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5 (1847) [Fou - Gir]
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Foy.

Beruf mit so viel Eifer und Geschicklichkeit, daß sie in der Gegend als ein Muster vonweiblicher Klugheit und mütterlicher Zärtlichkeit gepriesen ward. Der kleine Sebastian,das Jüngste der Kinder, war auch ihr Liebling. Man rühmt an ihr, sie habe Einsichtund männliche Festigkeit mit weiblicher Zartheit und mütterlicher Güte in dem Grade ver-eint , daß ihr von ihrer Umgebung und im Kreise ihrer Familie eine eben so hohe Achtungals innige Liebe zu Theil geworden sei. Gewiß ist, daß Foy ihr, unter allen Verhält-nissen des Lebens, eine Ergebung und Verehrung zeigte, die selbst im spätem Alter etwasKindliches bewahrte und für die Vorzüge der Mutter wie für den Werth des Sohnes zeugte.Wir berühren diesen Umstand, weil die Bemerkung wiederholt worden ist, daß viele derausgezeichnetsten Männer die erste Anleitung und Bildung von der Mutter erhalten unddie Jahre der Kindheit unter ihrer Aufsicht und Pflege zugebrachl haben. Foy war, wieman an ihm rühmt, ein aufgeweckter Junge, heiter, liebenswürdig, voll glücklicher An-lagen, unter denen ein außerordentliches Gedächtniß und ein schneller Scharfblick, dersogleich das rechte Maß der Dinge fand, ihn besonders ausgezeichnet haben sollen. Seineersten Studien waren, nach dem Gange des Unterrichts, die alten Sprachen, in denener solche Fortschritte machte, daß er schon in seinem vierzehnten Jahre aus dem Collegiumdes Oratoriums von Soissons entlassen ward, wo er sich gewöhnlich die ersten Preise er-rungen halte. Da er noch zu jung war, um in eine höhere Lehranstalt überzugehen, wardbeschlossen, ihn die Classe der Rhetorik in Paris wiederholen zu lassen. Es geschah; dochohne den gehofften Erfolg. Der junge Foy fühlte sich seinen übrigen Mitschülern so über-legen und fand in der Anstalt so wenig zu lernen, daß er beschloß, nach seiner Heimathzurückzukehren. So wie er sich zur Flucht entschieden hatte, ward sie auch ausgeführt. Erdurchwanderte die Straßen von Paris, machte seine stillen Betrachtungen über die Mit-glieder der constituirenden Versammlung, die eben an ihm vorüberzogen, um sich nachihrem Sitzungssaale zu begeben, erreichte den Ausgang, der von der Hauptstadt nach derHeimath führte, machte aber jetzt die Entdeckung, daß er kein Geld habe, um seinen Wegfortzusetzen. Große Verlegenheit, langes Nachdenken , um ein Auskunftsmittel zu ent-decken ! Reuig in die Anstalt zurückkehren und seinen strafbaren Anschlag eingestehen tUnmöglich ! Und doch, was wird seine Mutter sagen, daß er aus diese Weise Paris ver-lassen und ohne ihre Zustimmung das väterliche Haus wieder ausgesucht ? Die Verlegen-heiten sind in diesem Alter indessen gewöhnlich weder von Dauer noch von Bedeutung,und wer die glückliche Gabe hat. Etwas leicht zu nehmen, trägt es auch leicht. Was demMenschen, selbst den Staaten und Völkern, oft mehr hilft als Vorsicht, Nachdenkenund Verstand, kam auch dem jungen Foy hier zu Hilfe, der Zufall nehmlich, ein glück-liches Ungefähr, das Schicksal, die Vorsehung, oder wie Ihr es nennen wollt, das Etwas,welches auf menschliche Dinge einen großen, oft entscheidenden Einfluß hat. Währenddessen der Junge an dem Wege steht, den Blick voll Sehnsucht nach der Gegend gerichtet,wo seine Mutser wohnt, zu der er mit leerer Tasche nicht gelangen kann, fährt ein Wagenin derselben Richtung vorüber. Der Insasse, ein alter Bekannter, sieht den Jungen inseiner bedenklichen Stellung, fragt nach seiner Absicht und übernimmt es, da er denselbenWeg zu machen hat, im Vorüberfahren ihn am väterlichen Hause abzusetzen. Bei der Mutterwar er nun freilich wohlbehalten eingetroffen; aber zu welchem Zwecke ? Fand er hier dieMittel, sich für seinen künftigen Beruf zu bilden e Man hielt Familienrath, der sichnach reiflicher Erwägung dafür entschied, den Jungen zum Soldaten zu bestimmen, wozuer besondere Anlagen und auch Neigung zu haben schien. Er ward also in die Artillerie-schule zu La Fere geschickt, stellte sich, nach einem Unterrichte von achtzehn Monaten, zurPrüfung und bestand in derselben so gut, daß er, unter mehr als zwei hundert Mitbewer-bern , den dritten Platz erhielt. Einige Monate später ward er zum zweiten Lieutenantin einem Artillerieregiment ernannt und begab sich, in seinem siebenzehnten Jahre, zurNordarmee. Er wohnte den Feldzügen von 1792 und 1793 in Flandern und Belgienbei, ward als erster Lieutenant zur Artillerie zu Pferde versetzt und gelangte, da er sich durchEinsicht und Entschlossenheit auszeichnste, bald zum Grade eines Capitäns. Seine kriege-rische Laufbahn, die er unter Dumouriez, Dampierre, Pichegru, Jourdanund Houchard nicht unrühmlich begonnen, ward indessen aus eine bedenkliche Weise