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Grundlage zur rechten Beurtheilung der Ministerin!-und Oppositionspartei und dessen,was man oft als sogenannte systematische Opposition so verwerflich findet.
Die Vollkommenheit einer geistigen Organisation und Thäligkeit der Einzelnenwie der Staatsgesellschaften, diejenige, welche sich vor einseitigen falschen Ansichten undBeschlüssen bewahrt, besteht offenbar darin, daß, ehe sie eine Ansicht oder einen Beschlußzu dem ihrigen machen, in ihrem Inneren die verschiedenen geistigen Kräfte und Erschei-nungen in Beziehung auf dieselben, daß die verschiedenartigen Gefühle, Vorstellungen,Wahrnehmungen, Grundsätze, Folgerungen und Interessen möglichst zur Sprache und zurgegenseitigen Abwägung kommen. Hierzu ist bei der künstlichen Bildung des Staats-körpers die vielseitige Berathung selbstständiger, freier Repräsentantendes ganzenVolks um so wesentlicher, da die zu seinen heilsamen Beschlüssen nöthigen Thatsachen,Erfahrungen, Vorstellungen im ganzen Staate weit aus einander liegen, also leichter über-sehen werden. Diese Repräsentation muß nun so organisirt sein, daß in jedem Falle vorder Beschlußfassung jede Maßregel durch die möglichst vollständige Hervorhebung und Ab-wägung aller sie unterstützenden und ihr entgegenstehenden Verhältnisse geprüft und ergänztoder verbesseit werde. Dieses muß vor Allem auch nach jenen den beiden natürlichenParteien zu Grunde liegenden Hauptgesichtspunkten für alles gesunde Staatsleben ge-stehen. Was könnte nun aber hierzu vortheilhafter sein, als daß jedem neuen Vorschlag,daß insbesondere stets den Ministern und ihren durch moralische und menschliche Einflüssebefangenen Anhängern eine solche Opposition gegenübersteht, die, jene möglichst vollstän-dige Prüfung durch absichtliches Aufsuchen und durch schonungslose Beleuchtung jederschwachen Seite der Maßregel zu bewirken, sich zum Geschäfte macht ? Hat ja doch selbstder einzelne Mensch zu seinem Vortheil in sich als systematische Opposition gegen jedekühne, vielleicht allzu kühne Bewegung den Ruhetrieb, und hinwiederum gegen die viel-leicht allzu träge Ruhe die leicht erregbaren Affecten und die Begeisterung für höhere Ideen!Und welche der steten, gleichmäßigen Beachtung jener wesentlichen beiden Hauptgesichts-punkte des Staatslebens, der Einheit und Freiheit, entsprechendere und an sich natürlichereBildung der Oppositions- und der Ministerialpartei ließe sich wohl denken, als daß diesel-ben nach jenen beiden Hauptgesichtspunkten selbst und nach der natürlichen größeren Hin-neigung der Menschen zu dem einen o'er dem anderen gebildet würd.n! Je nachdem dannein Vorschlag von Anhängern der konservativen Partei oder umgekehrt von der Reform-partei ausgeht, hat derselbe sich in der vollkommensten, durch die Angriffe der andern Par-tei herbeigeführten Prüfung zu bewähren. Hat ein Volk überhaupt nur einen geordnetenZustand und ist es nicht durch öffentliche Demoralisation unrettbar verloren, alsdann blei-ben in allen diesen Kämpfen zur gemeinschaftlichen Grundlage und Schranke die wesentli-chen Grundsätze des Rechts und der Verfassung, die Achtung der Sitte und Ehre, sowieals lebendiger Einigungspunkt die wahre Vaterlandsliebe- Ist aber dieses der Fall, als-dann führen, so weit dieses überhaupt bei menschlicher Unvollkommenheit zu bewirken ist,gewiß diese öffentlich unter Theilnahme der ganzen Nation geführten eifrigen Wettkämpfe,solche regelmäßige vollkommenste Prüfungen zur möglichsten Erkenntniß des Wahren unddem Vaterland Heilsamen, zum Siege der Wahrheit über die Lüge. Sie führen zur Ent-wickelung und zur Entdeckung der tüchtigsten Staatsmänner. Sie führen ebenso durchdie vermittelnde Zustimmung der Regenten oder der in der Nation und in ihrer Reprä-sentation außer den Kämpfen stehenden Neutralen (s. „Eentrum") für die eine oder an-dere Seite in der Regel auch zum Siege der nothwendigen Maßregeln. Sie führen zu-gleich, weit mehr als das Dunkel über die Berathungen und als geheime Hofintriguen,zum Vertrauen in die Güte der Beschlüsse und zum lebendigen Gemeingeist und Patrio-tismus.
Selbst die Stetigkeit der wesentlichen Regierungsgrundsätze erhalt sich, wie Eng-land beweist, im Wechsel der Minister. Sogar die Stetigkeit der Minister wird, wie auchdie zwanzigjährige Dauer der Ministerien von Walpole und Pitt beweiset, nicht mehr,als heilsam ist, beschränkt. Und trotz der ehrlichen, offenen, oft warmen Kämpfe bleiben,bei der Anerkennung der Heilsamkeit derselben, die Regierung mit der Volksfreiheit undOpposition und selbst die Streikenden unter einander in würdigem Verhältnis
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