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1 (1845) [Aac - Aus]
Entstehung
Seite
XXVII
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zur neuen Auflage.

mit den Cimbern und Teutonen, ehe seine Römer freiwillig kämpfen wollten, son-dern wartete lange Zeit, bis sie, an den Anblick der neuen Feinde gewöhnt, selbstdie Schlacht wollten. Wären es, auch wenn sie den Krieg als nothwendig undrechtlich ansehen dürften, nicht knabenhafte Politiker, welche Feldherren ohneSoldaten dem zögernden Heere voraus eilend, sich selbst der feindlichen Gewaltüberliefern und die Ihrigen in Gefahr stürzen? Mögen immerhin patriotischeFreiheitssänger für die Freiheit auch schon jetzt das Schwert ziehen! Sie schürenund nähren das heilige Feuer, die wohlthätigen Gefühle der Schaam vor derSchande der Knechtschaft, des unauslöschlichen Hasses gegen sie, der Bereitwillig-keit, für die Freiheit jeden Augenblick in Kampf und Tod zu gehen dieseunentbehrliche Gesinnungs- und G^fühlsgrundlage für sie injedem Volke. Und sie sprechen dichterisch und in Bildern und sollen keine Prosaikersein. Deshalb habe,ich nie den rigoristischen Tadel selbst wohlmeinender und sonstverständiger Männer gegen unsere verdienstvollen Freiheitsdichter, namentlich auchgegen des edlen Börne durchaus humoristischen Pariser Briefe, begreifenkönnen. Aber politische Operationsplane sollen uns freilich diese Dichter nichtmachen, dazu gehört die Vorherrschaft des nüchternen Verstandes und das prosai-scheRecht. Thöricht also der praktische Politiker, der jene aus ihnen entlehnen wollte.

Gewiß, die Freiheit gebührt uns Deutschen von Gott und Rechtswegen; sie istzur Ehre und Existenz, wie zur Macht und Blüthe des Vaterlandes absolut unent-behrlich , und wir dürfen sie ohne Verrath an ihm und unfern Kindern nicht einenAugenblick feige preisgeben; ja wir können, ohne sie zu erstreben, wie schon Jo-hann von Müller sagte, selbst keine wahren Christen sein. Aber doch nurdann, wenn alle Bestrebung und Hoffnung, sie auf friedlichen gesetzlichen Wegenzu erwerben, für das Volk zerstört wäre, wenn das Königthum, die heiligenBande würdigen Volkslebens zerreißend, selbst Revolution machte, nur dannwürde das Volk vereint in ihr die Freiheit erringen. Also alle ehrlichen undverständigen Liberalen vereinigen sich sicherlich, wenn auch nicht im letzten Ideale,doch in dem allein Ausführbaren, in dem praktischen Wege zur Frei-heit mit uns. Und wir werden wohl uns nicht blos praktischer, sondern auchliberaler nennen dürfen, als manche neuere sich überstürzende ultraliberale undRevolutionstheorieen, als solche Politiker, welche durch ihre subjektive Willkürden freien Gesammtwillen der Bürger und deren wahre Freiheit verletzen, oder mitder Verneinung alles Positiven, aller Autoritäten und Schranken auch die Grund-lagen wahrer Freiheit, ja bereits sich untereinander und zuletzt sich selbst verneinen.

Sollten aber die Conservativen uns bestreiten, nun so mögen sie uns ant-worten, was denn sie ehrlicher und verständiger Weise conserviren, das nicht auchwir, und zwar zweckgemäßer, als sie selbst, conserviren wollen? Sind esetwa die alten ewigen Grundlagen natürlicher, vaterländischer und sittlicher Gerech-tigkeit, Wahrheit und Treue, ist es die Festigkeit verbürgten alten Rechts, dieUnabhängigkeit der Justiz, die gleich ehrwürdige Freiheit der Wissenschaft und derwissenschaftlichen und bürgerlichen Corporationen, ist es deutsche Geradheit, Offen-heit und Ehrlichkeit, ist es ächte, von weltlichen RüiLsichten und Machtbefehlennicht corrumpirte, von Heuchelei freie Religiosität, ist es das, was eine unglück-liche , machiavellistische Politik noch übrig ließ von alter Pietät und ritterlicher Ehre