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5 (1847) [Fou - Gir]
Entstehung
Seite
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34 Fox.

der Ausbildung der Verfassung durch die Revolutionen unter den Stuarts und seit denKämpfen gegen und für diese neue Ausbildung. Jetzt entstanden auch die gegenwärtigenNamen. Der der Tories, welcher im Irischen einen Räuber bezeichnet, wurde der mehrmonarchischen Partei zuerst spottw-ise von ihren Gegnern gegeben. Er war entlehnt vonden zum Theil räuberischen Haufen des niederen irischen Volks, welche die Partei derStuarts unterstützten. Die zuerst großentheils katholisch gesinnten Tories verthcidiglenfrüher das alte Königshaus der Stuarts; später, nach dessen Sturz, zum Theil dessenGrundsätze, zwar nicht mekr eine mit der vertragsmäßigen Volksfreiheit unvereinbarlicheAbleitung der königlichen Gewalt von Gott, welche das englische Staalsrecht sogar fürHochverrats; erklärt, dennoch vorzugsweise die legitime königliche Autorität, das königlicheVorrecht, das Bestehende, und statt der katholischen jetzt die bischöfliche Kirchenverfassung.Der schottische Name Whigs wurde der mehr volksfreien und reformirenden Partei zuerstebenfalls spottweise von ihren Gegnern ertheilt, und zwar von den Bauern aus Westschotl-land, welche 1648 während des Bürgerkriegs die puritanische Partei zu Hilfe gerufenhatte. Diese Bauern wurden nehmlich entweder nach ihrem Lieblingsgetränke, dem Mol-ken (eviiiA), oder nach ihrem Ausrufe bei dem Treiben ihrer Pferde (wbigao) Whigs ge-nannt. Die zuerst großentheils presbyterianischen und puritanischen Whigs vertheidigtcnfrüher die republikanische Volksfreiheit; nach Herstellung des Königthums blieb wenigstensdas mit der Monarchie vereinbarliche, vertragsmäßige Volksrecht und religiöse und bürger-liche Freiheit und Reform die Hauptfahne der Whigs.

Um Collisionen der beiden gleich wesentlichen, scheinbar aber und in einzelnen Mittelnentgegenstehenden Hauptrichtungen der Regierungsgewalt und der Volksfreiheit möglichstzu verhindern oder auszugleichen und zu vermitteln, hielten zwar die Briten, sowie jaselbst die Nordamerikaner, eine dritte Staatsbehörde, das Oberhaus, heilsam. Es hat inWahrheit vermittelnde Functionen und ist auch so gebildet und gestellt, daß man hoffte,die Mehrzahl seiner Glieder eigne sich auch dadurch zur Vermittlung, daß ein gleich nahesInteresse zur Erhaltung der Rechte der bestehenden Regierung wie der Volksfreiheit sieleiten müsse, schon weil ihre ausgezeichnete oder aristokratische Stellung mit der Zerstö-rung der einen oder der andern ebenfalls zu Grunde ginge. Aehnlich, wie im Gerichtdurch die Vereinigung von Regierungsbeamten und Geschworenen, so sollen auch in derhöchsten politisch vermittelnden Behörde beiden Hauptrichtungen nahe stehende Bestand-theile sich einigen. Mehr aber als die Länder des Evntinents bewahrte der Himmel Eng-land seit seiner Revolution vor einer abgeschlossenen adelsaristokratischen Partei und einereinseitigen Tendenz der Pairs. Eine solche Partei wirkt nehmlich trotz aller schönen Worte,wie die Geschichte beweist, stets factiös für ihre besonderen Kasteninteressen. Sie schließtnicht blos, eben so wie eine vorzugsweise conservative oder royalistische Bildung und Rich-tung der Pairs, das Vertrauen zu einer beiden Theilen gleich wohlwollenden Vermittlunggänzlich aus; sie wird vielmehr bald die Rechte des Thrones, bald die des Volkes Preisgeben oder untergraben und, stakt zur friedlichen Vermittlung, zur Verfeindung beiderwirken. Sie wird dieses so lange, bis etwa König und Volk, so wie 1660 in Dänemark,in Verzweiflung zu ihrer Zerstörung sich einigen. Es gehört nicht hierher, wie in Englanddie ganze Einrichtung des Ober - und Unterhauses und des Adels, wie Freiheitskraft undedler Freiheitsstolz zu dem glücklicheren Zustande und zu einer ehrlichen und kräftigen Ver-theidigung der Vviksinteressen auch im Pairshause zusammenwirkten. Sollte aber jedurch hartnäckige toryistische Vertheidigung der Misbräuche in dem Oberhause und durchErlahmung oder aristokratische Beschränktheit vieler Whigs im Unterhause es dahin kom-men, daß eine Mehrzahl von Tories und Whigs, als aristokratische Adelspartei vereinigt,den Radikalen, als bürgerlicher Volkspartei, gegenüberlräten, oder sollte wirklich das Ober-haus als bleibend parteiisch, conservativ und royalistisch, mithin als volksfeindlich gesinntanerkannt werden, wohin es neuerlich beinahe die verblendete Leidenschaftlichkeit der Toriesgebracht hätte, alsdann wäre wenigstens die jetzige, die gemischte englische Verfassung un-rettbar verloren.

Di« richtige Auffassung der bisherigen, wenn auch an sich einseitigen, doch wohlthätigsich ergänzenden Richtungen der beiden englischen Hauptparteien bildet auch die wesentliche