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3 (1846) [Cal - Deu]
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Canada.

baceres einen großen Antheil. Sowie der Beherrscher Frankreichs sich in seiner Machterhob und befestigte, zog er den Freund, Gehilfen und Diener nach. Ec ward zur Würdeeines Herzogs von Parma und Erzkanzlers des Reichs befördert und fand auch Mittel, dieSeinigen, Brüder und Neffen, anständig zu versorgen. Napoleon hat immer eingroßes Vertrauen auf ihn gesetzt, und man muß gestehen/ er hat es nie getäuscht. Bei derRückkehr der Bourbons konnte er den Wirkungen der Reaction nicht entgehen und ward alsKönigsmörder geächtet, er, den die Königsmörder verdächtig und gefährlich fanden, weil ernicht unbedingt für den Tod Ludwig's XVI. gestimmt. Die Zeit seiner Verbannungbrachte er zu Amsterdam und Brüssel zu. Die königliche Regierung nahm indessen, einesBessern belehrt, am 13.Mai 1818 ihr Urtheil zurück und setzte ihn in den Genuß seiner bür-gerlichen und politischen Rechte wieder ein. Cambaceres begab sich nach Paris, wo er inaller Stille lebte und am 8. März 1824 verschied. Er hat seine Denkwürdigkeiten geschrieben,deren sich die königliche Regierung bemächtigt haben soll, um ihre Bekanntmachung zu ver-hindern. Die Stellung dieses Mannes in einer so höchst wichtigen, inhaltschweren Zeit,seine ruhige Beobachtungsgabe und leidenschastlose Stimmung berechtigten zu der günstig-sten Meinung von dem.Jnhalt und Werth eines Werkes, das, wenn es unverfälscht undunverstümmelt mitgetheilt werden sollte, unter den interessantesten Denkwürdigkeiten un-serer Zeit eine ausgezeichnete Stelle einnehmen wird. I. Weitzel.

Cammer, Cameralwiffenschaft, Cammergüter u. s. w., s. unter K.

Camp» Farmio, s. Friedensschlüsse und Französische Revolution.

Canada. Zm Norden der Vereinigten Staaten von Nordamerika erstreckt sichvom 42"520 N- Br. und vom 289"312" O. L. das britische Besitzthum der beidenCanadas, das auf 12,000 Meilen ungefähr 900,000 Einwohner enthält, von denenüber zwei Dritttheile auf Untercanada kommen. Untere anada, vorzüglich von Fran-zosen bevölkert, bildet in seinen bewohnten Theilen das Tieftkal des St. Lorenzstromes,der, eine Strecke lang den Namen Niagara, eine andere den Namen Cataraqui führend,aus den großen Seen Obercanadas entspringt, nach einem Laufe von 400 Meilen bei CapRösters in einer Breite von 2030 Meilen in das Meer stürzt. Es gcänzt nordwestlichan Neuwales, nordöstlich an Labrador und Neubraunschweig, östlich und südlich an dieBereinigten Staaten, südwestlich an Obercanada und umfaßt 7000 IHMeilen. An Strö-men, Seen und Gebirgen reich, unter welchen letzteren die Landeshöhe das bedeutendsteGebirge von ganz Canada ist, aber auch von Wäldern und Morästen erfüllt, ist es nur anden Seiten des St. Lorenzstromes in Cultuc genommen, im Uebcigen aber Wald und Wüste.Trotz der Rauhheit des Klimas, das in strengster Winterkälte und heißen Sommern abwech-selt, erfreut es sich doch einer kräftigen Vegetation, die es wesentlich zur Ackerbaucoloniewerden ließ. Es versorgt Westindien mit Korn und Vieh, die britische Flotte mit ihremBedarf an Bauholz, baut trefflichen Tabak, ist der Sitz des Pelzhandels und wichtigerFischereien und enthält einen Reichthum von nutzbaren Mineralien, namentlich Eisen,Kupfer, Blei, Schwefel und Steinkohlen. Seine wichtigsten Plätze sind: Quebek mit30,000 und Montreal mit 28,000 Einwohnern. Obercanada, das mit seinen5000 mMeilen vorzüglich die Umgebungen der vier großen kanadischen Seen begreift, istgrößtenkheis von Briten bevölkert, hat ein mildes, treffliches Klima und einen äußerst er-giebigen Boden. 1783 hatte es, mit Ausschluß der Indianer, kaum 5000, jetzt über250,000 Einwohner. Es gcänzt an Untercanada und an die Vereinigten Staaten, gegenwelche es «inen bedeutenden Schmuggelhandel treibt. Die Hauptstadt Jork am Ontarioseehat erst 4000, die wichtige Handelsstadt Kingston, der Stapelplatz zwischen Untercanadaund dem nordwestlichen Amerika, 5000 Einwohner. Doch entstehen fortwährend neueStädte. Die größten Naturmerkwürdigkeiten Canadas erzeugt sein gewaltiger Riesen-ftrom, der an der Gränze zwischen Canada und Newyork bei dem Fort Niagara in einerBreite von 4730 Fuß 150 Fuß herabstürzt, jede Minute 670,000 Tonnen Wasser her-unterwälzend ; er ist durchgehends schiffbar und 80 Meilen weit selbst für große Kauf-fahrteischiffe. Dann die Seen, von denen der Obersee 1100, der Huronensee 872, derEriesee 370 und der Ontariosee 248 lüMeilen umfaßt und deren Verbindung theils durchFlüsse, theils durch Canäle vermittelt wird. Von Indianern leben noch etwa 30,000