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3 (1846) [Cal - Deu]
Entstehung
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Camarilla.

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1564 den 26. April versammelte sich noch der ganze Senat um sein Sterbebett. Er be-kannte besonders, daß er ihnen wegen der Geduld gegen seine voiiemenliu interelum immo-llerata zu danken habe. Selbst Beza gesteht sein galligtes '^) Temperament- Er ent-schlief ganz an Körperkcäften erschöpft, aber immer noch geistthätig, den 27. Mai, fast55jähriq. vr. Paulus.

Caniarilln. Mit diesem Namen bez-ichnete man in Spanien die Höflings-und Günstlingspartei, welche unter Ferdinand VII. jene zum Theil wenigstensgeheime Regierung außer und über den verfassungsmäßigen Organen der Staatsgewaltbildete und wovon im Allgemeinen schon oben in den Artikeln: Beschlagnahme undlettre« de esc bet die Rede war. Der Name Camarilla oder Kämmerchen stammtwahrscheinlich von dem Eabinet neben den königlichen Säten her, wo die Regierungssachenmit dem vertrauten Hofgesinde geheim verhandelt wurden. Die Sache selbst oder eine ge-heime Hof-, Cabinets- und Günstlingsregierung ist leider durchaus weder Spanien nochder Zeit Ferdinand's Vll. ausschließlich eigen, sondern so alt als absolute Regierungenund bei unkräftigen oder aristokratischen ständischen Verfassungen auch in diesen zuweilenzu finden. Schon Friedrich der Große bemerkte es* *), daß nur sehr wenige unum-schränkte Fürsten sich freihalten können von dem Einfluß, ja von der Herrschaft ihrer Um-gebungen, ihrer Schmeichler und Günstlinge, ihrer Verwandten, Frauen und Höflinge,und von der Versuchung, nach den in ihnen künstlich erregten und unterhaltenen Ansichtenund Meinungen und Leidenschaften, auch auf unregelmäßige Weise und nicht durch dieöffentlichen Staatsbehörden die Regierungsgeschäste zu behandeln. Es ist dieses offenbardie allergefährlichste Seite einer absoluten Negierung, ohne vollkommene Freiheit deröffentlichen Meinung oder ohne Freiheit der Presse. Es ist zunächst gefährlich für dieFreiheit des Fürsten selbst und für die Verwirklichung seiner guten Absichten, sein Volk gutund gerecht zu regieren. Blicke man in die Erfahrung und in die Geschichte, vorzüglichauch in die geheimen Geschichten der Höfe, in die Denkschriften der Hofleute! Welchefeine, oft teuflische Künste werden nicht, häufig vereint von vielen Personen, die denFürsten umgeben, angewendet, um denselben über sich selbst, über die Staatsverhältnisseund die Menschen zu täuschen und um die Wahrheit aus seiner Nähe zu verbannen, siegehässig oder gefährlich zu machen und so ihn mit dem Scheine der Selbstregierung zutäuschen, durch ihn aber wesentlich selbst zu regieren und die eignen Interessen und Leiden-schaften zu befriedigen. Geht doch Studium und Bemühung des ganzen Lebens, allestägliche und nächtliche Sinnen dieser Umgebenden häufig nur auf die Meisterschaft in diesemeinzigen Punkt, und wenigstens, wenn sie nicht selbst dirigiren können, doch dahin, sich leichtund schnell mit denen zu verstehen und für einen Antheil der Vortheile diejenigen zu unter-stützen, die jenes vermögen. Ein guter, wohlwollender Fürst und der auch den Willenhatte, selbst zu regiere», wurde bekanntlich von seinem allmächtigen Günstling vorzüglichdadurch regiert, daß derselbe ihm zuerst das Gegentheil von demjenigen mehr oder mindereifrig anrieth, was er eigentlich selbst wollte, und dann dem Fürsten, wenn dieser, ausFreude am Selbstregieren und am Widerspruch oder durch eine Creatur des Günstlings aufden rechten Weg geleitet, dasjenige vorschlug, was der Günstling beabsichtigte, mit schein-barer Huldigung gegen die hohe Regierungsweisheit und mit dem Scheine völliger Un-befangenheit zustimmte. Dabei wurden alle Personen, die dem Fürsten nahten, durchden Günstling oder seine Ereaturen vorbereitet zu demjenigen, was sie dem Fürsten sagendurften, und wehe ihnen oder wenigstens ihren Wünschen und Gesuchen, wenn sie etwaden armen Fürsten durch unbequeme Aufschlüsse enttäuschten, wenn sie nicht ihn zu be-trügen und zu umgarnen mithalfen ! Einem verführerischen Schmeichler und geistes-überlegenen, weltklugen Vertrauten ist schwer zu widerstehen. Aber wenn von allen

1s)k'uit oininnv nsturse ipsius temperamonto quoll vitiuin

etiam auxerat laboriosissimum illull vitae xsuus. Doch sei er nicht zu weitgegangen, Nisi tum commoveretur, cum lle relixivnis causa agebatur, aut all versuspraskractos bomines ipsi neßvtium erst." (^llami Vitae IkooloZor. 1653. 8.l>. 109.) Wer solchen Meinungsdespoten nicht nachgiebt, ist dann ein vraelraetus Koma.

*) Oeuvre» kostb. ll?. 11, p. 47 flg.

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