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Million, die Ausfuhr auf nahe 900,000 Pfund Sterling. Im Jahr 1830 zählte dieHauptstadt Hobarttown 10,000 Einwobner, enthielt also die Hälfte der Bevölkerung,war mit Kirchen und Schulen, einem landwirthfchaftlichen Verein, einer Assrcuranz-gescllschast, drei Buchdruckereien, eben so viel Zeitungen, vier großen Wassermühlen,einer Bank, allen möglichen Gewerben und öffentlichen Anstalten versehen. Nach PortJackson oder Sidney gingen regelmäßig Dampfböte. Die Regierung der Insel ist unab-hängig von der in Neu-Südwales, auch besteht seit 1824 ein gesetzgebender Rath.Die Gerichtsverfassung und Verwaltung ist ganz wie in England eingerichtet. Zum Schutzder Colonie befinden sich hier nicht mehr als zwei Compagnieen Militair. Um sich von demWohlstände, worin die Cvlonisten von Vandiemensland leben, einen richtigen Begriffzu geben, braucht man blos zu bemerken, daß auf jeden Einwohner nicht weniger als 30Stück Vieh kommen. Die Eingebornen haben schwarze Haut und wolliges Haar wiedie Afrikaner und stehen mit den Neuholländern auf gleicher Stufe der Barbarei. Zwischenihnen und den Ansiedlern besteht eine heftige Feindschaft, und Mordthaten von der einen wievon der andern Seite sind sehr gewöhnliche Vorfälle.
Nach Klima, Fruchtbarkeit und Ausdehnung des Landes eignet sich zumal das auszwei Inseln bestehende Neuseeland zur Colonisation und zur Ausnahme europäischerBildung. Die Urbewohner, etwa 150,(XX), zeichnen sich durch körperliche Stärke undGröße aus und sind kriegerisch, jedoch ziemlich bildsam und gukmüthiger Natur. Ihregesellschaftliche Ordnung ist der europäischen Feudalverfaffung nicht unähnlich. Sie habenHäuptlinge, Adel, Gutsbesitzer und Sklaven und eine Priesterhierarchie. Ehebruchund Diebstahl werden mit dem Tode bestraft. Neu-Seeland scheint jetzt bestimmt, derdritte Hauptpunkt für die weitere Verbreitung britischer Colonisation und Herrschaft inPolynesien zu werden. Schon seit mehreren Jahrzehenten gab es daselbst, zumal aufder nördlichen Insel, englische Niederlassungen von Missionären und Handelsleuten.Später bildete sich in Großbritannien eine Neuseelandscompagnie, die von den Eingebor-nen Landeigenthum erwarb und zahlreiche Einwanderungen von Engländern, auch Deutschen,in das neu erworbene Gebiet veranlaßte. Aus diese Weise sah sich die britische Regierungveranlaßt, die Leitung der neuen Colonieen zu übernehmen und sich im Jahr 1840 dieSouveränetät über Neu-Seeland anzueignen. Seitdem haben die Einwanderungen im-mer mehr zugenommen. Im Jahr 1842 wurden die drei Hauptorte: Wellington,.Auckland und Russell zu Freihäfen erklärt. Dem Gouverneur wurde ein legislativerRath zur Seite gestellt. Um den finanziellen Bedürfnissen der Colonie zu genügen, kün-digte der Gouverneur dem am 15. Sept. 1844 in Auckland eröffneten gesetzgebenden Rathedie Einführung einer Einkommensteuer an. Inzwischen waren aber Zerwürfnisse zwischenden Cvlonisten und Eingebornen ausgebrochen, die zu blutigen und noch 1845 fortdauern-den Kämpfen führten, jedoch in ihrem endlichen Resultate nur die Ausdehnung und Be-festigung der britischen Herrschaft zur Folge haben dürften.
Während die Vereinigten Staaten von Nordamerika ihren Einfluß auf Polynesiennur durch das friedliche Mittel der Missionen und die Gründung von Handelsetablissemenlsauszudehnen streben, waS ihnen zumal auf den Sandwich in sein gelungen ist, hatin den lebten Jahren Frankreich, in Opposition gegen die Umgriffe Großbritanniens,seine Herrschaft in Australien auf direktere Weise zu erweitern versucht. Schon 1840 machtees auf der südlichen Insel von Neuseeland einen misglückten Versuch zur Colonisation derHalbinsel Banks, der durch das Prävenire der Engländer vereitelt wurde. Am 1. Mai1842 wurden von französischer Seite die Marquesas- oder Mendanainseln in Besitz ge-nommen, und 1844 ward das französische Protectorat auf die kleinen Gambierinseln sowie auf die Eilande Wallis und Fontana ausgedehnt *). Wichtiger ist die Unterwerfungder Societätsinseln, namentlich der Hauptinsel Otaheite, durch die Franzosen. Hier
*) Auch auf de» beiden kleinen Inseln St. Paul und Amsterdam, zwischen dem Capund Neuholland, die indessen nicht mehr zu Australien gehbren, sind in der neuesten Zeitfranzösische Niederlassungen unternommen worden.