Dalmatien.
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rius mit dem byzantinischen Kaiserthnme vereinigt, dessen Schicksale es nun, einen Theilvon Jllyricum bildend, durch mehr als ein Jahrhundert theilte. Die Völkerschaft der Il-lyrier nahm im Laufe der Zeit zum Theile die Sprache der Römer an, der im Gebirge woh-nende Volkszweig hingegen blieb dem eigenkhümlichen Dialekte getreuer. In den Zeitender Völkerwanderung besetzten oder durchzogen viele Nationen auf ihrem Zuge gen Westendie Gaue Dalmatiens. Aus diesen Gegenden, über die er in Folge eines mit den Mini-stern des Honorius abgeschlossenen Friedens zum Präfecten bestellt worden war, brach vorAllen Alarich (400 n. Chr.) nach Italien auf, um sich durch sein gutes Schwert ein nochbesseres Loos zu erkämpfen. Auch der länderverheerende Zug der Hunnen unter Attila'sAnführung traf Dalmatien, ging aber rasch vorüber. Bleibender war im 7. Jahrhun-derte der Druck der Avaren, welche nach der kurzen Herrschaft der Ostgothen, deren großerKönig Theodorich im I. 489 mit Einwilligung des Kaisers Zeno die Herrschaft über Dal-matien erlangt hatte, und nach den schnell vorüberrauschenden Verwüstungen der Scla-vinen (543) sich hier festsetzten, bis die Slaven (Serben und Croaten) in der ersten Hälftedes 7. Jahrhunderts ansingen das avarische Joch abzuwerfen.
Die Ueberbleibsel der hart gedrängten Illyrier wurden nach und nach mit diesen EinVolk und nahmen sogar im Lause der Jahrhunderte viel von der Sprache der Sieger an.Ueber die Küstenstädte, welche sich meist gegen die Anfälle der barbarischen Völkerschwärmedurch ihre starken Mauern zu vertheidigen wußten, übten die Griechen fortan eine ArtOberherrschaft aus, die aber kaum mehr als eine Schattengewalt genannt werden konnte;allein selbst diese dauerte nur bis in jene Zeit, wo das Reich der Franken, nach Besiegungder Avaren, bis in die Gegenden der unteren Save vorgerückt war, und Pipin, Karl'sdes Großen Sohn, auch von der Seeseite festen Fuß an den Küsten Istriens und Dalma-tiens zu fassen versuchte (809). Damals unterwarf sich nach dem Beispiele der Croatenauch ein Theil der dalmatinischen Städte der Oberhoheit Karl's des Großen, welche nachkurzem Kampfe mit den Byzantinern, mit Ausnahme der freien Seestädte Justinopolis,Ragusa, Trau, Zara und Spalato, und der Inseln Veglia, Arbe und Osero, die auchfortan noch unter byzantinischem Schutze blieben, in einem Friedensschlüsse (812) von demKaiser Nicephorus feierlich anerkannt wurde. Kaum ein halbes Jahrhundert dauerte aberdie Herrschaft der Franken in diesen Gegenden. Nach und nach erschlaffte ihr Einflußund ging allmälig wieder auf die Griechen über, und als auch diese keinen wirksamen Schutzgegen Sarazenen und Narentiner den Küsten und dem Seehandel zu gewähren im Standewaren, ergaben sich die dalmatinischen Seestädte und die Bewohner des ganzen Küsten-striches, mit Einwilligung der Beherrscher von Byzanz, gegen das Ende des 9. Jahrhun-derts den Fürsten der Croaten, deren Macht um jene Zeit sehr bedeutend, und deren Herr-schaft ringsum in weiten Fernen anerkannt war. Nur der Seeräuberei ihrer Landsleute,der Narentiner, von der die Küste fortan viel zu leiden hatte, mochten sie nicht steuern.Gegen sie erhoben sich die Venetianer, gegen sie bestanden die venetianischen Dogen Gio-vanni und Orso Partecipazio die Ersten einen glücklichen Kampf^). Nicht so glücklich alsdiese focht Orso's Nachfolger, Pietro Candiano, gegen sie, denen er in schmählicher Flucht,tödtlich verwundet, weichen mußte. Von nun an war die Aufmerksamkeit der Venetianerimmer mehr und mehr auf diese Küsten gerichtet, die abwechselnd den Franken und Byzanzgehorchten, von Croaten und Serbiern überfallen, von den Venetianern der Pirateriewegen gezüchtigt wurden und vielfältig in sich selbst entzweiet oder unter dem Paniere derFreiheit und Selbstständigkeit vorübergehend vereinigt erschienen.
Sowie die Seeräuberei der Narentiner die Venetianer zuerst veranlaßt hat, Dalma-tien zu bekriegen, so gab sie ihnen auch die erste Veranlassung, sich auf diesen Küsten fest-zusetzen. Die der Gegend von Narenta benachbarten Seestädte und der ganze Küstenstrich,die sich allein zu schwach fühlten, um jenen Widerstand zu leisten, faßten endlich den Ent-schluß, die Republik Venedig, mit Abtretung von Vorrechten, um ihren Schutz zu bitten.Die Unterhandlung wurde mit dem Dogen Peter Urseolo II. eröffnet und hierauf festge-
I) S. Vnllreae Osnäiili ellronicoa Iit». VIII. csp. III. u. f. bei iVIurst. ser. rer,ital. Pom. XII. PLZ. 172 u. s. w.
Staatü-Lerlko». III.
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