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Dalberg.
spiel der Halbinsel ward beachtet. Gleiche Gefahren und dieselbe Noth riefen gleiche Ge-sinnungen und denselben Widerstand hervor. Deutschland blieb nicht hinter Spanien zu-rück. Im Stillen hatten sich deutsche Gesinnungen für Recht, Freiheit und Vaterlandausgebildet, durch gegenseitige Mittheilung gestärkt, besonders jugendliche Gemüther mitBegeisterung erfüllt, und als der Tag der Entscheidung kam, stand ein Heldenvolk demerstaunten Feinde gegenüber. Auf heimischem Boden spricht für den eingedrungenen Frem-den kein Gesetz, und was er immer gegen den Willen seiner Bewohner versuchen oder thunmag, das Unrecht ist auf seiner Seite. Die Schlacht von Leipzig entschied DeutschlandsLoos und befreite es von der französischen Herrschaft. Mit Vergnügen weilt das Augeauf dem schönen Bilde dieser Zeit großherziger Gesinnung und bemerkt die Schatten kaum,die seinen Glanz verdüstern. Und doch kann man nicht ohne Wehmuth auf diese Schattensehen, und ein schmerzliches Gefühl ergreift die Brust, wenn man auch hier das Höchstemit dem Niedrigen, das Größte mit dem Kleinen in widriger Mischung findet. Aber wieselten ist Menschliches frei davon! Eine ungeheure Macht war fast wunderbar gebrochen,und wie sie im Sinken war und des Beistandes bedurfte, statt ihn zu geben, sah sie sichverlassen. So lange das reiche Haus in glänzendem Uebezflusse eine kostspielige Gastfrei-heit übt, drängt der zahlreiche Besuch sich zur wohlbesetzten Tafel, und dem freigebigenWirthe fehlen Schwärme ergebener Freunde nicht. Ist der Vorrath erschöpft und Man-gel tritt an die Stelle behaglichen Wohlstandes, dann leeren sich die Gemächer, die Gästeverlieren sich, die laute Theilnahme verstummt und der Schauplatz fröhlicher Lust ver-ödet. Was die Welt Ergebung und Freundschaft nennt, ist oft nur eine Schmarozer-pflanze des Glücks. Napoleon erfuhr es, und im Kreise seiner nächsten Umgebung,die er in seiner Größe zu sich erhoben hatte, sagten sich, da er fiel, auch die Begünstigtstenvon ihm los, von Becthier und Marmont bis auf Rustan herab. Doch wireilen der Geschichte vor; die schwere Prüfung, die der Kaiser zu bestehen hatte, sollte spä-ter kommen.
Deutschland ward frei von fremdem Joche. Preußen erhob sich, um es zu brechen.Oesterreich schloß sich dieser Macht und Rußland an, und da über den politischen Erfolgkaum mehr ein Zweifel war, trat auch Baiern bei, dem die meisten Fürsten des deutschenBundes folgten. Dalberg hatte sich im September 1813, also drei Wochen vor derSchlacht bei Leipzig, von Aschaffenburg nach Constanz begeben, wo er einige Angelegen-heiten seines Bislhums mit mehreren Schweizerkantonen ordnete. Unterdessen waren imSiegeszuge die verbündeten Monarchen dem feindlichen Heere bis an die Ufer des Rheinsgefolgt und hatten ihr Hauptquartier nach Frankfurt verlegt. Das Großherzogthum warddurch eine Entscheidung vom 6. November einer provisorischen Verwaltung übergeben.Dalberg machte einen Versuch, die verbündeten Monarchen über seine Lage und wah-ren Gesinnungen aufzuklären, und schickte zu diesem Ende seinen Kammerherrn und Ge-heimenrath von Varicourt nach Frankfurt an sie ab. Der Erfolg ließ sich vermuthen,und Dalberg gab sich wohl keiner Täuschung hin. Schon im November hatte er sichzu Eonstanz mit seinen bewährtesten Freunden berathen, was unter den drohenden Ver-hältnissen zu thun sei. Der Berathung wohnten unter Anderen der Generalvicar vonWessenberg und der Weihbischof v. Kolborn bei. Allen schien die Lage nicht verzwei-felt und noch günstige Wechselfälle darzubieten, wenn sich der Fürst Primas nur zu dengeeigneten Schritten verstehen wollte. Da gab er die bestimmte Erklärung ab, daß er diegroßherzogliche Regierung niederlege, aller weltlichen Macht entsage und sich nur als Erz-bischof von Regensburg betrachte. Zugleich bestätigte er zum Schrecken Aller den ihm vonNapoleon ernannten Nachfolger, den Prinzen Eugen. Das schien nun eben nichtder geeignete Schritt, um das Wohlwollen der hohen Verbündeten zu gewinnen oder dieöffentliche Meinung in Deutschland mit sich zu versöhnen. Alle Versuche, Dalberg vondiesem Entschlüsse abzubringen, waren indessen vergebens. In einer Erklärung vom 24.November, die er den Schweizerkantonen, mit welchen er einige kirchliche Angelegenhei-ten zu ordnen hatte, mittheilen hieß, heißt es wörtlich: er werde sich in Zukunft den Pflich-ten seines bischöflichen Amtes um so ungestörter und sorgfältiger widmen können, da erallen weltlichen und Staatsgeschäften nun entsagt habe. Am Ende des Jahres 1813