Kanada.
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auf herrlichen Jagdgründen in friedlichem Verkehr mit den civilisirten Bewohnern, dieReste der sechs Nationen, welche das Völkerbündniß der Irokesen bildeten. Die großenHuronen sind ausgestorben. Die Algonkiner in Untercanada haben die Sitten der Weißenangenommen. Dagegen leben die Adirondaks an den Seeufern im ursprünglichenZustande.
Der größere Theil von Canada ist von Franzosen und unter französischer Herrschaftcolonisirt worden. Doch haben die Engländer das Verdienst der ersten, 1497 unter Ta-botto erfolgten Entdeckung dieser Küsten. Als die Spanier etwas später dieselbe Entdeckungmachten, nannten sie das Land Oabo <Is iXacia (ödes Land). Daher der Name. DieRauhheit des Klimas schreckte lange die Einwanderer ab und nur einzelneAbenteurer wagtensich zum Behufs des Pelzhandels in das von gewaltigen Jndianerstämmen durchstreifte Land,während an den Küsten von Zeit zu Zeit Fischereischiffe, namentlich Robbenjäger, sich ein-fanden. Doch machte 1534 der Franzose Cartier aus die Wichtigkeit des Landes aufmerk-sam. Ein kleines Dorf, zehn Lieues von Quebek, trägt noch seinen Namen. Seit 1608ward die Colonisirung des Landes von Frankreich betrieben; zuerst durch den GouverneurChamplain, dessen Andenken noch in dem Namen eines jetzt zum Gebiete der VereinigtenStaaten gehörigen Sees erhalten wird. Untercanada erhielt damals den Namen Neu-Frankreich, und getrennt von beiden Canadas war der östliche Küstenstrich, Akadien, jetztNeuschottland und Neubraunschweig, damals auch zum Schutze der Fischereien mit fran-zösischen Forts besetzt. Canada wird zur Zeit seiner ersten Niederlassungen als ein un-ermeßlicher Wald beschrieben, der nur ungeheuren Heerden wilder Thiere und wenig zah-meren Menschen zur Wohnung diente. Man hat häufig den damaligen Zustand Canadas,wie überhaupt dessen Klima- und Bodenverhältnisse mit denen des alten Germanien,bevor die Civilisation dessen Rauhheit milderte, verglichen; nur war das Schicksal seinerUrbewohner weniger günstig und die Neueuropäer hatten bessere Mittel, die Kraft verrohenNatursöhne zu brechen, als die Römer. Die Indianer verschuldeten ihr späteres Elendzuerst an ihren thierischen Landsleuten. Denn kaum hatten sie die verderblichen Genüsse,die europäische Handelsleute mitbrachten, kennen gelernt und bemerkt, daß sie mit denErzeugnissen ihrer Jagd dieselben eintauschen könnten, als sie einen unauslöschlichen Kriegmit den friedlichen Geschlechtern des Waldes zu führen begannen. Canada war damalsungemein reich an pelztragenden Thieren, und zwar an solchen, die den Europäern schonaus den nördlichen Ländern Europas und Asiens bekannt, in Canada aber in vorzüglicherMenge und Güte vorhanden waren. Das Haar des canadischen Iltis ist dunkler, glän-zender und seidenartiger als das des europäischen. Hermeline fanden sich wie bei unsdie Eichhörnchen; Zobel, Marder, Luchse, Füchse und Bären in ziemlicher Menge. VorAllem aber eine unermeßliche Zahl jenes friedlichen und klugen Geschlechtes der Biber, dasungestört neben den Indianern, die es in Vielem beschämte, gelebt hatte, bis die Europäerihre farbigen Brüder darauf setzten. Canada ist wesentlich durch den Pelzhandel bevölkertworden und dieser hatte auch aus seine politischen Verflechtungen vielfachen Einfluß. Nachund nach verminderten sich Indianer und Thiere und Canada ist jetzt wohl noch ein Hauptsitzder in dem Pelzhandel beschäftigten Capitalkraft, findet aber die Objecte dieses Handels-zweiges nicht mehr wesentlich in seinem eignen Gebiete. Wäre daher sein Boden undKlima nicht der Verbesserung durch Cultur so fähig gewesen, so würde es vielleicht wiederverlassen worden sein. So aber ging der Ackerbau der Jagd und dem Handel nach, machtesich allmälig am Rande der Seen und Flüsse seßhaft und bildete eine solidere Grundlage derCivilisation als jene gewagten Unternehmungen. — Ueber Pelzhandel und Fischerei kamendie Franzosen frühzeitig mit England, das allmälig die mächtigste Gewalt im nördlichenAmerika geworden war, in Streitigkeiten. Namentlich machten beideStaaten aufAkadienAnspruch, bis dies im Frieden von Breda (31. Juli 1667) Frankreich zugesprochen ward.Länger dauerten die Feindseligkeiten über die Fischereien von Neufoundland. Die Grund-sätze der Handels- und Colonialpolitik waren damals noch weniger aufgeklärt als jetzt undso konnten sich auf dem nördlichen Continente von Amerika unmöglich mehrere große Na-tionen nebeneinander vertragen. Die Holländer waren schon vertrieben, nun fragte es sich,ob England oder Frankreich dort herrschen sollte. Die Gegenden um die großen canadischen