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3 (1846) [Cal - Deu]
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Dalmatien.

Einfalt, dort für Heuchelei; Dalberg aber fragte nie, wie es genommen ward. Esschien allerdings ein rätselhafter Widerspruch, den ich übrigens noch auffallender in demBischof Gregoire gefunden habe- Dieser Mann, in der Aufklärung und Wissenschaftso hoch gestellt, in Staatsrecht und Staatskunst nach den Begriffen der hergebrachten Re-gierung und Regierungsweisheit ein arger Freigeist und Ketzer, zerfloß vor den Stufeneines Altars in Thränen und schien beim Abendmahl gefühllos von aller Welt abgezogenund in die Tiefen des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes verloren. So war Dal-be r g, und in gar vieler Beziehung von Gregoire so höchst verschieden, kam er ihm gleichan Frömmigkeit, und diese Frömmigkeit war bei Beiden ohne Heuchelei.

WasDalberg als Schriftsteller gewesen ist und geleistet hat, zeigen seine Werke,deren Zahl in deutscher, französischer und lateinischer Sprache von größerem oder geringe-rem Umfange sich auf dreißig beläuft. Auch hat er mehrere Aufsätze in die gelesenstenZeitschriften, den deutschen Merkur, die Horen, das Morgenblatt und andere geliefert.Das größte Aufsehen haben seineBetrachtungen über das Universum" gemacht, die mitgroßem Beifall ausgenommen wurden. In denselben ertheilt er einem Regenten die Vor-schrift:Willst du deine Unterthanen glücklich wissen, strebe nach drei Dingen: daßKeiner hungere; daß Jeder beschäftigt sei; daß Alle gerecht und wo möglich liebend seien!Das sind in allen und jeden Fällen Bedürfnisse zur Glückseligkeit. Vermeide unnöthigeVeränderungen! Du weißt, wie sehr die Menschen an Gewohnheit, an individuellerAehnlichkeit hängen." I. Weitzel.

Dalmatien, das einzige Land Oesterreichs, worin die Bemühungen der Regie-rung für die Verbreitung der Civilisation und für die Erhöhung des Volkswohlstandes nurspärliche Früchte aufkeimen sehen, und allwo die rohe Kraft verwilderter Söhne der Naturnoch immer aller Künste einer wohlducchdachten Administration spottet, bildet einen schma-len Küstenstceif längs der Ostseite des adriatischen Meeres, welcher durch zwei türkischeLandstriche, die, gleich schmalen Erdzungen, bis an das Seegestade sich erstrecken, in dreiTheile zerschnitten wird. Dalmatiens Geschick war von jeher, die Zeit der festbegründetenRömerherrschaft etwa ausgenommen, nicht das erfreulichste. Die bedeutende Stadt Dal-mium oder D elminium soll, nach Strabo (VII. 5.), dem Volke der Dalmatier denNamen gegeben haben. Dieses bestand aus vielen durch ein Bündniß vereinigten kühnenStämmen, welche, zwar arm (sie bedienten sich keines gemünzten Geldes), aber kriegerischund freiheitliebend, den Römern lange einen erfolgreichen Widerstand leisteten, die zuerstunter dem Eonsul E. Martius Figulus (im I. 597 Roms), später unter Scipio Nasica,En. Casconius und Asinius Pollio sich nach und nach der Küstenorte bemächtigten. Da-durch verdrängten sie viele dalmatinische Volksstämme vom Meere, welches sie bisher durchihre kühne Seeräuberei unsicher gemacht hatten, ins Innere und nöthigten sie zum Acker-baus. Da jedoch das Land felsig und arm ist und sich zum Feldbaue wenig eignet, so ver-minderten sie sich, wie Strabo erzählt, außerordentlich, ja manche Stämme gingen ganzzu Grunde.

Nur allmälig, spät und nicht ohne vieljährigen Kampf kam die Unterwerfung derDalmatier zu Stande. Erst dem schlauen Octavius gelang es, auch die Kraft dieses Vol-kes, wie so vieler anderer, zu brechen und ihnen endlich das ungewohnte und verhaßte Jocheiner den Menschen entwürdigenden Knechtschaft aufzulegen, welches abzuschütteln sie beijeder sich irgend darbietenden Gelegenheit eifrigst bemüht waren. Dalmatien war nuneine römische Provinz und blieb es von da an auch bis in die Zeiten des sinkenden Roms.Zwei römische Legionen erhielten von nun an in Dalmatien ihre Standquartiere, währendzugleich eine römische Flotte im adriatischen Meere kreuzte, um die mühsam errungeneHerrschaft zu behaupten. Für den Verlust der Freiheit entschädigten die römischen Kaiserdas Land durch zahlreiche Städte und Paläste, deren großartige Trümmer noch jetzt man-chem Orte eine Bedeutung verleihen, die er sonst nicht erlangt hätte, uyd darunter vorzüg-lich wo nun Spalato dem einst so stolzen Salona,in dessen Garten Diocletianreineren Lebensgenuß als früher auf dem Throne fand."

Bei der Theilung des Reiches unter die Söhne Theodorich's des Großen blieb Dalma^tim zwar bei dem abendländischen Kaiserreiche, wurde aber schon nach dem Tode des Hono-