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Fox.
In solchem Sinne nun standen bisher stets in England Tories und Whigs, Ministe-rin!- und Oppositionspartei, standen, sowie früher Walpole undEhatam, auch Foxund Pitt sich gegenüber. Und gerade, daß bald die Partei der Eonservativen, bald auchdie Reform - und Volkspartei zur Ministerial- oder zur Oppositionspartei wird, dieses bil-det nicht blos einen heilsamen Wettkampf, es schließt auch eine zu einseitige Richtung bei-der Parteien aus und tilgt endlich den schülermäßigen, verderblichen Wahn, als wären dieVolksfreunde nicht eben auch treue Freunde des Königs und der Ordnung, die Eonserva-tiven aber und die Minister, als solche, nicht ebenfalls Freunde des Volkes. Daß GeorgII. gegen Ehatam, und Georg III. gegen diesen und gegen Fox Abneigung hegten, die-ses beweist nur aufs Neue die auch sonst bekannte, übrigens sehr menschliche Schwächeund Geistesbeschränktheit dieser Fürsten. Daß sie aber dennoch diese Schwäche besiegtenund Beide zu ihren ihnen treu ergebenen Ministern machten, dieses spricht für die Güte derenglischen Verfassung. Und wenn mitten im heftigen Kampfe die Gegner gegenseitigihre Rechtschaffenheit anerkennen un sich persönliche Achtung und Gerechtigkeit beweisen,wie neuerlich wiederholt, bald im Ministerium, bald in der Opposition, Peel den gegen-wärtigen Ministern, und diese ihm, wenn selbst nach zwanzigjährigem täglichen KampfePitt seinen Gegner Fox, als den Würdigsten und Tüchtigsten, in sein Ministerium vor-schlägt, wenn dieser, stets gerecht im Urtheil über Pitt, nach neuem Kampfe bei Pitt'sTode Thränen vergießt und in seelenvollen Worten im Parlament seine Achtung des Ver-storbenen ausspricht, so sind solche Huldigungen für die Betreffenden und für die öffentlicheMoralität mehr Werth als alle zweideutigen Schmeichelreden in Zuständen der öffentlichenUnterdrückung von Wahrheit und Männerfreiheit. Was aber zuletzt für die Trefflichkeitauch dieser britischen öffentlichen Einrichtung, trotz aller stets unvermeidlichen menschlichenUnvollkommenheiten, allein schon entscheidet, ist dieses. In jedem Staate, wo irgend dasVolk mehr ist als willenlose, stumpfsinnige Heerde, und am Gemeinwesen Antheil nimmt,da giebt es überall, wenigstens in den höheren, einflußreichen Ständen, sowie in gefährli-chen Zeiten Parteien, Parteiansichten, Parteikämpfe. Ist es nun nicht heilsam, ihneneinen offenen, gesetzlichen Weg, eine durch Sitte und Gesetz bestimmte Schranke, eine demGesammtwohle entsprechende Richtung und endlich durch O.ffentlichkeit die Controle derRegierung des Volkes zu geben? Wirkt ohne dieses, wirkt in den despotischen Regierungs-sormen nicht hundertmal das Getriebe geheimer Leidenschaften, der verbissene Zorn durchgeheime Jntriguen, durch Gift und Dolch oder Umsturz zum Verderben der Fürsten undder Völker? Von solchen Zuständen, wo, wie in der Türkei, die Opposition durch Mord-brände und die Regierung durch Metzeleien sich bekämpfen, wollen wir gar nicht einmal re-den. Auch trotz der heftigsten Opposition aber führte England den Kampf gegen Nord-amerika und dessen Verbündete, sowie den gegen Frankreich mit bewundernswerther Kraft.Wie stand doch in dem Kampfe gegen das revolutionäre und Napoleonische Frankreich al-lein das freie England unerschüttert, unbesiegt und ungeschwächt und oft der einzige wahr-hafte Kämpfer für die europäische Freiheit, die Stütze, der Helfer aller übrigen! Und diedurch den früheren Feudaldespotismus wie durch die Napoleonische Tyrannei fast verges-senen Grundsätze und Institutionen freier gesicherter Verfassungen, holten wir sie nicht alle,holte sie nicht auch, wie schon in der Revolution, so auch nach Napoleon's Sturz, zumandern Male Frankreich von dem freien Großbritannien, dieser schützenden Feste für dieKönige wie für die Freiheit? Noch aus früher Knabenzeit erinnere ich es, wie in dieserZeit allgemeiner Noch und allgemeinen Druckes die Donner der Beredsamkeit von Foxund Pitt, wer weiß, in wie schwachem Nachhall der Zeitung meines Händchens, bis inmein stilles Dorf drangen, die Gemüther wohlthätig anregten und für das mit Recht stolzeLand glücklicher Männerfreiheit begeisterten.
Nur das kann man zugeben, daß zu den Zeiten von Pitt und Fox die Gewalt desParlaments vielleicht zu groß, und daß so bei der meist nur mittelbaren Einwirkung desVolkes durch Preßfreiheit,Petitionen und Volksversammlungen eine vorübergehende faktischeNichtachtung seiner Wünsche und eine Beschränkung seiner Rechte von einer ministeriellenParlamentspartei, wie die Pitt'sche, möglich war. Erst nach dem Tode von Beidenwurde durch die Parlamentsreform schon theilweise dieser Fehler beseitigt. Geheime