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' ,/gion. Alles muß auf den Rechten und Privilegien ruhen, die durch altes Herkommen
' „und durch die goldene.Bulle stipulirt sind. Unser Bündniß soll nur die Besitzungen eines
> „Jeden sichern und verhindern , daß nicht ein herrschsüchtiger und unternehmender Kaiser
^ „einmal die ganze deutsche Verfassung umstürzt, indem er sie stückweise zerbricht. Wenn
„man nicht in Zeiten vorkehrt, so wird der Kaiser alle seine Vettern mit deutschen Erzbis-s „thümern, Bisthümern und Abteien versorgen, die er dann säcularisiren und so auf allen
s „Reichstagen durch die Stimmen stiner Vettern die Obergewalt behaupten wird. Das
^ „wäre für die geistlichen Fürsten. Aber auch die weltlichen haben ein Interesse, einer Ligue
>. „beizutreten, die den Kaiser in allen seinen Ansprüchen hemmt, die er auf ihre Staaten
! „machen könnte, wie wir neuerlich an Baiern gesehen haben. Ein nicht minder wichtiger
„Gegenstand ist der Reichstag in Regensburg und das Kammergericht zu Wetzlar. Nimmt^ „man nicht bei Zeiten gute Maßregeln, diese alten Institute in ihrer Kraft zu erhalten, so
1 „wird der Kaiser sie benutzen, um seinen Despotismus in ganz Deutschland aufzustellen.„Das wären im Allgemeinen die Punkte, die alle Fürsten zu einem Bündnisse vereinigen
^ „müßten; denn Aller Interessen sind dieselben, und wenn sie erst einige von ihnen zertre-
r „ten lassen, dann kommt unfehlbar die Reihe auch an sie, und die stärksten werden nur
„das Vorrecht des Ulysses in der Riesenhöhle haben, zuletzt verschlungen zu werden. Derr. „Vortheil der Ligue aber bestände eben darin, daß, wenn der Kaiser seine Macht misbrau-
„chen wollte, die vereinigte Stimme des ganzen Reichskörpers ihm Gesinnungen der Mäßi-x „gung einflößen könnte, oder wenn er Gewalt brauchte, daß er seine Leute fände."
s Der Plan dieses Bündnisses ward zuerst den Höfen von Sachsen und Hannover mit-
getheilt, welche beide sich geneigt bewiesen, darauf einzugehen. Sie sandten ihre Ministernach Berlin, und am 23. Juli 1785 ward daselbst der deutsche Fürstenbund von den drei
> Kurhäusern unterzeichnet. Hierauf wurden auch die anderen Reichsfürsten ohne Unter-schied der Religion zum Beitritte eingeladen und in kurzer Zeit waren die Herzöge von
> Braunschweig, von Sachsen-Gotha, von Weimar, von Aweibrücken und von Mecklcn-
s bürg, die Markgrafen von Anspach und von Baden, der Bischof von Osnabrück und die
Fürsten von Anhalt gleichfalls Mitglieder des Bundes. Zuletzt traten auch noch derKurfürst von Mainz und dessen Eoadjutor bei.
' Ohne Zweifel schreckte dieses Bündniß, gegen das der Wiener Hof ein heftiges Ge-
s schrei erhob, während Friedrich nur durch einfache Darlegung der Sachlage und Motive
antworten ließ, den unternehmenden Kaiser von manchem schon entworfenen Plane zurück.Doch hob sein früher Tod die dringendsten Besorgnisse, und da seine Nachfolger in die
2 Schranken der Mäßigung zurückkehrten, so verlor der Fürstenbund seine Wichtigkeit fürdas Reich, und würde jetzt, nach Auflösung des letzteren, für die Gegenwart um so mehr
l alle Bedeutung verloren haben, wenn nicht gewissermaßen die Idee des Fürstenbundes
i. den Keim der ganzen Zukunft Deutschlands in sich trüge. Die Glaubenstrennung des
sechszehnten Jahrhunderts hatte nehmlich in Deutschland auch eine politische Spaltung zurH, Folge, die durch den westphälischen Frieden eine grundgesetzliche Sanktion und in dem
6nr>,us Lvsugelicormn ein verfassungsmäßiges Organ erhielt. Obgleich nun die Ursachedieser Spaltung, der Religionshaß, im Verlaufe der Zeit beinahe erloschen war, sodauerte die Wirkung dennoch fort, weil der einmal erweckte Gegensatz allmälig alle öffent-lichen Verhältnisse durchdrungen hatte, und die Spannung mußte ihren Höhepunkt ge-rade in zwei Monarchen erreichen, die der Stolz ihres Jahrhunderts waren und sich gegen-seitig hochachteten. Die Macht der Verhältnisse überwog die persönlichen Gesinnungen^ der beiden Fürsten. Der große Kaiserstaat, so reich an inneren Kräften und an ungenutz-
l ten Hilfsquellen, war und ist noch so ungleichartig zusammengesetzt, daß er entweder
^ Deutschland in sich aufnehm.n und verschlingen, oder sich immer mehr von Deutschland
s- trennen und auf sich selbst concentriren muß, aber nicht mit Deutschland sich verschmelzen
^ kann, ohne selbst der Auflösung entgegenzugehen. Daher wollte Joseph zunächst Baiern
Oesterreich einverleiben, und auf Baiern hätte dann der schwäbische Kreis, in welchem das^ Erzhaus schon bedeutende Gebietstheile besaß, bald folgen müssen. Dies Alles war von
Seiten Oesterreichs sehr natürlich; aber nicht weniger natürlich war es, daß sich Preußen,das am Ende selbst das Opfer dieser Politik geworden wäre, mit den bedeutendsten Reichs-