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3 (1846) [Cal - Deu]
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b alt, in.

kraft, Pläne zu machen, die Entwicklungen vorzubereiten, mitzuwirken und dem Gelunge-nen zu applaudiren, mit einem Wort: 0asTeleolvgisiren,aufden wahrhaft vollkom-menen Geist überträgt, dessen Einwirkungsart nach keinem menschlichen Maßstab zu mes-sen sein kann und gewiß, wie es auch die allgemeine Erfahrung nicht anders bemerken läßt,allem Seienden die Jedem eigene Kcaftthätigkeit eher sichert als sie beschränkt und in dieUniformität eines auch für alle Geister prästabilirten Typus einzwingt.

Uns ist, für den staatsrechtlichen Gesichtspunkt, Calvin's unbedingte Prädestinations-lehre oder theologischer Absolutismus zunächst deswegen denkwürdig, weil er natürlich, daer sich für ein Werkzeug dieses zur Gnade oder zur ewigen Verwerfung absolut decretiren-den Gottes hielt, auch seineKirchengesetzgebung diesem Maßstab gemäß vorher-bestimmte und durchzusetzen suchte. Daraus aber mußte dann auch noch seine Theorieüber den Menschen und dessen totale Verderbt, großen Einfluß haben.

Dem von Gott geschaffenen ersten Menschenpaar schrieb zwar Calvin, wie er meinte,zur Ehre Gottes ein so herrliches Ebenbild der Gottheit zu, daß es nur unbegreiflich würde,wie eben dasselbe dennoch ein so leichtes Verbot ihres so freundlich anschaubaren Schöpfersund Wohlthäters so einfältig hätte übertreten können. Aber all jene Vortrefflichkeil derder Menschheit zuerst anerschaffenen Kräfte wird in diesem Lehrsystem nur deswegen sohoch vorausgesetzt, um desto entsetzlicher darzustellen, daß durch eine einfältige Eifersucht aufihres Gottes Weisheit und durch den Einen freilich ganz kindisch egoistischen Appetit, soverständig wie Gott vermittelst des Essens einer Frucht werden zu können, alle Kräfte nichtnur der zwei Essenden, sondern ihrer ganzen Nachkommenschaft in lauter Verkehrtheit zumBösen und Gottwidrigen verwandelt worden seien, weil nehmlich noch die gesammte Men-schennatur in dem Einen so herrlich ausgestatteten, aber der unglaublichen Verführung sounverständig sich hingebenden Menschenpaar zusammengefaßt und enthalten gewesen sei.

Da Calvin nun einmal die Verdorbenheit vieler Zeitgenossen und die an sich unleugbareErfahrung, daß der Mensch sich zum Bösen leichter als zum Guten entschließe, von eineruranfänglichen Zerrüttung der ganzen, kaum vorher von Gott vortrefflich erschaffenen Na-tur der Menschheit ableitete und dann diese Erbsündhaftigkeit mit der absoluten Pcädesti-nationstheorie spitzfindig genug in Verbindung brachte, so sind uns diese Blicke in seinendialektisch spekulativen Verstand deswegen hier unentbehrlich, um nach dem psychologischenZusammenhang klar einzusehen, wie er, da jene Theorie nun in ihm mit einem so ernsten,durchgreifenden Charakter und starkem Selbstgefühl verbunden war, zu Genf zu all jenenMaßregeln ausgerüstet erschien, mittelst der Kircke oder imNamen seines absoluten Gottesrille Die, welche sich überhaupt der Pcesbyterial- und Synodalgewalt hingegeben hatten, wieUnmündige durch die pünktlichste, in das Privatleben eindringende vormundschaftliche Sit-tenzucht gleichsam zu bändigen und zu diesem Kirchenzweck auch die Staatsobcigkeit nurals folgsames Mittel für Strafvollziehung gebrauchen zu wollen. Waren einmal alleMenschen nicht etwa deswegen, weil Leichtsinn und Schlechtes zu treiben viel leichter und 'näher ist als Vorbereitung, Anstrengung und Gewöhnung aller Kräfte für das schwerer zuerreichend? Bleibendgute, zum Bösen geneigter, war in Calvin's theologischer Metaphysikdie an sich unleugbare Vorneigung zu jenem Leichteren und die Lust Befriedigenden einegeerbteNaturverdorbenheit, welche anders nicht als durch Gottes unmittelbareGnadenmacht bei Denen, die er absolut zur Besserung und zum Seligwerden auserwählthat, geistig wiederhergestellt und gesund gemacht werden kann, so ist es dann wohl Pflichtfür die Vorsteher der Kirche Gottes, daß sie als strenge Pädagogen dahin mit all ihrenäußern und innern Mitteln wirken, damit jenen Einflüssen der sonst oft sich schnell zurück-ziehenden Gnade weniger widerstanden werde und auch die von Gott absolut Reprobirtenoder der Schlechtigkeit und Verdammniß Ueberlassenen doch den Begnaoigten wenigerAergerniß geben können.

Zweckmäßig aufs Aeußerste gesteigert wurden in der kirchlichen Beredsamkeit dieSchilderungen der Gcundverdorbenheit des menschlichen Herzens. Schauerlich wurdenbesonders auch die furchtbarsten Darstellungen, wie plötzlich der Zorn Gottes alle Gnadeunerbittlich abwenden könne und, sowie die oben angeführte Stelle über Franz l. ein Bei-spiel giebt, den Reprobirten sogar gegen die nahen Bekehrungsmittel unzugänglich mache