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durch deren Aeußerung die Serien entstehen. Die distributiven Triebe sind: die Pas-sion c»I,»liste, wodurch sich das zeitweise Bedürfniß der Einseitigkeit offenbart,indem uns dieser Trieb aus dem gleichmäßigen Zusammenleben mit ganzen Reihenvon Verhältnissen, Gegenständen und Wünschen herausreißt, um unsere Kraft undLiebe davon ab- und auf ein bestimmtes Ziel hinzulenken; die passion p»pill»„nooder »Iternante, worin sich das Bedürfniß der Veränderung, des Wechsels, äußert;und die Passion coinposite, oder der Drang nach Einheit, wodurch sich der Menschüber den Trieb der Einseitigkeit und des Wechsels erhebt und alle seine Triebeund Kräfte in einer Richtung zusammensaßt. Diese wird zum Enthusiasmus, wosie sich Einer bestimmten Thal zuwcndet. Alle diese Triebe haben ihren Mittelpunktim Uniteismus, oder der Leidenschaft der Einheit, wodurch alle Bestimmungensich verwirklichen und auf eine Welt hingewi.sen wird, worin jeder Trieb seine voll-endete Befriedigung und jede Befriedigung das B wußtsein ihres lebendigen Triebswieder findet. Sie wird auch als religiöses Gefühl bezeichnet, welches die Harmo-nie des ganzen inneren und äußeren Menschen mit sich und mit der Welt bedingt,welches alle anderen Triebe in sich vereinigt und aus sicherzeugt; so wie das Weiße,als einheitliche Farbe, allen besonderen Farben und Farbenschattirungen zu Grundeliege. Die fünf sensuellen Triebe wirken überall ein und bilden, im Zusammenhangmit den sieben höheren affectiven und distributiven Trieben, die zwölf Töne des Ac-cords. Damit glaubtFourier den Satz des Pythagoras erwiesen zu haben, daßdie Harmonie der Welt und die der Musik nicht verschieden sind. Außer jenenzwölf Trieben giebt es keine anderen, und was sonst noch als selbstständiger Trieberscheint, ist nur eine Vereinigung mehrerer der zwölf Grundleidenschaften. SolcheVerbindungen bringen dann gemischte Leidenschaften in großer Zahl hervor. DasUeberwiegen einer oder mehrerer derselben bestimmt den Charakter des Individuums.Aber die Vertheilung der Charaktere ist keine zufällige; sondern ihre Zahl und Artsteht in genauem Verhältnis mit den Bedürfnissen der socialen Ordnung. Nach einerwillkürlichen Voraussetzung sollen sich sämmtliche Charaktere, wie sie durch die Com-bination der Leidenschaften entstehen, in 810 Individuen finden. Dazu kommennoch 405 gemischte oder zweideutige Charaktere, die mit jenen zusammen sein Pha-lanstere bevölkern sollen. Fourier theilt die Charaktere in eintönige, bis zu sechs-,sieben - und alltönigen ein. Die Letzteren, von den sechstönigen an, finden sich nichtmehr in jeder einzelnen Phalange, sondern herrschen über mehrere Phalangen undsind hiernach Agenten der Harmonie nach außen. Rousseau wird als fünftönigerCharakter bezeichnet, Bonaparte und Friedrich der Große als sechstönige, Ju-lius Cäsar und Alcibiades als siebcntönige. Sich selbst zählte Fourier wohlzu den alltönigen, da nach ihm ein alltöniger Charakter erfordert wird, um den Aus-weg aus der socialen Vorhölle unserer heutigen Civilisation zur socialen Har-monie zu entdecken.
Einer dürftigen Psychologie gegenüber, die noch von der Entdeckung des ganzenReichthums menschlichen Geistes- und Gemüthslebens weit entfernt ist, läßt sichder Lehre Fourier's von den Trieben eine gewisse Tiefe, die Hinweisung aufmanche folgenschwere und seither verkannte Wahrheit, so wie ein ernstes Strebennach Allseitigkeit und Einheit in keiner Weise absprechen. Aber was ist mit einersolchen Classification, einem solchen Nebeneinander verschiedener Triebe, für die Grün-dung der socialen Harmonie gewonnen? Alle diese Vivisektionen des Innern Men-schen, wie sehr sie in subt le Einzelheiten eingchen, laufen doch stets auf die Dar-stellung eines leeren Abstractums hinaus, möge man gleich das Fachwerk, in dasdie Individuen Hineinpassen sollen, noch so mannigfaltig machen. Sie müssennothwendig unbefriedigt lassen- Denn für die wirkliche und lebendige Gesellschaftkommt es nicht blos auf das Dasein der so oder anders bezeichneten Arten vonTrieben an; sondern wesentlich auf den Grad ihrer Stärke oder Schwäche, wofüres unendliche Abstufungen giebt, weil das unerschöpfliche Leben selbst, mit ewigwechselnden Verhältnissen und Beziehungen, jeden besonderen Trieb jedes besonderen