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um sich greifende Gewaltherrschaft in billige Schranken zurückzuweisen. Die Rheinbunds-truppen nahmen an diesem Kriege in den Reihen der Franzosen Theil, wie sie früher schonnach Spanien getrieben worden waren, um es für einen Bruder Napoleon's in Besitzzu nehmen. Wie man Frankreich haßte, so trug man diesen Haß auf Alle über, die sei-ner Sache dienten. Dalberg ward davon sein reicher Theil, den er durch eine Prokla-mation vermehrte, die er bei dem Ausbruche des Kriegs mit Oesterreich erließ. Ec sagtein derselben: „Es ist unzweifelhaft, daß die Könige und Souveraine, deren Vereinigungden rheinischen Bund bildet, lebhaft empfinden, daß die Unverletzlichkeit ihres Gebiets,die Sicherheit ihrer Besitzungen, die Erhaltung des Friedens, diese Quelle des öffentlichenWohls, die wesentlichen Beweggründe ihrer Vereinigung waren; daß ihre wechselseitigeEintracht und das Zutrauen zu ihrem Schirmer und Beschützer Sr. Majestät dem KaiserNapoleon die Grundveste ihrer Sicherheit ausmachen; daß keine Anstrengung ihnenunmöglich scheint, wenn es darauf ankommt, die politische Existenz ihrer Staaten, dievon dem allgemeinen Wohle unzertrennlich ist; zu erhalten. Dies ist die öffentliche Mei-nung; es sind die Völker, welche man beruhigen muß, wenn man verbreitet, daß dieSouveraine, welche sich beeiferten, in die rheinische Conföderation einzutreten, wider ihrenWillen in eine Verbindung gezogen worden seien, welche doch ihre Sicherheit ausmacht,welche sie in den Stand setzt, für ihr und ihrer Unterthanen Wohl alle von der souverainenUnabhängigkeit unzertrennlichen Vortheile zu entwickeln. Da Wir als Primas die Ehrehaben, das Organ der rheinischen Conföderation zu sein, so erfüllen Wir diese Pflicht.Ja, Völker, der Heroismus des erhabenen Beschützers und die vereinten Anstrengun-gen der conföderirten Könige und Souveraine werden mit göttlichem Beistände denfesten und dauerhaften Frieden (des Himmels schönstes Geschenk) aufs Baldigste zu-rückführen."
Den Krieg mit Oesterreich endete der Wiener Friede, dem diese Macht neue schwereOpfer bringen mußte. Bedeutende Landestheile wurden abgetreten, die Napoleon sei-nem Reiche einverleibte oder an Rheinbundsfürsten verschenkte. Die älteste Tochter desKaiserhauses ward mit ihm vermählt, und in einem Vertrage, den beide Reiche schloffen,machten sie sich verbindlich, im Falle eines Krieges sich gegenseitig mit dreißig tausendMann zu unterstützen. Es ließ sich erwarten, daß diese Verpflichtung bald ihre Anwen-dung finden werde. In der Natur Napoleon 's lag der unwiderstehliche Zug, so weitzu gehen, bis er Schranken fand; er selbst setzte sich keine. Am 3. März 1810 erließ eran den Senat eine Botschaft, in weicherer demselben die Ernennung seines lieben Soh-nes, des Prinzen Eugen Napoleon, nach dem Tode des Fürsten Primas zum Groß-herzoge von Frankfurt verkündigte. Das Recht, dem Fürsten Primas einen Nachfolgerzu geben, hatte er sich durch den 12. Artikel der Rheinbundesacte Vorbehalten. Das Groß-herzogthum Frankfurt ward zugleich mit dem Fürstenthum Fulda und der Grafschaft Hanauvergrößert. In demselben Jahre machte Dalberg eine Reise nach Paris, die er 1811auf eine Einladung Napoleon's zur Feier der Geburt des Königs von Rom zu wieder-holen genöthigt war-
Endlich gelangte man zum letzten Acte des großen Dramas. Der denkwürdige ent-scheidende Krieg mit Rußland begann. Napoleon bot die Kräfte eines halben Welt-theils auf, um die Unterwerfung der andern Hälfte zu vollenden. Nie hatte man einegrößere Macht gesehen, nie schien die Herrschaft eines Menschen begründeter und fester.Es sollte anders kommen. Was Menschen mit menschlichen Anstrengungen nicht ver-mocht, das that die Natur, die mächtiger ist als Menschen-Macht. Ein treffendes Bildder furchtbaren Ereignisse des beispiellosen Kampfes hat der jüngere Segur mit Meister-hand gegeben: „Napoleon und die große Armee-" Die Geschichte ist ein Epos, und dieEinbildungskraft vermag sich kaum zur Wirklichkeit zu erheben. Was den Riesenbau derWeltherrschaft vollenden sollte, warf ihn in Trümmer. Spanien war der Fels, an demsich der reißende Strom der französischen Macht zuerst gebrochen hat; an Rußland sollte siezerschellen. Der Mann, der keine stärkere Kraft als die des Schwertes kannte, sah be-troffen, wie Glaube, Gesinnung und Meinung des Volks ihm mit Heldenmuth entgegen-trat und eine moralische Stärke erzeugte, der die physische nicht gewachsen war. Das Bei-