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1 (1845) [Aac - Aus]
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790 Australien.

versehen, auf die Moralität der Meisten einen sehr wohlthätigen Einfluß hat. Besonderserfreulich aber ist, daß dieNachkommen der Verbrecher im Allgemeinen weit entfernt sind indie Fußstapfen ihrer Eltern zu treten, und sich vielmehr bestreben, den Makel der Geburtdurch Rechtlichkeit, anständiges Benehmen und durch Tüchtigkeit in den Geschäften ver-gessen zu machen.

Seit 1815 dehnt sich das Gebiet von Neu-Südwales, durch Gründung der ColonisBathurst, bis jenseits der blauen Berge aus. Auch alle weiteren britischen Niederlassungenin Neuholland gehören dem neunzehnten Jahrhundert an und sind trotz ihrem noch so.kurzen Bestände in raschem Aufschwünge begriffen. So ist im Jahr 1829 am Schwanen-flusse in Westaustralien eine Eolonie mit dem Hauptorte Perth gegründet worden;sodann im Jahr 1836, am Vincentgolf in Südaustralien, eine Niederlassung mit derStadt Adelaide, die im Jahr 1839 schon 3,000 Einwohner zählte. Daran schließt sichseit 1839 die Eolonie I?elix, mit der Stadt Melbourne, im Südosten der

Murraymündung. Besonders versprechend ist die nach früheren mislungenen Versuchenim tropischen Nordaustralien seit 1838 bestehende Eolonie Victoria, aufder Halb-insel Koburg im Port Essington, zwischen dem Golf von Carpentaria und Vandiemen.Sie ist hauptsächlich wichtig durch ihre Stellung zu dem Handel mit den Molukken undmit China, so wie durch die Nähe der Torresstraße, die 1832 erst von 4700, aber 1838schon von 14,950 Tonnen Schiffe durchsegelt wurde. Nach dem Allen zeigt ein Blick aufdie Charte, daß bereits Großbritannien mit seinen Niederlassungen das große Festland vonAustralien in allen Ionen und Weltgegenden umringt hat.

Die Zahl der Ureinwohner von Neuholland wird auf ungefähr 200,000 geschätzt,folglich kommen nicht ganz zwei Köpfe auf dis deutsche Meile. Sie sind von der Race der -Papuas oder australischen Neger, leben in der tiefsten Barbarei, ohne Religion, ohneStaatsverein blos in Familienhorden, wohnen in Hütten von Baumzweigen und in hoh-len Baumen, nähren sich hauptsächlich von Schalgewürmen und Pamswurzeln, ver-schmähen aber auch Menschenfleisch nicht. Wegen ihrer elenden Nahrung und außer-ordentlichen Unreinlichkeit sind sie verschiedenen Hautkrankheiten unterworfen, welche nichtselten epidemisch werden. Der Kindermord ist hei ihnen häufig, wahrscheinlich aus Man-gel an Mitteln zur Erhaltung des Lebens. Sie kennen weder den Gebrauch des Pfeils undBogens, noch haben sie es so weit gebracht Fahrzeuge zu verfertigen, womit sie die benach-barten Inseln besuchen könnten, mit einem Wort, sie sind die elendeste und verächtlichsteMenschenrace, die es geben kann.

Eine zweite ältere englische Niederlassung besteht seit 1803 auf der an der Südseitevon Neuholland gelegenen Insel Vandiemensland, welche von dem mit gleichem Namenbelegten Küstenstrich auf der Nordseite von Neuholland wohl zu unterscheiden ist. 1642wurde diese Insel von dem Holländer Abel Tasmann entdeckt. Das Klima ist hier imSommer heiß, im Winter gelind, der beste Boden tragt lOOfältige Frucht. Das Ter-ritorium dieser Eolonie beträgt 23,437^ engl, Meilen oder 15 Millionen Acker Landes,wovon aber nur ungefähr ,^te! als Ackerland und die Hälfte als Meide zu benutzen ist,das Uebrige besteht aus steinigen und waldigen Hügeln. 1829 befanden sich bereits über1 Million Acker im Privateigenthum, wovon jedoch kaum der dreißigste Theil angepflanztwar. Im Jahr 1840 dagegen waren schon über 124,000 Morgen angesäet, so daßVandiemensinsel als die Kornkammer von Australien galt. Dis Insel zählte 600,000Stück Pferde, Rinder, Schafe und Schweine. Im Jahr 1840 war schon der Schaf-stand allein auf mehr als eine Million gestiegen, und in gleichem Verhältnisse hatten sichPferde und Hornvieh vermehrt. Die Zahl der Einwohner betrug 20,000, von den Er-wachsenen waren aber H männlichen und nur ^ weiblichen Geschlechts. Nur ungefähr ^ da-von waren Sträflinge. Im Jahr 1840 war die Bevölkerung schon aus 40,000 gestiegen.1830 ward der Werth des ganzen Eigenthums auf 2,289,845 Pfund Sterling geschätzt.Die öffentliche Einnahme betrug 64,000 Pfund, die Ausgabe 44,000 Pfund, folglichblieb ein baarer Ueberschuß von 20,000 Pfund Sterling. Diese Einnahme betrug 1840schon über 180,000 Pfund und ergab einen Ueberschuß von nahe 60,000 Pfund über denVoranschlag. In demselben Jahre belief sich die Einfuhr der Eolonie auf beinahe eine