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3 (1846) [Cal - Deu]
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Calvin.

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Verderben thun mußten, daß aber, was er, der durch die absolute Gnadenwahl Gotteseinmal Auserwählte, also Alleinrechthabende, thue, ebenso ein nothwendiges Werk seinerVocherbestimmung zur Seligkeit sein müsse.

Der verfolgte Calvin flüchtete sich endlich nach Oberitalien zu der dem freiforschen-den Geiste des Protestantismus geneigten Herzogin vonFerrara, der Tochter Ludwig's XII.,fühlte sich aber auch dort nicht lange behaglich und in Sicherheit. Er wollte über Genfnach Basel und Straßburg zu dem mild wirksamen Bucer zurückkehren. Zu Genf lehr-ten Wilhelm Farel und Peter V iret seit Kurzem im Sinn des Protestirens gegenunbiblische Kircheneinrichtungen. Farel's Scharfblick entdeckte in dem blos durchreisendenCalvin einen Mann, der ein tüchtiger Mitarbeiter für diesen Zweck werden könnte. Dadieser dennoch weder zur Annahme einer theologischen Lehrstelle noch zum Predigtamt sichbereden lassen wollte, so erschütterte ihn endlich nach-der herrischen Art der Gläubigen jenerZeit Farel durch den Zuruf:Je nun, wenn du also nur dich Und deine freien Studienvorziehst und nicht mit uns für das Werk des Herrn arbeiten willst, so verkündige ichdir imNamen des allmächtigen Gottes, daß er den, welcher mehr sichselbst als den Herrn Christus sucht, verfluchen wird!" Durch dieseDon-nerworte ergriffen, wurde Calvin von nun an (seit dem August 1536) nicht nur der eigent-liche vorherrschende Reformator in der freien Stadt Genf, sondern auch der Geistiggewal-tige, durchweichen in die zwinglisch freiere reformirte Kirchengesellschaft nicht allein einAlles vorherbestimmender herrscherischer Absolutismus Gottes, als Dogma, sondern aucheine republikanisch scheinende, aber in der That äußerst oligarchische Kirchenzttcht mit einervon furchtbaren weltlichen Folgen nicht trennbaren Excommunicationsgewalt der Kirchen-obern eindrang. Mit mehreren Kantonen wurden darüber von Genf aus Unterhandlun-gen eingeleitet und diese Hinneigung zu einem Pastoral - Domi nat wurde je nach derEmpfänglichkeit verschiedener Gegenden mehr oder minder dominirend.

Calvin entwarf eine kormulu ckristiunue lloctriime und einen kurzen Katechismus undbrachte es damit als Lehrer an der Hochschule und als eifriger Prediger so weit, daß gegenEnde seines ersten Jahres, den 20. Juli 1537, in einer feierlichen allgemeinen VersammlungSenat und Bürgerschaft nicht blos der Papstmacht abschwor, sondern auch dagegen einenkurzen Entwurf der christlichen Lehre und Kirchenzucht eidlich als ein Grund-gesetz annahm. Kaum halber Mensch Fesseln zerbrochen, so erkünstelt er abermalswelche für Andere und verwickelt sich zugleich selbst wieder in dieselben!

In solchen Zeiten, wo das Alte nicht mehr um der Herkömmlichkeit willen verehrtwird, vielmehr des Jrrthums in wichtigen Punkten verdächtig und überwiesen ist, entstehtsehr natürlich viel Mistrauen gegen alles Hergebrachte. Jede auch unbedeutendereU.berliefcrung und Angewöhnung wird mit übertriebenem Eifer bezweifelt, bis sie ent-weder neubegründet sich geltend machen kann, oder der Streit dagegen bald um seiner Un-wichtigkeit willen, bald wegen stillschweigend zugelassener Berichtigungen einschlummect.So nahmen Viele an der Kindertaufe, welche von den Reformatoren beibehalten wurde,fast ebenso großen Anstoß als an der päpstlichen Verweigerung des Kelchs im Abendmahl.Man nannte sie mit UnrechtWiedertäufer; denn sie tauften nur einmal, weil siedas Taufen derer, die noch nicht glauben könnten, nicht für eine sacramentliche Taufe an-erkannten und daher erst in Jahren, wo ein durch Gründe befestigter Religionsglaubemöglich ist, taufen wollten. Unrecht hatten sie wohl nicht, so lange beide Theile nicht vonder Voraussetzung, ausgingen, daß die Taufe auch als eine feierliche Aufnahme und Ein-weihung für die Christengemeinde zweckmäßig sein könne, sondern dabei schon ein wirk-liches religiöses Glauben in dem Täufling nöthig sein sollte. Daß ein solches Glaubenbei dem Taufen der Neugebornen stattsinde, konnten Manche sich nicht denken und daherden Pädobaptismus nicht für eine sacramentliche Taufe halten, weil sie die mysteriöse mit-telalterliche Meinung, als ob durch das Sacrament schon dem Kinde ein seligmachenderGlaube und heiliger Geist eingegeben würde, als einen der Natur der Sache entgegenstre-benden Ueberglauben erkannten.

Gegen solche Anabaptisten nun, welche überhaupt auch manche andere mysteriöseFiction der Patristik zu bezweifeln sich die Freiheit nahmen und dafür den Hang der Menge