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1 (1845) [Aac - Aus]
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der Staatswissenschaft und ibrer Tbeile.

dürfnisse. Es fehlte uns an politischer Bildung, wir lebten in keinem wah-ren, das heißt freien Staat; so ging uns das Leben des Staats verloren. DieVerbreitung richtiger Erkenntniß aber wird zugleich auch das Bestreben nachder harmonischen Gestaltung, nach allseitiger billiger Ausgleichung wesentlichfördern. Könnte es also etwas Wohlthätigeres geben, als sie? Wie viel Blutund Thränen, wie viele Hindernisse des Fortschritts in der wahren Freiheit ver-schuldete stets, verschuldete zur Zeit der ersten französischen Revolution wie inden neuesten blutigen Kämpfen für die Republik vor Allem der Mangel einerrichtigen Ansicht vom Wesen, von den Grundbedingungen des Staatslebens!

Hier freilich läßt sich ein? von solchen Grundlagen ausgehende Staatstheo-rie nicht vollständig begründen. Nur insoweit müssen hier ihre allgemeinstenGrundlagen angedeutet werden, als es unentbehrlich scheint für eine richtige en-cyklopädische Uebersicht nicht blos der Absonderung, sondern auch der Verbindung,überhaupt für eine richtige Begriffs- und Verhältnißbestimmung aller Lheilc derStaatswissenschaft. Von selbst aber ergeben sich dadurch die leitenden Gesichts-punkte für die Beurtheilung und für eine höhere Vermittelung mehr nur ein-seitiger, als absolut falscher Staatstheorieen*).

Es giebt nun wohl kein natürlicheres, einfacheres und doch fruchtbareresGrundprincip für die richtige Erfassung und Behandlung des staatsgesell-schaftlichen Lebens, als jenes uralte, welches Cicero so ausspricht:Die Naturdes Staatslebens und seine Gesetze sind aus der Natur aus dem natürlichenGrundgesetz des Lebens des Menschen zu entwickeln."

In dem vollkommensten irdischen Leben, in dem des Menschen, tritt dasallgemeinste Grundgesetz alles wahren Dasei ns in der harmonischenSchöpfung am reinsten und vollständigsten hervor. Das Grundgesetz, die letzteGrundform unseres Wesens ist auch die Grundform unseres Erkennensund Bedürfens. Ein gesundes staatsgesellschaftliches Leben muß auch schon da-rum die Grundgesetze des menschlichen Lebens an sich tragen, weil es ja selbstaus der ganzen menschlichen Natur seiner Glieder, aus den grundgesetzlichenTrieben und Bedürfnissen dieser Natur und für deren Befriedigung hervorgeht.

Deshalb nun betrachtete die praktische Volksweisheit der Alten stets so, wieschon in jener wirksamen Darstellung, womit, nach uralter römischer Volkssage,Menenius Agrippa sein durch Parteikampf zerrissenes Volk politisch belehrteund vermittelte es betrachteten Aristoteles so gut, wie Platon, die Stoi-ker und namentlich der weise Fürst Marc Aurel ebenso, wie Seneca, Romsklassische Juristen so gut, wie Cicero, es betrachteten auch noch HugoGrotius und der praktische Thomasius den Staat als einen Menschen unGroßen. Deshalb bestimmten sie die Gr und bestand th eile, den Endzweckund die Grundgesetze des Staatslebens, mithin die Hauptrichtungen derStaatstheorie nach den grundgesetzlichen Bestandtheilen und den daraushervorgehenden Zwecken und Gesetzen des menschlichen Lebens.

Sie fanden namentlich in dem uralten einfachen Grundgesetz des mensch-lichen Lebens, nämlich in dem: der angemessenen Harmonie von Geist,Leib und Seele, bei richtiger Auffassung dieser drei Grundelemente und

*) Für eine vollständigere wissenschaftliche Begründung der hier anzudeutenden Staatstheo-rie und politischen Encvklopädie und ihrer praktischen Folgen, sowie für die Beweisführung, daßsie durch die dreifache» historischen Hauptquellen unserer juristischen und politischen Cultur bestä-tigt wird, muß ich mich beziehen auf das Svstem der Rechts-, Staats- und Gesehge-bungslehre von C. Th. Welcker, Stuttgart 1829. Um freundliche Nachsicht abermuß ich bitten, wenn es mir hier nicht gelingen sollte, alle Schwierigkeit und Trockenheit, welchezumal bei einer so kurzen Darstellung der allgemeinsten Grundsätze einer Wissenschaft fast unver-meidlich sind, so, wie ich es wünschte, zu beseitigen. Dennoch aber bitte ich um aufmerksamePrüfung dieser Grundlagen der Wissenschaft und Praxis der Politik, welche sich mir nun in drei-ßigjähriger gewissenhafter Betrachtung der Geschichte, der Wissenschaft und des Lebens als dierichtigen und heilsamen bewährten.