Fourier's Theorie der Gesellschaft, verglichen mit den Lehren von Owenund den St.-Si Monisten. Alle Fortschritte der materiellen Cultur, der Geistes-bildung und Gesittung gründen sich wesentlich auf die Vereinigung menschlicherKräfte, und die Geschichte der Entwickelung des in stets neuen Formen sich offenbaren-den Triebes der Association ist die Eulturgeschichte der Menschheit selbst- Indem aberdie Vereine für besondere Zwecke des menschlichen Lebens bestimmte Formen annehmen,mögen sie zwar zunächst dem Bedürfnisse genügen, wofür sie geschaffen worden sind;in der Folge aber, wenn neue Bedürfnisse erwachen, wenn andere Weisen ihrer Be-friedigung ersonnen werden und in ihrer Anwendung mehr und mehr sich bewähren,wenn vielfachere Anlagen und Kräfte sich ausbilden und geltend machen, werden diefrüheren Formen der Vereinigung, worin häufig der Geist des einseitig beschrankendenHerkommens seine Stätte und Nahrung findet, immer entschiedener als hemmend undhindernd erkannt werden. Der wachsende Strom eines reicheren Lebens wird danngegen die beengenden Schranken überwältigend ankampfen, um sie entweder plötzlichzu zerstören oder allmalig zu untergraben. So sind auf dem Gebiete der Landwirth-schast bei den in Bildung vorangeschrittenen Nationen jene größeren Gütercomplexezum Theil schon verschwunden, wofür eine beträchtlichere Masse productiver Menschen-kräfte unter der Herrschaft und Leitung einzelner Grundherren vereinigt war. Aufdem Gebiete der Industrie wurden die Baude des Zunftzwangs gelöst oder gelockert.Endlich haben vor dem weiter dringenden Geiste freier Forschung die gelehrten Ständeund Corporationen ihre ausschließende Bedeutung als Pfleger der Wissenschaft oder alsBewahrer des Volksglaubens nicht ferner behaupten können. Die Auflösung oder dasZerbrechen früherer Schranken, wie sie durch Gesetz und Meinung, durch Vorrecht undVorurtheil gezogen waren, hgt zunächst einer freieren Concurrenz aller Kräfte Raumgemacht, aber alsbald auch das Bedürfniß neuer Combinationen derselben geweckt.Darum sehen wir besonders in der muesten Zeit eine stets wachsende Menge von Asso-ciationen aller Art entstehen, zum Theil für solche Zwecke und mit einer Verbindungsolcher Mittel, wie man sie früher nicht kannte und selbst nicht ahnen mochte. Durchdie entschieden hervortretende Tendenz zur Gründung neuer Vereine und die riesenhaf-ten Erfolge, die sich an einzelne dieser gemeinschaftlichen Unternehmungen knüpfen, aufder anderen Seite aber durch die sichtbarer werdenden Nachtheile, die aus der Jsoli-rung und Zersplitterung der Thätigkeiten und der Interessen für zahlreiche Elassen derBevölkerung entspringen, wurde die Idee erzeugt, daß nur durch geordnete Verbin-dung der gcsammren Menschenkräfte die höchste Wohlfahrt sich erreichen lasse,und daß also eine allumfassende Association derselben als das höchste Ziel derMenschheit anerkannt werden müsse.
Diese Idee hat zur Entstehung und Aufstellung neuer gesellschaftlicherTheorieen Anlaß gegeben, die sich sämmtlich den seit Adam Smith herrschendgewordenen Systemen der Nationalökonomie entgegenstellen, welche die ungebundeneConcurrenz der Thätigkeiten und Interessen, ohne gegliederte Verbindung und Ver-schmelzung derselben in ein umfassendes Ganzes, als das höchste Princip der Wissen-schaft und als die leitende Maxime einer weisen Politik geltend zu machen suchten.In Großbritannien, wo die schrofferen Gegensätze von Bildung und Rohheit, von
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