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3 (1846) [Cal - Deu]
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Gam-aceres.

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den Monarchen im Gefängnisse zu bewahren und die Todesstrafe nur zu erkennen, wenndie feindlichen Mächte zu dessen Befreiung den Krieg gegen Frankreich führten. In Be-ziehung auf die unglückliche Familie Ludwig 's XVI. zeigte er Gesinnungen der Milde undMäßigung, die eine ehrenvolle Anerkennung verdienen. Er bot seinen ganzen Einflußauf, um dem Monarchen die Erlaubniß zu erwirken, sich mit seinen Räthen und denGliedern seiner Familie frei zu unterhalten und sich einen Beichtvater nach seiner Neigungund seinem Glauben zu wählen. Weniger treu blieb er sich in seinem Benehmen gegenDumouriez, dessen Vertheidigung er übernommen hatte, um einige Tage später alssein Ankläger aufzutreten. Indessen konnte eine bessere Einsicht seine Ueberzeugung ge-ändert haben. Das Hauptverdienst, das sich Cambaceres um sein Vaterland erwarb,besteht in dem Antheil, welchen er an der Verbesserung der bürgerlichen Gesetzgebung undder Rechtspflege gehabt, ein Verdienst von hohem Wecthe, das gewonnene Schlachtenaufwiegt und ihm unter den ersten Männern seiner Zeit eine wohlverdiente Stelle sichert.Das war auch die Aufgabe seines Lebens, mit deren Lösung er sich unermüdlich beschäftigte,die aber unter Napoleon erst zu Stande kam. Schon im Jahre 1793 hatte der Con-vent einem Ausschüsse, dessen Mitglied Cambaceres gewesen, die Abfassung eines Ent-wurfs zu einem bürgerlichen Gesetzbuche aufgetragen. Auch ward ihm und dem berühmtenRechtsgelehrten Merlin vonDouai die Revision aller in Frankreich bestehenden Gesetzezugewiesen. Die politischen Stürme, die das Land erschütterten, die Kämpfe der Par-teien, welche den Sitzungssaal der gesetzgebenden Versammlung zum Schlachtfelde machten,und die dringende Wichtigkeit der äußern Angelegenheiten ließen indessen das große Werkzu keinem gedeihlichen Erfolge kommen. Zu den Ereignissen des 9. Thermidor, an wel-chem Robespierre mit seinen Freunden siel, hat er nicht mitgewirkt, wie er allen stür-mischen gefahrvollen Auftritten fremd geblieben ist. Sein Einfluß stieg mit der wieder-kehrenden Ruhe und Mäßigung, die auf die heftige Bewegung und Uebertreibung folgten.Als Präsident des Convents sprach er dessen Wünsche und Hoffnungen zur Wiederherstel-lung und Befestigung des innern und äußern Friedens aus. In derselben Eigenschaft sielihm der Auftrag zu, eine Lobrede auf Rousseau zu halten, als dessen Asche im Pan-theon beigesetzt wurde. Er that, was seines Amtes war, obgleich sich zwischen ihm unddem Bürger von Genf keine nahe Verwandtschaft finden mochte- Ueberhäupt besaß erdas Vertrauen der Republikaner nicht in hohem Grade. Sein unentschiedenes Benehmenbei dem Pcocesse des Königs, seine Vorliebe für die friedlichen Genüsse des Lebens, seineAbneigung gegen gewaltsame Maßregeln und extreme Mittel hatten ihn den Parteien ver-dächtig gemacht, welche die Gesetzgebung und die Regierung theilten und abwechselnd be-herrschten. Die Parteien hatten ihn nicht verkannt. Charakter, Lebensweise, Beschäf-tigung und Neigung befreundeten ihn der Monarchie, wenn er es auch nicht gestehen durste.Unter der Herrschaft des Direktoriums, dessen Schwäche den Leidenschaften der Parteienfreien Spielraum gab, trat er in den gewöhnten Kreis seiner Wirksamkeit zurück und be-schäftigte sich auch als Mitglied des Rathes der Fünfhundert mit Gegenständen der bür-gerlichen Gesetzgebung. AlsSieyes in das Direktorium kam, bestimmte er ihn zur An-nahme der Stelle eines Justizministers. Der 18. Brumaire machte aller Unentschieden-heit und dem Streite der Parteien ein Ende. Der Wille eines Mannes, der auch die Kraftbesaß, zu können, was er wollte, trat einigend und ordnend in dem Gewühle der feind-seligen Interessen und Leidenschaften auf, und wie bei jenem römischen Dichter auf dieDrohung des Gottes der Gewässer, legten sich die brausenden Wogen des empörten Meeresaus sein Machtgebot. Bonaparte, der seine Leute kannte und sie zu wählen und zubehandeln wußte, gab ihm die Stelle des zweiten Consuls der Republik. Jetzt waren dieguten Tage für Cambaceres aufgegangen; es folgte ein Zustand der Dinge, der seinerNatur entsprach. Er konnte seine ausgezeichneten Talente, seine Geschäftskenntniß undseine gründliche Gelehrsamkeit im Fache der Rechtswissenschaft geltend machen, seinerNeigung zum Genüsse des Lebens nachgeben und sich zwischen die schweren Arbeiten seinesBerufs und die geselligen Freuden, zu denen besonders die der Tafel gehört haben sollen,theilen. An allen Verbesserungen in der bürgerlichen Gesetzgebung und der Gerechtigkeits-pflege, die allein die Regierung Napoleon's unsterblich machen würden, hatte Cam-