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Italien hat nicht der Pöbel, sondern die Masse der Nation gejubelt und dem Herrscher-paar gedankt." Auf demselben Landtage stellte er Anträge auf gänzliche Abänderung dereidlichen Formel der den Jünglingen eingehändigten Universitätsmatrikel zu Gießen und,durch Vermittelung der Staatsregierung, zu Göttingen und überall, wo sonst wo Aehn-liches vorkommt, sodann an die Slaatsregierung zu gesinnen, daß von Seiten des Groß-herzogthums, jedoch mit ausdrücklicher Erwähnung der Landstände, dem Könige vonBaiern für die kraftvolle Führung der Donau-Main-Verbindung Dank dargebracht werdeu. s. w. Im Dec. 1841, beim abermaligen Zusammentritt des Landtags, hielt Hr. v. G.gelegentlich der Berathung der Adresse auf die Thronrede abermals einen längeren Vortrag,worin er, veranlaßt durch eine Stelle jener Rede von deutscher „Nationalität und Zusam-menhaltung", fragte: „Was ist und wo ist diese Nationalität und wie wird sie geäußertund bewahrt? Fürwahr, sie muß noch anderwärts anzutreffen sein als in den engenKammern der visitirenden Recrutirungscommissionen, anderwärts als in dem Cabinet derBehörden, die die Patente für Ofsiciere und Cadetten ausfertigen, oder in den Budgets,die unsere Geldhilfe und Steuern ansprechen. Nationalität besteht in befriedigendem undfestem Staatsrecht, im richtigen und starken Gefühl des Zusammengehörens, in der ge-reichten Hand, in der Verbrüderung der Völkerschaften, im bewahrten häuslichen undKirchenfrieden, in der rechten Würdigung von Ehre, Wahrheit, Wort und Freiheit, inder Entwickelung der Industrie, in ihrer Beförderung durch Verträge, durch Wege undBahnen — in der gebotenen Entfaltung auch auf den Wassern und Meeresflächen —und wenn, bei der so hoch gestiegenen Bevölkerung, das Schicksal so will, auch in der be-förderten, begünstigten, überwachten Unterkunft in der Ferne." Noch in der neuernZeit, als am 7. Nov. 1846 die erste Kammer nach längerer Pause zusammentrat, spracher von den bevorstehenden Gesetzgebungsarbeiten im Großherzogthume Hessen. „Ich be-kenne wiederholt", sagte er dabei, „daß ich seit vielen Jahren vorgezogen hätte, wenn eineVersammlung der Rechtsgelehrten und der Staatsmänner der verschiedenen deutschen Län-der ein allgemeines Gesetzbuch in Auftrag entworfen hätte. Da dies aber ausblieb, ja keinVersuch angedeutet wurde, so erscheint unsere Staatsregierung in aller Weise gerechtfer-tigt, in ihrem Berufe, in ihrer Pflicht, wenn sie früher oder später vorwärts schreitet.Hätte sie noch gezaudert, oder sollte dieser Versuch scheitern, so würde ich mich nicht grä-men/' In Bezug auf das französische Recht, was in Rheinhessen gilt und man dort zubehalten wünscht, äußerte er sich dann mehr vermittelnd, nach beiden Seiten hin berichti-gend. Von Anträgen stellte er aber im December 1846 einen über die Auswanderungüberhaupt, ihre hohe Wichtigkeit und nationale Bewandtniß, einen zweiten über die Aus-wanderung einer Anzahl Einwohner aus Großzimmern , einen dritten auf den Ständenvon der Staatsregierung zu machende Mittheilungen und Vorlagen u. s. w. Nicht so-wohl Antrag als Anregung war der Wunsch etwas vergrößerter Oeffentlichkeit der Sitzun-gen der ersten Kammer, welcher denn auch in so weit bereits Frucht trug, daß die Sum-marien ihrer Verhandlungen nun auch immer in der Großh. Hess. Zeitung zur Anzeigekommen. (Vorher wurden sie blos als Protocolle gedruckt.)
Neben diesen deutschen, kosmopolitischen und liberalen Tendenzen (welchen letzterenaber immer „die von der Natur dictirte Fundamentallehre von der dreifachen Gewalt"sv. G.s zu Grunde lag) finden sich bei Hrn. v. G. noch die aristokratischen und die anti-demokratischen , welche letztere sogar bisweilen zu anticonstitutionellen sehr erklärt Hinüber-streifen. So trat er als schriftstellerischer Novize (l 794) mit dem „Zurufe eines deut-schen Edelmannes an seine Landsleute" auf. Der Eingang zu seiner Nationalgeschichteder Deutschen (1812) enthält: Er stamme „von kriegerischen Abenteurern" her. Nachder Insel Rügen seien deutsche Krieger gezogen und dors „Herren und Ritter" geworden.„Immer Krieg, Dienst und Ehre suchend", seien sie wieder ins südliche und westlicheDeutschland gekommen, „und erwarben Weiber und Gut." „So noch der Vater, so wie-der die Söhne. Dort wurden wir Glieder und Vorsteher jenes unmittelbaren Adels, derkeinem Lande angehörle, aber allen." Keine Massenbach'sche deutsche Volkskammersollte ihm die politische Einheit der deutschen Nation verwirklichen helfen, sondern dasPrädicat „Reich" und die Kaiserkrone. „Ich bin Tory und Royalist, ganz so wie es die