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3 (1846) [Cal - Deu]
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648
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648 Dalberg.

sie säen, und haben sie einen Götzen als eine Gottheit zur Anbetung auf den Altar ge-stellt, dann kann ihnen auch nur die Seligkeit des Götzendienstes werden.

Napoleon und Dalberg kannten sich nicht persönlich. Da Jener im Septem-ber 1809 nach Mainz kam, wo er sich einige Zeit aufhielt, bcschied er die Fürsten deut-scher Nachbarländer und unter ihnen auch den Kurerzkanzler dahin. Dalberg gründeteohne Zweifel freundliche Hoffnungen für sein Vaterland auf diese Zusammenkunft mit demManne, in dessen Hand sein eigenes und Deutschlands Schicksal lag. Ob er diesenMann wohl kannte, ihn, den sublimen Egoisten, der das Universum nur in sein Ich unddas Nicht-Jch zu theilen wußte und dieses jenem untervrdnete als Mittel dem Zweck; derden Versuch, die Moral mit der Politik zu einen, für so verdienstlich und erfolgreich hieltals das Bemühen, den Stein der Weisen zu erfinden, und diese Einigung nur möglichglaubte, wenn die Moral in der Politik unterging; den Mann, welchen Nedier gegenden Vorwurf der Grausamkeit rechtfertigt, indem er von ihm sagt:Das Stück Erz,welches er statt des Herzens in seinem Busen trug, war nicht empfindlich genug, um grau-sam zu sein!" Napoleon, der die Stärke und Schwäche eines Menschen schnell undleicht erkannte und geschickt zu seinem Vortheilzu benutzen wußte, sah ohne Zweifel, wasan Dalberg zu erwerben war- Wir müßten Beide wenig kennen, wenn wir uns inder Vermuthung irrten. daß der Kaiser über die philanthropische Gutmüthigkeit des Deut-schen lächelte und etwas Spuk von Ideologie in seinem Kopfe vermuthete. Daß Napo-leon durch seine Persönlichkeit die Herrschaft über ihn gewann, er, dem nicht leicht einMensch entging, den ec in seinen Zauberkreis bannen wollte, und daß er von dieser Zeitan einen mächtigen Einfluß auf ihn übte, darf kaum bezweifelt werden. Je wahrhafterder Mensch ist, desto leichter wird er getauscht, weil er den Glauben an sich selbst zugern auf Andere überträgt. Auch zur Kaiserkrönung wurde Dalberg eingeladen, under begab sich nach Paris, dem Willen des Herrschers Folge leistend und weil er die An-gelegenheiten seines Stuhles und der Kirche mit dem Papste, der zur Salbung des neuenMonarchen über die Alpen kam, persönlich zu ordnen hoffen durfte. Er verbarg es nicht,daß er auch wohlthätige Zwecke für Deutschland bei Napoleon durchzusetzen die Absichthatte. Der Erfolg entsprach seinen Wünschen nicht, und er kam in sein Vaterland zu-rück, betrogen, aber nicht enttäuscht.

Im folgenden Jahre (1805) erhob sich Oesterreich mit seiner ganzen im Kampfe oftgeschwächten, aber nie erschöpften Macht, um den Ehrgeiz und die Herrschsucht Frank-reichs zu zügeln und in billige Schranken zurückzuweisen, und es durfte um so gewisserauf die Gunst des Glücks zählen, von dem es sich früher verrathen sah, da ihm diesmalein treuer und mächtiger Bundesgenosse zur Seite stand- Rußland hatte sich ihm befreun-det angeschlossen und bot seine Kraft zu gleichem Zwecke aus. Baiern und Würtemberg,welche erkannten, daß bei diesem furchtbaren Zusammentreffen der Macht eines Welt-theils ihr Gebiet der Schauplatz oder das Opfer des Kriegs werden mußte, entschlossensich zu einer strengen Neutralität und machten diese Erklärung, deutsche Fürsten ihrem,dem deutschen Kaiser. Oesterreich erwiderte der Regierung Baierns ohne Zögern, daßes in diesem Kriege keine Neutralität anerkenne. Das geschah im September, und einenMonat später vereinigte sich das Heer der Baiern bei Würzburg mit den Franzosen. DerKurfürst von Würtemberg folgte diesem Beispiel, schloß zu Ludwigsburg ein Bündniß mitFrankreich und schickte ihm seine Truppen. Dalberg trug kein Bedenken, auf derNeutralität seines Landes zu bestehen, und erklärte dem französischen Gesandten He-douville, er werde die steinerne Donaubrücke zu Regensburg sprengen lassen, wennNapoleon es wagen sollte, Regensburg mit Truppen zu besetzen. Die Neutralitätder Residenz des Kurerzkanzlers und des Sitzes des Reichstags ward geachtet. Dalbergging noch weiter und erließ im November 1805 einen Aufruf an die Reichsstände, in wel-chem er sie beschwor, Alles aufzubieten, um die deutsche Reichsverfassung zu erhalten undselbst das Beispiel zu geben durch Eintracht und strenge Befolgung der Reichsgesetze. Erschloß mit der Aufforderung, daß alle Deutsche sich redlich zu dem Zwecke verbinden soll-ten , einen ehrenvollen und dauerhaften Frieden zu erlangen. Es war zu spät, die Mu-mie konnten Eöorte nicht beleben. Die Siege bei Ulm und Austerlitz, denen am 26. De-