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Seen sind lange der Schauplatz kleiner Kriege gewesen, welche die englischen und französi-schen Truppen miteinander führten, oft wahrend die Hauptstaaten in Frieden waren;ebenso oft der Tummelplatz vielfacher Ränke, durch welche vorzüglich französische Schlau-heit die Indianer zu gewinnen und auf die feindlichen Niederlassungen zu Hetzen suchte.Die Verhinderung des Schleichhandels war in jenen Gegenden unmöglich, und um so thö-richter war es, daß man dort einem Prohibitivsystem huldigte, was völlig unausführbarwar und einen rastlosen kleinen Schmugglerkrieg anschürte. — Damals ward über dieamerikanischen Besitzungen meist in Europa entschieden. Den Utrechter Frieden konnteEngland dictiren und bedung sich darin die Abtretung von Neuschottland und der InselNeufoundland, so wichtig damals besonders für den Stocksischfang. Da aber Frankreichder Antheil an diesem Erwecbszweig Vorbehalten blieb, so erwuchsen auch hieraus mancher-lei neue Reibungen. Bedenklicher war noch der Argwohn, der durch die Bemühungender Franzosen erweckt wurde, ihre canadischen Besitzungen durch eine Reihe von Forts undfesten Blockwerken mit Louisiana in Verbindung zu setzen. Als nun in Europa der Kampfzwischen England und Frankreich, durch die Schuld des letzteren, abermals ausbrach, sounternahm auch in Amerika eine britische Armee die Eroberung der französischen Besitzun-gen. Im Juli 1758 ward Eap Breton, 1759 durch den am 13. September unter Ge-neral Wolfs erfochtenen Sieg bei Quebek Canada erobert. Der Feldherr erkaufte denSieg mit seinem Leben. Seinem Andenken ist noch 1835 ein Denkstein gesetzt worden.Im Pariser Frieden vom 10. Februar 1763 trat Frankreich ganz Canada nebst Cap Bre-ton an England ab, entsagte allen Ansprüchen auf Neuschottland und zu Gunsten Spa-niens auch dem Besitze von Louisiana, wofür Spanien beide Floridas an England abtrat.So blieb damals Frankreich von allen seinen Besitzungen auf dem Festlande Amerikasnur Guiana.
Obwohl die damalige Bevölkerung Canadas durchgängig französischer Abkunft war,so hat sie doch den Uebergang unter englische Herrschaft nicht ungern gesehen, oder wenig-stens sich nach wenigen Jahren willig hineingefügt. Nur im eignen Lande mag der Fran-zose fremde Herrschaft nicht dulden. Einmal außerhalb Frankreichs angesiedelt, weißer den Vortheil besserer Regierung wohl zu würdigen. In der Thal aber waren die Cana-dier von d,«r französischen Gouvernement sehr bedrückt, sie waren so behandelt worden,wie dieses damals den kleinen Bürger und Bauer im eignen Lande behandelte. Wohlmußte das harte Wort einen furchtbaren Nachhall finden, das General Montcalm zueinem durch die Militärfrohnen erschöpften Colonisten sprach, der ihm fußfällig vorstellte,wie er und seine Nachbarn bereits Alles hergegeben hätten und ihm seine beiden letztenPferde den Abend vorher vor Müdigkeit gefallen wären. „Nun", sagte der General mitfinstrem Blicke und indem er mit seinem Ludwigskceuze spielte, „Ihr habt ja noch ihreHäute behalten und damit könnt Ihr wahrhaftig zufrieden sein." In dieser Behandlunglag der wahre Grund der Beschwerden, die man damals in Frankreich anstellte, daß nehm-lich , mit Ausnahme der Pelzhändler, kein Franzose in Canada reich werde. Die immer-währenden Kriege, die despotische Regierung und die Habsucht der Geistlichkeit erschöpftendas Land und erstickten bei den Einwohnern den Trieb zum Fleiße. Der Canadier mußtesich glücklich schätzen, wenn er nach Bezahlung der Zehnten und Abgaben noch einen klei-nen Vorrath für den Winter zurücklegen konnte. — Mit der englischen Verwaltung än-derte sich dies Alles. Die Engländer, die diese Colonisten ohnehin williger fanden alsihre eignen Landsleute, übten Gesetzlichkeit; sie waren klug genug, die nationellen Vor-urthcile, die Ehrenrechte der Seigneurs, die Sprache und Sitte zu achten, und hütetensich namentlich, die religiösen Ansichten eines streng katholischen Volkes zu verletzen. Schon1774 ward die Testacte in Canada abgeschafft und dies vorzüglich trug dazu bei, daß Dis-senters und katholische Briten, daß namentlich Schotten und Irländer sich in Obercanadaansiedelten, wo ihnen die Rechte offen standen, welche Intoleranz im Mutterland« ver-weigerte. So bildete sich dort ein schönes Verhältnis gegenseitiger Duldung, wie es zurdamaligen Zeit in Europa so selten war. Die Kathedralkirche von Quebek wurde von bei-den Confesstonen in freundlicher Eintracht benutzt. Dennoch würden die Canadier sichvielleicht den Vereinigten Staaten zur Zeit der amerikanischen Revolution angeschlossen