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ten. Es ist die Aufgabe der Politik, hierin das Wahre vom Falschen zu sichten, dasUnverwerfliche anzuerkennen und weiter auszubilden; aber sie soll nicht in Systemen, diebereits vom Geiste der Zeit verworfen sind, mit träger Bequemlichkeit sich behauptenwollen, bis die Noth der Zeit zu neuen Erschütterungen führt, ehe noch der That durchden voraneilenden Gedanken eine fruchtbare Stätte bereitet ist. Wilh. Schulz.
Nachtrag. Ueber dieneueren Versuche einer Anwendung der Sociallehre Owen'ssind die Artikel „Großbritannien" und „Socialismus" zu vergleichen. Das SystemFouricr's hat seit dem Erscheinen der ersten Auflage des Staatslexikons auch inmehreren deutschen Schriften eine ziemlich ausführliche Darstellung gefunden *). Esbietet kein besonderes Interesse dar, auf die wunderlichen kosmogonischen Phm-tasieen Fourier's und die willkürlichen metaphysischen Grundlagen, worauf er seinSystem aufzubauen suchte, so wie auf seine Träume von künftigen Schöpfungender Erde und späteren Phasen der Menschengeschichte näher einzugehen, als dies be-reits vor mehreren Jahren in vorstehendem Aufsatze geschehen ist. Hatte sich dochFourier selbst von diesen Thorhelten, die er als „Nebensachen" bezeichnet?, späterfrei zu machen gesucht und seinen Widersachern gegenüber tadelnd hervorgehvben,daß sie darüber die Beachtung der Hauptsache übersähen, nehmlich die Kunst,die combinirte Industrie zu organisiren, woraus das dreifache Product entstehenmüsse, so wie gute Sitten, die Harmonie der reichen, mittleren und armen Elassen,das Vergessen des Haders der Parteien, das Aufhöcen der Pest, der Revolutionen,der Staatsarmuth, und die allgemeine Einheit."
Fourier geht davon aus, daß alle Menschen das Glück suchen, welches Re-ligion und Philosophie bisher nicht begriffen hätten. Es bestehe in der stets sich erneu-ernden Befriedigung der Triebe. Im Leben des Universums wie im Menschen-leben werde der Trieb zur Anziehung (sttrsetinn) , seine Befriedigung zur Be-stimmung (ckestine'e). Hiernach ist der erste Grundsatz seiner Lehre: 1>es sttraction«»ont propartionellss aux clostinäes. Aus der Vollziehung dieser Bestimmungen ent-springt die Harmonie, die sich in einer zusammenhängenden Folge von Reihen(säries) entwickelt, woraus der zweite Grundsatz folgt: Im Serie ilistribue los dar-monies **). Die Bestimmung der menschlichen Gesellschaft kann also nur in denTrieben (psssions) des Menschen gesucht werden. Fourier unterscheidet zwölfHaupttriebe. Indem er zuerst den Menschen für sich betrachtet, findet er diesensuellen Triebe des Luxus oder Luxismus, worunter er überhaupt die Befrie-digung der sinnlichen Bedürfnisse versteht Dieser Trieb zur Befriedigung der Sinn-lichkeit oder diese Classe von Trieben ist entweder als luxe interne unmittelbar aufdas leibliche Wohlsein (Gesundheit) gerichtet, oder als luxe externe auf den Besitzder dazu erforderlichen Mittel (Reichthum). Der Luxismus gliedert sich also in dieden fünf Sinnen entsprechenden fünf Triebe. Als gesellschaftlichem Wesen kommt so-dann dem Menschen eine weitere Classe von affectiven Trieben zu, wonach ermit einzelnen Menschen in innigere Berührung tritt. In dieser Beziehung ist dasZiel seiner Befriedigung die Gruppe, eine Unterabtheilung der Serie, deren Erschei-nung die kleineren gesellschaftlichen Körper, oder die eigentlich socialen Elemente bildet.Das Streben der Gruppirung gliedert sich nach den vier Trieben der Freundschaft,der Liebe, des Ehrgeizes und des Familismus, oder des aus verwandtschaftlichen Ban-den entspringenden affectiven Triebs. Endlich empfindet sich der Mensch als Theilder gesammten Menschheit und hat in diesem Zusammenhang« drei distributiveTriebe, oder zmSsions rectrices, womit er über die affectiven hinausreicht und
*) Vergl- hauptsächlich L. Stein: „Der Socialismus und Communismus des heu-tigen Frankreichs. Leipz. 1842." K. Grün: „Die sociale Bewegung in Belgien undFrankreich. Darmstadt 1845."
**) Darum ließen die Schüler Fourier's ihrem am 10.-Oktober 1837 gestorbenen Mei-ster als Grabschrift setzen:
Ues ä.ttrn<:tion8 sont proyortionelles aux Dastinees.
Im 8eris äistrilrue Iss Harmonie,?.
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