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bewegen mußten und worin sie, bei vielfachen Veränderungen im Gehalte des Völkerle-bens, zum Theil noch jetzt gebannt sind. Aber was hilft es, den Grundsatz anzuerken-' nen, daß Allen nach ihren Neigungen und Fähigkeiten die Wahl ihres Berufs frei stehe,wenn diese Fähigkeiten nicht ausgebildet und selbst jene Neigungen erstickt werden?Was Hilst es, den Armen wie den Reichen auf die Schätze anzuweisen, die seine Talenteund sein Fleiß ihm verschaffen werden, wenn doch nur der Reiche sich im Besitze der äu-ßeren Mittel befindet, die für jedes Arbeitsunternehmen erforderlich sind, und wenn derArme, um seine Existenz zu fristen, zu einer Thätigkeit gezwungen ist, wie sie der Reichefordert, nicht aber wie sie sein« Neigungen und Fähigkeiten zusagt? Bei dieser Art vonConcurrenz wird der Fähige durch den Unfähigen, der Schwache durch den Starken zuBoden gehalten, während doch die Schwäche selbst gar oft nur eine unnatürlicheistundunter andern Verhältnissen als Stärke dastehen würde. Wohin diese Concurrenz führt,sehen wir bereits in der neuen Art von industrieller Sklaverei, welche Tausende von Arbei-tern einzelnen Arbeitsherren unterwirft; aber auch in dem Zwiespalte jener gegen diese,wie er besonders in den neu entstandenen Vereinen von Fabrikarbeitern und Handwerkernsich kund thut. Und dieser Zwiespalt der Interessen, diese Kluft zwischen Armen undReichen, zwischen Arbeitern und Arbeitsunternehmern muß sich in dem Maße vergrößern,als mehr und mehr die kleine Industrie durch die große verdrängt werden wird. Aberselbst dann, wenn jedem Talente die ihm gemäßen Mittel der Thätigkeit zu Gebot stän-den, würde die Jsolirung der individuellen Thätigkeiten nur einen Kampf Aller gegen AlleHervorrufen, worin die besten productiven Kräfte unnütz verschwendet werden müßten.Denn für den geselligen Menschen, der in der Trennung von Seinesgleichen als das hilf-loseste Geschöpf erscheint, ist die möglichst umfassende Association aller Kräfte und Inter-essen der wahrhaft natürliche und möglichst vollkommene Zustand. Dafür sollte zunächstdas Recht der Association im vollsten Umfange anerkannt werden, und jede Hemmung indieser Beziehung muß als doppeltes Unrecht in einer Zeit gelten, wo so viele der früheren Bandezerrissen oder gelöst sind und das Bedürfniß, neue Verbindungen zu knüpfen, um solebhafter erwacht ist. Hier kommt es nun aber wesentlich darauf an, welche Art von As-sociation den Forderungen der Zeit am Gemäßesten ist? Fourier und seine Schüler ha-ben die Gründung von Vereinen ins Auge gefaßt, worin alle Fähigkeiten ihre Ausbildungerhalten und allen Arten gemeinnütziger Thätigkeit die erforderlichen Mittel einer freienWirksamkeit zu Gebote gestellt werden. worin nicht blos alle Kräfte, sondern auch alleInteressen der Einzelnen und der Gesammtheit sich vereinigen und verschmelzen. Auchviele politische Schriftsteller haben auf die von Fourier hervorgehobenen Gebrechen im Orga-nismus der jetzigen Gesellschaft hingewiesen, ohne jedoch auf die Mittel zur Abhilfe nähereinzugehen; und daß Fourier und seine Schüler wenigstens den Versuch hierzu gemachthaben, ist immerhin als Verdienst anzuerkennen.
Die von Owen gemachten Vorschläge haben von Anfang an wenig Anklang gefun-den und die Pläne der St. - Simonisten sind bereits als verschollen zu betrachten. AuchFourier's Lehre mit ihren vielfachen Verirrungen, Täuschungen und Ausschweifungen,obgleich im Vergleiche mit den beiden ihr vorangegangenen Systemen vielseitiger entwickeltund durch manche unverkennbare Vorzüge ausgezeichnet, wird nicht die Zukunft der Menschenbeherrschen. Sie wird vielleicht bis auf den Namen verschwinden, und dennoch nichtohne heilsamen Einfluß bleiben. Diese neue gesellschaftliche Theorie läßt sich in gewissemSinne als die Homöopathie der Staatswissenschaften bezeichnen. Wie sich diese letzterein der Medicin als kein ausschließendes und selbstständiges System geltend machen könnte,und doch ihren Nutzen gebracht hat, indem sie die Wissenschaft aus ihrem gewohntenSchlendrian herausdrängte und zu vielseitigeren Prüfungen und Forschungen nöthigte,eben so groß und größer wird die Bedeutung von Fourier's Lehre für die politi-schen Wissenschaften werden. Es läßt sich voraussehen, daß sich vor Allem diese Wis-senschaften, im dringendsten Interesse der Zukunft, auf die Ausbildung eines den Be-dürfnissen der Gesellschaft entsprechenden Systems der öffentlichen Erziehung und auf einevollkommnere Organisation der Arbeit werden richten müssen. In der einen und anderenBeziehung giebt die Lehre Fourier's Winke an die Hand, die nicht unbeachtet bleiben soll-