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5 (1847) [Fou - Gir]
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260
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260 Friedrich der Zweite.

man sie in die Festungen steckte! Ein Seitenstück zu dem:Hunde, wollt Ihr ewigleben?"

Im Jahre 1772 erfolgte die erste Theilung Polens, wozu denn auch Friedrich bestensmitwirkte. Seine Lcbredner heben gewöhnlich hervor, daß hierdurch die Schwächung derTürkei verhindert (vielmehr blos etwas weiter hinausgeschoben) worden sei; daß die Polenden Preußen niemals ein Wien gerettet hatten; endlich, daß man keine andere Wahl ge-habt habe, als Theil zu nehmen oder ruhig und ohne Entschädigung zuzuschauen, wie sichdie beiden furchtbaren Nachbarmächte bedeutend vergrößerten. Schöne Gründe! Als obman den ersten besten Staat, der sich in gar keinen Krieg eingelassen, die Kriegslasten füreinen andern bezahlen machen dürfe; als ob, wenn sich die eine Macht vergrößere, auchdie andere, um mit jener gleichen Schritt zu halten, Gebietstheile ihres unschuldigen Nach-bars an sich reißen dürfe; als ob endlich eine Regierung nur dann einen gewissen Anspruchauf ein rechtliches Verfahren der andern habe, wenn sie der letztem zuvor die Haupt-stadt gerettet! Indessen wir haben nicht erst nöthig, jenen Vorgang zu qualisiciren,da die ganze Welt darüber bereits ihr Urtheil gefällt hat. Genug, Preußen erlangtedurch die Theilnahme an jenem Verfahren gegen Polen eine Gebietsvergrößerung von 630Quadratmeilen, mit einer halben Million Menschen, und die Erwerbung war allerdingsum so wichtiger, als erst hierdurch die deutschen und die nichtdeutschen Provinzen Preußenseinen unmittelbaren Zusammenhang mit einander erlangten. Auch ermangelte der Königkeinen Augenblick, alle in seinen übrigen Staaten angewendeten Mittel ebenfalls zu benutzen,um dem in tiefem Elende und in großer Rohheit und Uncultur befindlichen Lande möglichstdurchgreifend aufzuhelfen.

Nach dem Tode des Kurfürsten Max Joseph III. machte Oesterreich Ansprüche aufden größten Theil von Baiern. Der Thronerbe, Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz,ließ sich durch Drohungen zu einem äußerst nachtheiligen Verträge mit dem Wiener Eabineteverleiten, wogegen der nächste Agnat, Herzog Karl von Zweibrücken (insgeheim vonPreußen dazu aufgefordert), protcstirte und Friedrich's Hilfe anrief. Da die Unterhand-lungen zu keinem genügenden Resultate führten, so rückte im Juli 1778 ein ungemeinzahlreiches preußisches Heer in Böhmen ein, ihm entgegen ein noch größeres österreichi-sches. Friedrich und der junge Kaiser Joseph standen einander gegenüber; doch kam es zukeiner Schlacht, sondern, als auch Rußland drohende Erklärungen nach.Wien sendete,erfolgte am 13. Mai 1779 der Friede zu Teschen, wornach Oesterreich nur eine wenig be-deutende Erwerbung von Baiern erlangte, Friedrich aber auf jede Entschädigung der13 Millionen betragenden Kriegskosten verzichtete, eine Großmuth, die er in der Folgebereut haben soll.

Immer besorgt vor einer Uebermacht des Hauses Oesterreich, ging Friedrich's letztebedeutende Regierungsthat auf Begründung eines Bundes gegen jene Macht. Ungeachtetder Gegenbemühungen des Wiener und Petersburger Hofes, ward der sogenannte Für-stenbund (unterm 23. Juli 1785) zwischen Preußen, Sachsen und Hannover abgeschlos-sen, dem in wenigen Monaten noch 11 andere deutsche Staaten beitraten, worunter Kur-Mainz, Trier und Hessen-Cassel. Der vorgebliche Zweck der Conföderation war Auf-rechthaltung der Reichsverfassung, des westphälischen Friedens und der übrigen Reichs-tractate. Allein Friedrich hatte nicht geahnet, daß sich der Geist der Zeit und die Verhält-' nisse seit seinem früheren Auftreten wesentlich geändert; daß sich, bei der steigenden Eivi-lisation, eine neue Macht erhob, deren Größe er ganz außer Rechnung gelassen hatte;daß ein solcher Fürstenbund, um die erwarteten Resultate zu liefern, vor Allem auchhöhere volksthü milche Elemente in sich hätte begreifen müssen, was ihm gänzlichgebrach. Darum stürzte dieser vermeintliche große Bau bei dem ersten Windstoße wieein Kartenhaus zusammen, und außer dem leeren Namen weiß die Geschichte Nichts vondem ganzen Werke zu erzählen.

Um die Mitte des Jahres 1785 bemerkte man an Friedrich eine bedeutende Abnahmeseiner Kräfte. Das Unwohlsein verschlimmerte sich, besonders seit den ersten Monatendes folgenden Jahres; eine Wassersucht bildete sich immer mehr aus. Am 17. August1786, um 2 Uhr 20 Minuten Morgens, erfolgte der Tod. Fast allerwärts meinte