stei-len, spärlich bewaldeten, meist dürren Kalkgebirgen, vom Berge Dinars die dinari-schen Alpen genannt, zwischen welchen sich zwar einige fruchtbare groß« Thäler, aber auchviele Steinwüsten vocsinden, bedeckt. Im Norden zieht sich noch ein Theil des kroatischenVellebithgebirges in das Land herein; südlich von Aara bei Ostravizza beginnen schon dieVorgebirge der Monti Tartari, welche beinahe die ganze Zagorie einnehmen, und beiTrau erhebt sich das Mossorgebirge; weiter gegen Süden breitet sich bei Makarska dasBiocovogebirge aus, und an der äußersten Spitze umgiebt der Montenero mit seinen dun-kelgefärbten Kalksteinwänden den Busen von Cattaro (le lioccke 6 i Osttaro). Der Bo-den, nur dürftig bewässert, ja hier und da ganz quellenlos, weil in dem weichen, kalkarti-gen Gestein sich große Einsenkungen und Kessel bilden, in denen sich das Wasser verliertund in den tief eingeschnittenen Thalschluchten vereinigt, erst wieder hervorbricht, ist imGanzen wenig ergiebig, am unfruchtbarsten zwischen der Zermagna und Kerka, Flüssen,die durch ihre Wasserfälle merkwürdig sind, besonders aber in der Buccovizza, welche einewahre Wüste genannt werden kann sehr häufig felsig und im höheren Gebirge dessen

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