Druckschrift 
5 (1847) [Fou - Gir]
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

49

Aoy.

ist der Mann, den ich erwartete." Von der Teilnahme an der ägyptischen Expeditionhatte sich Foy also auf eine gewisse Art selbst ausgeschlossen und büßte schwer dafür, dadas Direktorium ihn zur helvetischen Armee ve>setzte, die unter S cha um bürg den heil-losen Raub - und Plünderungskrieg gegen die Schweizer führte. Foy übte, in wie weites von ihm abhing, Menschlichkeit und Milde gegen das harlbedrängte Volk und machtekein Geheimniß daraus, daß er sich seines Sieges schäme. Als 1799 sich eine neue Eoa-lition zwischen Oester.eich und Rußland gebildet halte und die Granzen Frankreichs be-drohet»;, erhielt Masse na den Oberbefehl über die Armee der Schweiz. Er retteteFrankreich von einem gewissen Einfalle der Verbündeten durch die berühmte Schlacht vonZürich. Foy hatte zu diesem glorreichen Erfolge so wesentlich beigetragen, daß der Ober-feldherr ihn zum Generaladjutanten und Brigadechef auf dem Schlachtfelde ernannte.Den Feldzug von 1800 begann Foy mit der Rheinarmee, erhielt dann Befehl, sich zumHeere nach Italien zu begeben, welches unter dem Feldherrn, der sich dort schon Unsterb-lichkeit errungen hatte, das Schicksal des Krieges noch einmal entscheiden sollte. Er warzu entfernt, um das Schlachtfeld von Marengo am großen Tage zu erreichen. Mit Ver-druß sah er ohne seine Theilnahme den wunderbaren Sieg erkämpft, der noch wunderbarereFol gen haben sollte; aber ihm war auch zugleich der Schmerz erspart, Zeuge des Todesseines verehrten und geliebten D esa ix zu sein.

Im Jahre 1801 war Foy Commandant von Mailand, machte von da einen Aus-flug durch Italien, besuchte Neapel und Nom, ließ die Herrlichkeiten der allen Welt wie-der vor sich aufleben und stellte eine große Vergangenheit vergleichend mit der Gegenwartzusammen, die der Nachwelt vielleicht auch so groß erscheint, wenn sie Vergangenheit ge-worden ist. Mit dem Frieden von Amiens kehrte er enolich, als Obrist eines Artilleriere-giments zu Pferde, nach Frankreich zurück. Im Anfänge des Jahres 1804 befand er sichzu Paris, und da er Moreau öfter sah, der ihm früher schon Theilnahme und Freund-schaft erwiesen hatte, auch seine Gesinnungen mit Freimüthigkeit auszusprechen kein Be-denken trug, ward er der Polizei, diesem Schutzgeiste unsicherer Regierungen, verdächtig.In dem Augenblicke, wo der berüchtigte Pcoceß begann, ward ein Verhastsbefehl gegenihn erlassen. Durch einen Freund davon benachrichtiget, entzog er sich der Vollziehungdesselben, indem er nach Holland ging. Der Erste Eonsul ließ den Verhastsbefehl zu«rücknehmen. Foy stand im Lager von Utrecht, als die Anklage gegen Georges, Piche-gruundMoreau verhandelt ward. Diese feierliche Gelegenheit wollte auch der Ober-befehlshaber des Lagers nicht vorübergehen lassen, ohne dem Gebieter von Frankreich dieeigenen Glück - und Segenswünsche wie die seiner Truppen zu Füßen zu legen. Es wardie Zeit, wo man die Geschichte der römischen Kaiser und ihres elenden Senates und dieAnnalen des Tacitus verstehen lernte, die man, wie seine Schilderung der Deutschen,für eine Satyre auf Rom zu halten geneigt gewesen war. Die höfische Sitte derVorzimmer und Gesindestuben des Machthabers halte sogar den Weg in die Lager undWachtstuben gefunden. Also nach dem Muster und Beispiele Anderer ließ der Befehls-haber des Lagers von Utrecht seine Untergebenen eineAdresse an den Ersten Consul unter-zeichnen, in der man den ganzen Abscheu gegen die heillosen Verbrecher, seine Freude überdie Erhaltung eines theuern, unersetzlichen Lebens und den schuldigen Dank dafür gegenden Himmel aussprach. Die Adresse ward auch Foy vorgelegt, der aber weder durchdie Einkerkerung zu Eambrai noch durch die Warnung des Revolutionsgerichtes oder denVerhastsbefehl einer wachsamen Polizei belehrt, seinem Vorgesetzten erklärte: „Ichwerde, so oft man es nur immer will, dem ersten Eonsul Glück dazu wünschen, daß ereiner Verschwörung gegen sein Leben entgangen ist; aber nie werde ich eine Adresse, diediese oder jene Menschen als Urheber und Häupter der Verschwörung angiebt, unterzeich-nen oder von meinen Offizieren unterzeichnen lassen, weil ich Soldat, aber nicht Richterbin." Man muß die Zeit und ihre Leute kennen, um zu wissen, welchen Eindruck einesolche Sprache machen konnte. Es war die kritische Periode des Ueberganges vom lebens-länglichen Eonsulate zum Kaiserreiche. Es wurden in ganz Frankreich Register aufge-legt , in welche die Bürger ihre Stimmen für oder gegen die neue Ordnung der Dingeverzeichnten. Auf den Antrag des Tribunals war diese von dem gesetzgebenden KörperStaats - Lexikon. V. 4